Tipps für Leitung: führende Diener werden soziale Architekten

30
Sep 2010

In ihrem neuen Buch zitieren Anja Förster und Peter Kreuz den Managementberater Peter Block mit seiner Beschreibung der Rolle einer Führungskraft als “sozialen Architekten“. Ein “social architect” schafft “einen ‘Raum’, in dem Menschen das entfalten können, was ihren Talenten entspricht und ihnen wichtig ist.” (S.69)

Ein solcher Chef, der sich als sozialer Architekt versteht, wird sich als Koordinator von Talenten verstehen und am eigenen Wertbeitrag für diese Talente messen lassen. Schafft er einen “Raum” zur Entfaltung der Talente? Hat er Argumente, um intern genügend Menschen zu überzeugen?

Die Hauptaufgabe von Führungskräften, die sich Förster und Kreuz wünschen und in innovativen Unternehmen finden, sehen sie im Dienen. Im Dienst für die Gemeinschaft. “Die Chefs der Zukunft stellen sich in den Dienst der Gemeinschaft. Sie haben eine Vision, von der sie zutiefst überzeugt sind und mit der sie andere begeistern und mitreißen.” (S.23) So ganz neu ist das nicht: “Der Größte unter euch soll euer Diener sein”, sagte Jesus seinen Jüngern. Er lebte schon vor 2000 Jahren das Vorbild eines führenden Dieners vor und gab den Führungskräften seiner Zeit, Schriftgelehrten und Pharisäern, ein kräftiges Contra gegen deren Habitus (Die Bibel, Matthäus 23,11).

Förster & Kreuz sehen im von ihnen angeregten Dienst für die Gemeinschaft auch ein neues Verständnis von zukünftigem Erfolg. Sie unterscheiden Erfolg von heute, der zu interner Macht und zu Vorrechten der Führungskräfte führt, und Erfolg von morgen, wenn dienende Chefs Anhänger finden, weil sie für andere Nützliches leisten. “Eine solche Führung basiert immer auf anerkannter Erfahrung, immer auf Klugkeit, immer auf Visionen, immer auf Werten, immer auf sozialen Fähigkeiten. Das sind Fähigkeiten wie: unterschiedliche Meinungen zusammenbringen, Ressourcen anwerben, strategische Alternativen entwickeln.”  (S.66)

Als Beispiel solcher Führung, die koordiniert und begeistert, beschreiben sie Alberto Alessi, dem jeder Kult um ihn fremd ist, und der für seine 200 externen Designer jederzeit per Handy erreichbar ist, um Ideen zu besprechen und im Dialog weiter zu entwickeln.

Zitate aus “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster & Peter Kreuz

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ein Glas Blaubeermarmelade geht auf verregnetem heißem Asphalt zu Bruch

29
Sep 2010

Zum Start in den Tag eine wunderschöne Geschichte aus dem Buch “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster & Peter Kreuz. Stellt euch vor, ihr seht Lebewesen auf Holz kauen und Gras essen. An Steinen lecken und Dreck auf die Zunge schmieren … wonach klingt das?

Ein Tierfilm? Kleinkinder in der Buddelkiste? Ausflug in den Zoo? Oder ein Trailer aus dem Film “Männer, die auf Ziegen starren“?

Nein, das alles gehört zum Trainingsprogramm von Gary Vaynerchuk. Er ist Video-Blogger, über 80.000 Nutzer sehen täglich auf seine Website “Wine Library TV“. Aber was haben Holz und Dreck mit Wein zu tun? Mit ungewöhnlichen Geschmackssorten wie Holz, Gras, Dreck und Steinen trainiert Gary seine Geschmacksknospen. Der Mensch hat über 10.000 Geschmacksknospen auf der Zunge. WOW. Um Wein anders zu erleben als der Mainstream, geht Gary andere Wege.

Sein Ziel: Wein einer breiten Masse von Menschen zu beschreiben. Anders. Verständlich. Gary spricht und schreibt über Wein. Einen Wein beschreibt er so: “Stellt euch eine heiße Asphaltstraße vor, auf der es gerade geregnet hat und auf der ein Glas Blaubeermarmelade zu Bruch gegangen ist.” Er bespricht Wein, um Weine zu verkaufen. Gary veröffentlicht regelmäßig Videos auf YouTube, er redet über Wein, Sekt (der Korken landet über die Decke im Glas, sehr witzig) und “the secrret of his success“. Der Umsatz seines Familiengeschäfts stieg von 4 Millionen auf 60 Millionen Dollar.

Davor stand der Wille, etwas Besonderes zu schaffen, die Vision, andere Wege zu gehen, und die Ausdauer, die Geschmackknospen zu trainieren. Und dann lebt das Geschäft natürlich vom Drive und der eigenen Begeisterung, dass Garys Funke tagtäglich auf Menschen überspringt und sie seinen Wein kaufen.

So kann euer Beruf auch aussehen. Das liegt an euch.

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Nur Tote bleiben liegen – Business Querdenker aus Leidenschaft

28
Sep 2010

Vor 10 Tagen erreichte mich die freudige Nachricht, dass ich das neue Buch “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster und Peter Kreuz direkt vom Campus-Verlag bekomme, um es im YOUNECT-Blog zu besprechen. Gestern kam es  e n d l i c h  an. Ich werde nun an mehreren Tagen über einzelne Aspekte berichten, da der Inhalt viel zu dicht und voller Fülle ist, als dass ich das in einen Text quetschen wollte. Ich startete das Schmökern mit der letzten Seite 255 des letzten Buchs von Förster & Kreuz “Spuren statt Staub“. Dort steht: “Leidenschaft, Ausdauer, Wille und absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst gehören dazu… ‘Bis zur Grenze gefordert, können wir alle mehr, als wir wollen.’ Will heißen: Mut ist der Schlüssel zu allem.”

Nun suchte ich im Sachbegriffe-Register nach “Mut”, “Ausdauer” und “Leidenschaft” und siehe da, “Leidenschaft” findet sich auf 13 Seiten im neuen Buch. Toll. Und bezeichnend für unsere Zeit, da schon im Frühjahr, als 24 Job-Profis im YOUNECT-Blog ihre Tipps an Schüler veröffentlicht haben, Leidenschaft ganz vorne lag. So zum Beispiel empfahl Patrik Varadinek, Leiter von profund, den Schülern: “Herausfinden, wofür ich brenne, was ich leidenschaftlich gern mache,…“, und für Stefan Barthelmes war glasklar: “Mach das, wo dein Herz dran hängt.” Ich war sehr begeistert.

“Leidenschaft” ist auch die Brücke vom alten Buch der beiden Business Querdenker Förster & Kreuz ins Neue. Schon im ersten Kapitel schreiben sie: “Die Basis dieser Wirtschaft sind Talent, Inspiration, Ideen. Ihr Motor sind Leidenschaft, Begeisterung, Spaß. Ihr Lohn sind Erfüllung, Freude, Sinn… Wer in dieser Wirtschaft dabei sein will, muss Verantwortung übernehmen. Er muss den Antrieb haben, ungewöhnliche Dinge anzupacken, und die Ausdauer, sie umzusetzen… Den unbedingten Willen, etwas Besonderes zu schaffen.”

Sorry für das lange Zitat, dies erst mal zur Vorfreude auf mehr. Morgen folgt Teil 2.

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Ein beeindruckendes Gebäude. Zufällig fand Anna ihre Ausbildung bei der NORD/LB.

15
Sep 2010

Anna Kotow ist seit 2 Jahren Auszubildende zur Bürokauffrau bei der NORD/LB. Wir haben sie gefragt, wie sie auf die NORD/LB aufmerksam geworden ist. Nein, es war weder im Internet noch durch Eltern, Lehrer oder Freunde… Und sie ist Hannoveranerin. Lies selbst Annas Bericht:

“Ich bin durch das beeindruckende Gebäude am Friedrichswall auf die NORD/LB aufmerksam geworden. Es steht mitten in Hannover, ist modern und für Hannover eigentlich ziemlich untypisch, es ragt zwischen den anderen Gebäuden von der Architektur her total empor. Am Eingang steht, im Vergleich zum Gebäude, ein kleines Schild mit der Aufschrift NORD/LB, war mir vorher gänzlich unbekannt. Ich hab mich so viel mit der Wirtschaft beschäftigt wie ungefähr 6-Jährige auch, sprich gar nicht. Also hab ich im Internet recherchiert und erfahren, dass das eine Landesbank ist.

Aha, und jetzt? Bank ist Bank, keine Ahnung wo der Unterschied liegt zwischen Bank und Landesbank. Spontan würde ich sagen, die ist einfach viel größer. Aber sonst kein Plan, auch kein Plan, was ich da machen soll. Überhaupt keine Ahnung was ich machen soll, Studieren oder nicht Studieren? Ausbildung? Oder ein Jahr wegfahren?

Ich habe mich dann mit einer Freundin unterhalten, die schon etwas älter und mit der Ausbildung fertig war. Die sagte mir nur, also NORD/LB ist echt gut, bewirb dich da! Ich hatte aber keine Lust Bankkauffrau zu lernen, da meinte sie, die bilden auch Bürokaufleute aus. Glaub mir, wenn die dich da nehmen, bist du echt auf der sicheren Seite und hast gute Zukunftschancen. Also Bewerbung hingeschickt, danach ging alles ganz schnell Online-Test, Einladung zum Gespräch. Bingo!

Das Gespräch war schon mein zweites Bewerbungsgespräch. Ich hatte vorher schon eins gehabt und das war eine ganz komische Situation. Es begann mit einem Test, bei dem ich total verzweifelt bin, weil man bei den Matheaufgaben keinen Taschenrechner benutzen durfte, dafür aber mit super krummen Beträgen lauter Zahlen ausrechnen musste. Ich hab´s voll vergeigt und war nach dem Test auch nur fertig.

Ich dachte, das Gespräch mit der NORD/LB würde genauso ablaufen, aber ganz im Gegenteil ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und wollte auf jeden Fall dazu gehören. Ich bin nach dem Gespräch raus und habe gedacht: „Also, wenn die mich nehmen, sag ich sofort zu. Ich will da hin!“ Tja, es hat dann auch geklappt und ich bin sehr zufrieden. Die Ausbildung ist toll, ich lerne so viele verschiedene Dinge und durchlaufe viele interessante Abteilungen. Von meinem Abi-Jahrgang habe ich ganz oft gehört: „Du hast Abi gemacht und dann lernst du Bürokauffrau?“ Die haben aber keine Ahnung, wie es ist in einem Unternehmen zu arbeiten und wie vielseitig die Ausbildung ist. Für mich war es die richtige Entscheidung bei NORD/LB anzufangen.”

Vielen Dank Anna. Weitere Bericht von Auszubildenden der NORD/LB werden folgen.

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