BITKOM: Internet verdrängt Freundschaften nicht. Daten gut schützen. Googelnde Personaler als urbaner Mythos widerlegt

Neue Studie des BITKOM unter über 700 Jugendlichen im Alter von 10- bis 18 in Deutschland. Ergebnis: “Das Internet hat für Jugendliche herausragende Bedeutung, aber es verdrängt nicht Freundschaften und Schule”, nennt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer ein wichtiges Ergebnis der Studie “Jugend 2.0″. Nach der repräsentativen Erhebung sind Freunde, Familie und gute Noten im Leben junger Leute wichtiger als das Netz. Die große Mehrheit der 10- bis 18-Jährigen verbringt mehr Zeit mit Freunden oder Hausaufgaben als im Web. “Die meisten Jugendlichen wissen das Web sinnvoll einzusetzen”, so Scheer. 98 Prozent der 10- bis 18-Jährigen nutzen das Internet. Scheer: “Fast alle Zehnjährigen bewegen sich regelmäßig im Internet. Mit 13 Jahren sind die meisten täglich online”. Die komplette Studie gibt es als PDF.

BITKOM warnt aufgrund der Studie: Jeder vierte Teenager schützt Daten in Communitys nicht ausreichend. Darunter fallen Vor- und Nachnamen, die 44 Prozent komplett nennen, der Beziehungsstatus (50 Prozent) und die E-Mail-Adresse (41 Prozent). „Solche Angaben sollten in der Regel nur Freunde und gute Bekannte sehen“, so Scheer. Der BITKOM rät insbesondere jüngeren Teenagern und deren Eltern zur Nutzung der detaillierten Einstellungen zur Privatsphäre in den Sozialen Netzwerken. Von 19 Prozent der befragten Jugendlichen können alle Netzwerk-Mitglieder und teilweise sogar alle Internetnutzer private Daten sehen.

Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Privatsphäre der Minderjährigen. Die weit verbreitete Annahme, dass Bewerber in Sozialen Netzwerken von ihren zukünftigen Arbeitgebern ausspioniert werden, ist widerlegt worden. Im Gegenteil: Personaler spähen Bewerber nur selten mithilfe von Suchmaschinen aus. Auch Soziale Netzwerke spielen bei der Bewerberauswahl einer neuen Studie zufolge kaum eine Rolle. Heiner Stahl von der Universität Erfurt ist sich sicher: “Der googelnde Personaler ist ein urbaner Mythos.” Moderne Legenden entstehen durch Behauptungen, die über neue Medien so lange weiterverbreitet werden, bis sie durch die Massenverbreitung und häufige Wiederholung eine gefühlte Wahrheit sind. Ist die Nachricht nur aufregend genug, findet sie schnell unhinterfragt Verbreitung. So auch die Nachricht, dass Mr. und Mrs. Obamas nicht auf der Gästeliste der königlichen Hochzeit in England stehen. Der Kommunikationswissenschaftler Stahl aus Erfurt meint zur urbanen Legende der Personaler, die in Sozialen Netzwerken schnüffeln: “Vielen Studien, die das behaupten, fehlt eine empirische Grundlage. Vom gläsernen Bewerber sind wir weit entfernt.” Überzeugend klingt an Heiner Stahls Klarstellung, dass vielen Personalabteilungen der Zeitaufwand für einen vorherigen Check der Bewerber im Internet zu hoch ist.

12.000 Daten pro Sekunde. Werbeeinblendung für 100 Millionen User. Datenschutz OK. Vision einer völlig neuen Welt

Heute veröffentlicht Microsoft den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte: Gesamtnettogewinn von 6,63 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 19,95 Milliarden US-Dollar. Eine Zahl, die kaum noch vorstellbar ist. Interessanter fand ich persönlich eine Zahl von Stephan Noller in seinem ZEIT-Kommentar: “Bis zu 12.000 mal pro Sekunde geben wir die Daten weiter an Systeme, die damit passende Werbung einblenden.” Stephan Nollers Firma beobachtet Nutzerverhalten im Netz. Aus der Selbstdarstellung: “Mit dem einzigartigen Prinzip des Predictive Behavioral Targeting bieten wir die Lösung für zielgruppengenaue Onlinewerbung.” Seine Firma betreibt mehrere Rechenzentren, die die Werbeeinblendungen für mehr als 100 Millionen User in Europa steuern. Innerhalb von Millisekunden ermitteln die Server, ob jemand statistisch gesehen eher eine Frau oder ein Mann ist. Danach entscheidet sich die Einblendung: Geländewagen oder Pampers.

Spannend sind die Ausführungen von Stephan Noller zum Schutz der Daten: “Uns war von Anfang an bewusst, dass derartige Technologien besondere Vorkehrungen im Datenschutz benötigen und so zeichnen unsere Systeme vieles auch nicht auf, zum Beispiel generell keine personenbeziehbaren oder sensitiven Daten. Ein guter Teil unserer Server ist nur dazu da, potenziell problematische Teile sicher aus der Messung zu filtern und so jeglichen Missbrauch schon bei der Erhebung zu verhindern. Dafür wurden wir mehrfach vom Datenschutz ausgezeichnet.”

Und er bezieht Position: “Ich finde die aktuelle Debatte über Datenmissbrauch im Internet ärgerlich…, weil darin eine gewisse Technologiefeindlichkeit und auch Ignoranz mitschwingt… Ignorant ist die Haltung, weil das Internet uns eine völlig neue Welt eröffnet. In Zukunft werden wir uns mit Menschen in Telefonkonferenzen flüssig unterhalten können, deren Sprache wir nicht sprechen. Wir werden sicher von automatisch gesteuerten Fahrzeugen zur Arbeit gefahren werden, die sich Hunderter Sensor- und Satellitendaten und Daten anderer Fahrzeuge bedienen, um Ihren Weg zu finden.”

Schöne neue Welt. Solange kein Cracker oder Hacker da ran kommt. Die nugg.ad AG wird da sicherlich sehr vorsichtig sein und alles Erdenkliche tun. Die Auszeichnungen belegen ja den hohen Wert, den sie Datenschutz beimessen. Ganz anders Facebook: Diese Woche wurde Zuckerbergs Facebook-Profil gehackt. Und Gewinnspiele über Telefonanrufe sind auch manipulierbar: Poulsen hatte bei Gewinnspielen Telefonanlagen umprogrammiert und so zwei Porsche, 20.000 Dollar und einige Reisen gewonnen.

Grundsätzlich stimme ich Noller sehr zu: Weltweite Datennutzung ist die Zukunft. Besser wir packen sie gemeinsam an anstatt sie zu verteufeln. Auch unsere Bewerberpools NORDPOOL und diverse PERSONECT-Pools eröffnen neue Möglichkeiten. Der Datenschutz ist hier der Clou, dass Unternehmen Bewerber empfohlen bekommen unter Wahrung des Datenschutzes für personenbezogene Daten. Natürlich hilft es Schülern, die im NORDPOOL von ihren Lehrern und Jugendleitern für die Ausbildungsberufe der NORD/LB empfohlen werden. Und es hilft Bewerbern und Unternehmen gleichermaßen, wenn über PERSONECT gute, passende Bewerber sich in einem Pool bei 50 bis hunderten Unternehmen einen Verbandes oder Branchen-Clusters vorstellen können. Datenschutzrechtlich korrekt! Immer mit Zustimmung des Bewerbers!

Demnächst startet PERSONECT in Hessen. Wir werden berichten.

Mobile Couponing ist akzeptiert: Krasse 67 Prozent der Konsumenten sind an Coupons über Handy interessiert

Gerade erst schrieb ich vorhin über den Start von Mobile-Couponing für die Nutzer der VZ-Netzwerke und über das jährliche Wachstum um 45 Prozent bis 2015 bei E-Commerce-Umsätze, die aus Apps heraus getätigt werden. Da lese ich im Tweet von Roland Farnbacher: “#Studie: #Mobile #Couponing – Innovativ und branchenübergreifend.” Hintergrund ist ein Artikel auf interworld.de, der beschreibt: “Mobile Couponing ist akzeptiert: 67 Prozent der Konsumenten sind an Couponaktionen über Handy interessiert. Und es gibt weiteres Potenzial – auch Kunden, die bisher keine Gutscheine genutzt haben, stehen dem Angebot positiv gegenüber.”

Das ist das Ergebnis einer Onlineumfrage unter 1.000 Handynutzern. An erster Stelle der Vorteile von mobile Coupons wurde die ständige Aktualität der Gutscheine genannt, 63 Prozent sehen diesen Hauptnutzen. Und einen interessanten Rückschluss auf Unternehmen, die mobile Coupons und Rabatte einsetzen, stellt die Umfrage heraus: “Unternehmen, die mobile Coupons einsetzen, werden von Konsumenten als innovativ (63 Prozent) und kundenorientiert (43 Prozent) wahrgenommen.”

Auf geht`s. Was hält euch noch? Mobile Coupons anbieten!

Geschäftsmodelle im Chaos mit 45 Prozent Wachstum: Mobile Couponing für VZ-Netzwerke und zwei Porsche für Poulsen

Eric Schmidt sagte am Dienstag in München: “Kinder haben heutzutage nur noch zwei Zustände: Entweder sie schlafen oder sie sind online.” Internet ist einfach da, so selbstverständlich wie Wasser und Strom. Aber was ist schon wirklich selbstverständlich? Johannes Eber stellte gestern zu der scheinbaren Selbstverständlichkeit Internet fest: “Wir haben lediglich gelernt, die Systeme zu bedienen. Wir können Apps auf unsere iPhones laden. Word verwenden. Uns im Browser durchs Internet klicken. Aber wirklich verstehen tun wir nichts. Gar nichts. Die Datenwege im Internet sind heute so wichtig wie Autostraßen, Schifffahrtswege und Flugrouten zusammen. Aber wie sie gebaut werden, wer sie überwacht und ob wir sie auch morgen noch nutzen können – wir wissen es nicht.” aus “Wir Dilettanten – Welche Zukunft hat das Internet?” Johannes Eber erzählt darin die Geschichte eines Crackers und wie einfach es für ihn war, im Internet in Systeme einzudringen, um sie zu missbrauchen: “Mehrfach hatte Poulsen bei Gewinnspielen Telefonanlagen umprogrammiert. Zum Beispiel bei einem Wettbewerb, bei dem der 102. Anrufer gewinnen sollte. Poulsen belegte die Telefonleitung, zählte die eingehenden Anrufe und ließ sich schließlich als 102. Anrufer durchstellen. Zwei Porsche, 20.000 Dollar und einige Reisen hat er so gewonnen.”

Beim ersten Lesen haben mich Poulsens Porsches amüsiert. Raffiniert. Aber wenn ich bedenke, wie viele manipulierbare Daten von mir überall im Netz stehen, vergeht mir mein Schmunzeln über Cracker und Hacker. Und das, was wir heute kennen, ist ja erst der Anfang. Jetzt geht`s erst richtig los. “Bis 2015 werden die E-Commerce-Umsätze, die aus Apps heraus getätigt werden, auf knapp 2,4 Milliarden Euro anwachsen – das entspricht einem Wachstum von 45 Prozent im Jahr.” Schon nächste Woche starten die VZ-Netzwerke Mobile-Couponing: “Dank des Schnäppchenportals Groupon und seiner Klone erfährt das Thema regionale Rabatt-Gutscheine derzeit einen ungeheuren Hype. Als Partner steht der Kölner Spezialist Coupies zur Seite, der die Gutscheine auf die mobilen VZ-Apps von iPhones und Android-Geräten ausliefert.” Alle springen auf den Zug, den keiner versteht. Nicht gestern, sondern vor fast 15 Jahren fragte Prof. Dr.-Ing. Werner Zorn: “Endet das Internet im Chaos?” auf dem Deutschen Internet Kongreß, Karlsruhe.

Vielleicht ist grad das Chaos das Produktivste am Internet. Jeder kann machen, experimentieren, anbieten, schreiben, verbreiten, sich Gehör verschaffen, verkaufen, verdienen, einsteigen, aussteigen. Und wieder einsteigen.