Alle Hebel müssen jetzt bewegt werden. Oder schrumpft Niedersachsens Arbeitskraft um die Größe Hannovers?

Alle möglichen Hebel müssen jetzt bewegt werden, um dem Fachkräfte-Mangel zu begegnen, sagte Klaus Stietenroth von der Agentur für Arbeit laut Bericht auf NDR.de vom 11. April 2011. Stietenroth sieht in Niedersachsen bis 2025 einen Verlust von 500.000 Arbeitskräften. Trifft das ein, wäre die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Niedersachsen um die Größe Hannovers geschrumpft. Die Agentur für Arbeit setzt nun laut NDR.de auf Qualifikation und Weiterbildung und gibt in Niedersachsen dafür 600 Millionen Euro aus. Ist das neu? Klingt für mich nach “altem Hut”. Oder? Als neu wird herausgestellt, dass Weiterbildungskurse nun direkt in kleinen und mittelständischen Unternehmen stattfinden können.

Und auch der Wirtschaftsminister Jörg Bode stößt ins gleiche Horn: Qualifikation und Weiterbildung sollen auch künftig der Schlüssel sein, um die Fachkräfte-Lücke in den Unternehmen zu stopfen, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode laut NDR.de und berichtete weiterhin, dass Niedersachsen 30 Millionen Euro für verschiedene Programme in 2011 investieren wird. Gefördert werden benachteiligte Jugendliche, die nur schwer einen Ausbildungsplatz finden, und ältere Arbeitnehmer. Letztere will Minister Bode weiterbilden und so länger im Beruf halten.

Auf geht`s, setzen wir alle Hebel in Bewegung. Ich hoffe auf echte Zusammenarbeit – auch mit der Agentur für Arbeit. Die NORD/LB setzt bereits auf  Zusammenarbeit. Und zwar auf den Rat der Menschen, die Schüler am besten kennen. Vertrauenslehrer, Schülervertreter, Sporttrainer und Jugendleiter können im NORDPOOL Schüler für eine Ausbildung in der NORD/LB empfehlen.

Niedersachsen fördert „Modellprojekte betriebliche Ausbildung“ zur nachhaltigen Fachkräftesicherung. Projektvorschläge bis Ende Mai 2011

“Ausbildung bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der viele beitragen müssen.”, meinen David McAllister, Ministerpräsident von Niedersachsen und Jörg Bode, Niedersächsicher Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Dazu setzen die Landesregierung, Kammern, Verbände und Arbeitsagenturen in Niedersachsen konkret auf den Niedersächsischen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs, um Jugendlichen in Niedersachsen Chancen für den Start ins Berufsleben zu bieten und Unternehmen bei ihren Ausbildungsanstrengungen zu unterstützen. Gemeinsam streben sie an, dass Niedersachsen auch künftig genügend Fachkräfte hat.

Mit dem Programm „Modellprojekte betriebliche Ausbildung“ fördert das Land Niedersachsen Projekte zur Verbesserung der Lage auf dem niedersächsischen Ausbildungsstellenmarkt, zur nachhaltigen Fachkräftesicherung für die niedersächsischen Unternehmen durch die betriebliche Ausbildung oder zur Steigerung der Qualität und Attraktivität der Berufsausbildung. Antragsberechtigt sind Kammern, Verbände, Kommunen oder kommunale Einrichtungen, gemeinnützige Vereine, Gewerkschaften sowie Weiterbildungsträger. Alle Zuwendungsempfänger müssen Erfahrungen im Bereich der betrieblichen Ausbildung haben.

“Ich freue mich auf die guten Ideen der regionalen Ausbildungsmarktakteure, die mit ihrem Engagement dazu beitragen werden, den Fachkräftenachwuchs in Niedersachsen zu sichern und jungen Menschen Chancen geben, auf eigenen Beinen zu stehen.”, sagte Minister Bode anlässlich des Programmstarts.Die regionalen Akteure können ihre Projektvorschläge bis zum 31. Mai 2011 bei der NBank einreichen. Rund 2 Millionen Euro stehen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Niedersachsen zur Verfügung. Mindestens zwei von zwölf Schwerpunktsetzungen müssen von den Antragstellern abgedeckt werden.

Die NORD/LB geht in Niedersachsen bereits seit Herbst 2010 neue Wege in der Gewinnung passender Auszubildender und Dualer Studenten. Im NORDPOOL werden Empfehlungen ausgesprochen von den Menschen, die den Schülern am nähesten sind: Schülervertreter, Vertrauenslehrer, Sporttrainer und Jugendleiter. Gerade ist die Suche der NORD/LB für den Ausbildungsstart 2012 gestartet.

„Duales Studium Hessen wird zur Säule der Fachkräftesicherung“. Personect ist dabei

“Über 1.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Hessen kooperieren inzwischen mit Hochschulen und Berufsakademien, um junge Menschen gemeinsam praxisnah auszubilden und zu qualifizieren. Deshalb lässt sich zur recht sagen, dass die von 2008 bis 2010 durchgeführte Kampagne „Duales Studium Hessen“ ein voller Erfolg war und deshalb fortgesetzt wird“, erklärte der Hessische Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch und fuhr fort: „Ziel ist es, den Kooperationsprozess zwischen Unternehmen, Bildungsanbietern und Abiturienten noch gezielter aktiv zu unterstützen. So kann das duale Studium zu einer wichtigen Säule der hessischen Fachkräftesicherung werden“.

Die Zahl der dual Studierenden hat sich seit 2008 um knapp 62 Prozent auf rund 3.400 erhöht. Auf dieser Basis wird die Kampagne „Duales Studium Hessen“ zusammen mit der Wirtschaft fortgesetzt. Auch Personect von YOUNECT ist ein Teil der Maßnahmen zur Stärkung der Dualen Studien in Hessen. HESSENMETALL betreibt für die Kampagne Duales Studium ein eigenes Empfehlungsportal Personect. Am 01. März ist die Zusammenarbeit gestartet.

Aktuelle Projekte haben Modellcharakter und sollen auf andere Regionen bzw. Branchen ausgeweitet werden. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Euro ESF- und Landesmittel aufgewendet. „Dieses Geld ist in meinen Augen gut angelegt und investiert in die Zukunft – die qualifizierte Ausbildung junger Menschen. Gut qualifiziertes Personal wird zukünftig gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine zentrale Rolle spielen. Innovative Ausbildungsmodelle wie das Duale Studium Hessen sichern die Nachwuchsgewinnung für die mittelständische Wirtschaft. Der enge Praxisbezug bindet die jungen Leute frühzeitig an die kleinen und mittleren Unternehmen. Das bietet Vorteile gegenüber Großunternehmen im Rennen um gute Absolventen und gilt deshalb als eine zeitgemäße und gute Möglichkeit der Personalentwicklung für den Mittelstand“, so Staatssekretät Steffen Saebisch.

‎Willensbildung ist mehr als Wissensbildung. Sie müssen doch sagen, wie Sie dieses Land haben wollen

“Willensbildung ist mehr als Wissensbildung.” Fünf Worte mit Gewicht von IBM-CTO Gunter Dueck – zuletzt auf der re:publica 2011 gesprochen. Martin Weigert meint: “Der mit Abstand beste Vortrag… Über 250 Vortragende präsentierten auf der re:publica in Berlin ihre Perspektiven zur digitalen Welt. IBM-CTO Gunter Dueck hinterließ einen der nachhaltigsten Eindrücke.”

Duecks Vortrag sprüht vor Anregungen, die zum Weiterdenken anstoßen: “Wo sind die nächsten Arbeitsplätze?” Er meint damit, dass die alten Berufe der Ärzte, Lehrer und andere Wissensberufe in ihrer herkömmlichen Form so nicht mehr gebraucht werden, weil das Wissen frei im Internet ist. Die Zukunft gehört den Professionals, die Teams leiten können, denen zugehört wird, die präsentieren können, die andere begeistern können. Vor allem geht es Herrn Dueck um Willensbildung im Unterschied zur Wissensbildung. Bisher war das Wissen ein Vorsprung. Jetzt geht es um Persönlichkeitserziehung und darum, professionell zu sein.

Herausragend finde ich diese Sätze: “Zur Politik habe ich auch eine Meinung. Ich möchte, dass Sie sich damit beschäftigen. Sie müssen doch sagen, wie Sie dieses Land haben wollen. Sie müssen die Führung übernehmen. Sie müssen jetzt etwas wollen, für alle.” und er zitiert Platon: “Die Intellektuellen machen nicht mit, und dann beschweren sie sich, dass sie von Dummen regiert werden.”

Willensbildung beginnt für mich bei Einzelnen. Am Anfang steht der Einzelne davor, herauszufinden, was ich, du, er, sie, es will. Das heißt, Ziele zu definieren und mit anderen um gemeinsame Ziele zu ringen. Schon die eigenen Ziele sollten viele verschiedene Perspektiven berücksichtigen: Persönliche Ziele, familiäre Ziele, schulische Ziele, berufliche Ziele, gesellschaftliche Ziele, soziale Ziele, politische Ziele usw. Wenn nun fünf Menschen zusammenarbeiten, können sie zusammen schon 35 Ziele verfolgen, die zusammenpassen sollten, zumindest für den Abschnitt des Zusammenseins und der Zusammenarbeit. Das Ringen um diese gemeinsamen Ziele ist für fünf Menschen anspruchsvoll. Aber wie finden 80 Millionen Menschen in Deutschland zu gemeinsamen Zielen?

Warum Ziele? Matthias Herzog fragt auf Seite 205 in seinem Buch “Spitze sein, wenn`s drauf ankommt“: “Was passiert, wenn du kein Ziel ins Navi eingibst?” Das persönliche Navi sieht Herzog im Unterbewusstsein, das dich durch die Straßen des Lebens steuert. Im Video erzählt Matthias Herzog: “Schmiede das Eisen, solange es heiß ist.” Veränderungen müssen innerhalb von 72 Stunden angepackt und umgesetzt werden, oder 90% starten gar nicht erst, ist Herzogs Erfahrung.

Christian Bischoff hat ein ganzes Buch zur Willenskraft geschrieben. Im Vortrag in einer Schule zeigt er, wie viele Menschen ihre Stärken auskippen und verschwenden, weil ihnen Disziplin fehlt. Ein Glas ist für ihn ein Bild für Disziplin, die man braucht, um seine Stärken einzusetzen, statt sie zu verkippen. Die Flasche muss nicht mal voll sein, keiner muss perfekt sein. Es reicht völlig, wenn man das, was man als Stärken hat, diszipliniert einsetzt.

Zurück zum Start. Vor einem Jahr zitierte ich bereits Gunter Dueck: “Denn Exzellenz zieht Exzellenz an. Wenn Deutschland zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen will, die von Bildung geprägt ist, wie es der Autor Gunter Dueck zu Recht fordert, dann wird das eine exzellente Wirkung entfalten.” Hoffen wir drauf und arbeiten wir an unserer Willensbildung.