Medaillen für 2.- und 3.-Platzierte im Sport. Absagen für 2.- und 3.-platzierte Bewerber. Normal, aber sinnvoll?

Es wird sehr viel Geld in regionale Wirtschaftsförderung, Cluster, Regional- und Personalmarketing investiert. Werden Bewerber durch diese Maßnahmen gewonnen, bewerben sie sich gezielt in einem Unternehmen in dieser Region und Branche. Alle Bewerber, die keine Stelle bekommen, erhalten Absagen. Das ist normal. Aber ist es auch zeitgemäß und sinnvoll?

Selbst Platz 2 bringt eine Absage. Mit jeder Absage wird der größte Teil des Investments vom Regional- und Personalmarketing verschwendet. Warum bekommen die 2.- und 3.-Platzierten im Sport Medaillen, aber im Bewerbungsverfahren Absagen? Weil ein Unternehmen nicht über den Bedarf einstellen kann. Das ist normal. Aber ist es auch zeitgemäß und sinnvoll?

Ein Unternehmen kann alleine keine Vorräte anlegen und über Bedarf gute Bewerber einstellen. Die Bewerber suchen jetzt. Wer kann diesen Bewerbern das bieten, was sie suchen? Andere Unternehmen in derselben Region und Branche. Also müssen andere Unternehmen nur davon erfahren. Können diese guten Bewerber sich allen Unternehmen der Region präsentieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bewerber in der Region bleiben.

Im Talentpool von YOUNECT empfehlen sich Unternehmen untereinander gute Bewerber. Zum Beispiel im Bewerberpool “Personect” vom medianet berlinbrandenburg e.V. Die Empfehlung läuft datenschutzrechtlich korrekt. Gleichzeitig ist das Verfahrung extrem einfach und schnell. Mit wenig Aufwand wird eine große Wirkung erzielt.

Regionen und Branchen können Abwanderung verringern und Zuzug vereinfachen. Im Talentpool werden die Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner unter den Bewerbern den Unternehmen der Region gesichert. Einfach, schnell, anders. Gute Bewerber werden mit der ERSTEN Bewerbung gebunden BEVOR sie weggehen: Fach- und Führungskräfte, Auszubildende, Absolventen, Praktikanten. Nur Teamgeist bringt die Region voran. Gleichzeitig stärkt das empfehlende Unternehmen sein eigenes Image in der Region und die Wirtschaftskraft der eigenen Region.

Im Talentpool können auch regionale Schulen, Vereine, Initiativen, Berufsschulen, Hochschulen, Personaldienstleister u.v.a. eingebunden werden. Das verbindende Element ist die persönliche Empfehlung von einem anderen Mensch derselben Region. Bestehende Verbindungen und Netzwerke werden genutzt, um Menschen an die Region zu binden.

200.000 Kundenkontakte täglich geprägt von der Farbe Rot. Begeisterung und Kundennähe

Bei Starbucks und Nespresso zahlen Kunden 60€ bis 70€ pro Kilo Kaffee statt bisher 10€, führte Prof. Dr. Gassmann gestern in die 13. Jahrestagung “innovation 2011″ in München ein. Dass Kunden bereit sind, diesen Preis zu zahlen, verschafft Kaffee-Innovatoren eine steile Wertschöpfung. Beeindruckend auch die Wirkung der Farbe Rot auf allen Produkten, Verpackungen, Fuhrpark, Gebäuden, Maschinen, Kleidung, Helmen, Koffern, Publikationen, der Website, einfach allem von Hilti. 2010 wurde Hilti dafür mit dem red dot award ausgezeichnet. “Auch im B2B-Markt sind 80 Prozent der Kaufentscheidungen emotional.”, sagte Stephan Niehaus gestern in München in seinem Vortrag “welche Bedeutung Design im B2B-Innovationsprozess haben kann”. Hiltis 200.000 Kundenkontakte täglich sind weltweit geprägt von der Farbe Rot.

Das Verbindende aller Vorträge war die Begeisterung. Begeisterung bei Herrn Niehaus für Design, das die Kundenbedürfnisse ernst nimmt und die Marke Hilti stärkt. Begeisterung bei Andreas Fill für “Fill your life”, mit der Wirkung, dass 95 Prozent der Mitarbeiter das Betriebsklima der Firma Fill in Österreich als gut und sehr gut bewerten. Begeisterung bei Dr. Reiner Fageth für sechs gelungene Transformationsprozesse von 2000 bis 2009 in der CEWE COLOR AG. Diese drei Innovatoren verbindet auch ihre Kunden- und Marktnähe. Und erst durch den Erfolg bei Kunden werden aus den Innovationen Erfolge.

Die Firma Fill erwirtschaftete 2010 mit 44 Millionen Euro die höchste Betriebsleistung der Firmengeschichte. Ihre Maschinen ermöglichen eine individuelle Oberflächengestaltung von Snowboards, eine automatisierte Gurtlegeanlagen für Rotorblätter und die Fertigung von Solarkollektoren 50 Prozent leichter und günstiger. Die Mitarbeiter sind Fill, und Fill bietet den Mitarbeitern viel: “Fill your life”. Anja Förster zeigt in ihrem Vortrag “Anleitung zum Querdenken”, dass es zwei Kategorien von Leistung gibt: 1. Gehorsam, Sorgfalt, Fleiss, Intelligenz. Das ist die Basis. Wer nur diese Kategorie an Leistung sucht, kann zusätzliche Leistungsbereitschaft durch Geld-Anreize freisetzen. Die zweite Kategorie ist die Leistung, die für Menschen und Unternehmen den Unterschied macht: Initiative, Kreativität, Leidenschaft. Nur das schafft “alles, außer gewöhnlich”.

Menschen und Unternehmen müssen sich entscheiden, entweder sind sie im Markt “billiger” oder “alles, außer gewöhnlich”, sagte Anja Förster. Für “billiger” braucht man Mitarbeiter mit Fleiß und Gehorsam, für “alles, außer gewöhnlich” braucht man Mitarbeiter, die ihre Initiative, Kreativität und Leidenschaft nicht nur in der Freizeit einsetzen, sondern auch im Beruf. Das Manager Magazin berichtet dazu aus einem Vortrag von Anja Förster und Peter Kreuz: “Disziplin, Fleiß und Sorgfalt seien heute immer noch notwendige Bedingungen, aber sie reichen nicht mehr aus. ‘Wir brauchen heute auch Menschen, die die Initiative ergreifen, die kreativ Probleme lösen und die nicht nur ihre Hände und ihr Hirn mit zur Arbeit bringen, sondern auch ihr Herz. Menschen, die eben das Funkeln in den Augen haben.’” Viele Untersuchungen weltweit hätten gezeigt, so Anja Förster in München, dass Geld nicht der Motivator für “alles, außer gewöhnlich” ist. Mitarbeiter brauchen so viel Geld, dass das Thema Geld für sie vom Tisch ist. Darüber hinaus motivieren drei Elemente:

  1. Selbstbestimmung. Das heißt Freiraum am Arbeitsplatz. Raum für eigene Ideen.
  2. Können. Das heißt Herausforderungen, um täglich besser zu werden und zu wachsen wie ein Tennis-Profi, der täglich trainiert und täglich Feedback bekommt.
  3. Sinn. Das heißt das tun zu können, was einem persönlich wichtig und ein Anliegen ist.

Frau Försters Partner Peter Kreuz sagte dazu im Februar in Berlin: “Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe.”

Neben den Voraussetzungen für Innovation “Begeisterung, Initiative, Kreativität und Leidenschaft” kommt die Bereitschaft zur Investition. Die Firmen Hilti, Fill und CEWE COLOR AG haben alle viel Geld in ihre Mitarbeiter und Maschinen investiert. CEWE COLOR hat bisher 255 Millionen Euro in digitale Technologien investiert. Vom reinen White-Label-B2B-Anbieter hat CEWE mit dem CEWE FOTOBUCH auch eine eigene Marke geschaffen. Früher, schneller und näher am Kunden als alle anderen Mitbewerber.

Gleich startet Tag 2 der innovation 2011. Viele innovative Tellerränder!

Absagen trotz Gewinn der Silber- und Bronzemedaille? Bewerber suchen JETZT. Vorrat mit Bewerbern?

Im Sport stehen Silbermedaillen- und Bronzemedaillen-Gewinner auf dem Siegerpodest. Was für ein Triumph, unter den besten drei Sportlern zu sein.

Im Arbeitsmarkt ist das anders. 2.- und 3.-platzierte Bewerber, quasi die Gewinner einer Silber- oder Bronzemedaille, bekommen nur Absagen.

Warum wird so verschwenderisch mit Gewinnern einer Silber- oder Bronzemedaille umgegangen? Seit 2003 wird ausgiebig über Fachkräftemangel diskutiert. Passiert ist wenig. “Viele haben noch keinen Plan.“ Peter Englisch, Leiter Mittelstand, im Mittelstandsbarometer 2011, Ernst & Young. Fest steht: Mehr Bewerber kommen nicht in den nächsten Jahren. Wo sind also die Vorratsspeicher mit Bewerbern?

Speicher zu bauen und Vorräte anzulegen, ist total bekannt und üblich. Die Notwendigkeit vorzusorgen, zeigt die biblische Geschichte von Josef und dem Pharao.

Kühe_Cranach

Im Traum fressen die mageren Kühe die fetten Kühe. Auf Josefs Rat hin lässt der Pharao Vorratsspeicher anlegen. Nach sieben Jahren mit guten Ernten folgen 7 Jahre Dürre. In Ägypten wurde vorgesorgt und niemand musste hungern. Spiele wie „Die Siedler von Catan” und “Backyard Monsters” mit Vorräten und Silos fazinieren Millionen Menschen.

Nun gibt es aber einen Haken, wenn man Bewerber-Vorräte anlegen will. Bewerber suchen JETZT.  Alleine kann ein Unternehmen keine Bewerber-Vorräte anlegen, weil die Bewerber JETZT sucht. Ein Bewerber, der JETZT sucht, wird entweder JETZT im regionlen Verbund in einen Job vermittelt, so dass er der Region erhalten bleibt. Oder er geht in eine andere Region, andere Branche oder ins Ausland. Wer GUTE Bewerber in der Region halten will, verschafft ihnen JETZT einen Job in der eigenen Region.

Über Talentpools von YOUNECT können gute Bewerber JETZT empfohlen werden. Wenn alle Unternehmen zusammen vorsorgen, dann bleiben GUTE Bewerber der regionalen Wirtschaft erhalten.

Wissen führt nie zur Veränderung. Von Madonna mehr über Innovation lernen

Anja Förster meint, dass wir von Madonna mehr über Innovation lernen können als von Management-Gurus. “Madonna erfindet sich auf dem Höhepunkt wieder neu.” Allen Innovatoren sagt sie: “Nutze den Wandel, um ihn aktiv in deine Richtung voran zu treiben. Widerstände sind als Erneuerer Teil des Geschäfts. Sie werden immer da sein.” Das passt zu Christian Bischoffs Satz: “Nimm den Stolperstein und küss ihn”. Ich freue mich auf mein Treffen am Montag mit Anja Förster in München auf der 13. Jahrestagung “innovation 2011″, der Leitveranstaltung für Innovationsmanagement. Vor einer Woche hatte ich von der Glücksfee Anja Förster eine Freikarte gewonnen.

Anja Försters Partner Peter Kreuz hatte ich im Februar persönlich in Berlin kennen gelernt. Da sagte er im Kulturkaufhaus Dussmann: “Wissen führt nie zur Veränderung.” Wir denken, dass wir über eine saubere Analyse zum Handeln und zur Veränderung kommen. Peter Kreuz zeigte einen anderen Weg auf: “1. Sehen, 2. Fühlen, 3. Veränderung.” Anja Förster & Peter Kreuz sind begnadete Geschichtenerzähler. Wenn sie reden, klingt Veränderung so einfach: Ohne Fehler nichts Neues. “Wenn wir nicht genügend Fehler machen, heißt das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren”, zitieren sie Philip Knight. Wer Veränderung als Bedrohung sieht, wird nicht genug Fehler machen. Aber nicht alle Fehler führen automatisch zum Erfolg. Risiko heißt, der Ausgang bleibt offen und Scheitern gehört dazu. Zum Glück, meinte Florian Langenscheidt im Labor für Entrepreneurship “ist man ein lernendes Wesen.” Er ist überzeugt, “Risiko wird belohnt. Von irgendwo kommt immer Rückenwind.”