70.300 Lehrstellen unbesetzt zum heutigen Ausbildungsstart

1
Sep 2010

Bundesweit sind zum heutigen Start der dualen Ausbildungen 70.300 Lehrstellen unbesetzt, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern mitteilte. Allein in NRW sind derzeit noch fast 11.500 Azubi-Stellen frei. Gleichzeitig gibt es deutschlandweit 97.400 Kandidaten, die freie Lehrstellen suchen. Sicher ist, dass durch den demografischen Wandel diese „Lehrstellenlücke“ immer kleiner wird. Verschleiert wird die Statistik durch die  circa 260.000 in den staatlichen Übergangssystemen befindlichen Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle.

Warum bleiben Jahr für Jahr trotz des Überhangs so viele Lehrstellen unbesetzt?

Zahlreiche Antworten – jeder aus seiner Sicht: Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Priska Hinz kritisiert, dass der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt nicht ankäme, da viel zu wenig Unternehmen ausbildeten. Eine zweite Antwort bietet Wilhelm Behmer aus Düsseldorf: Der Bäcker- und Konditormeister sucht noch einen Bäckerlehrling und zwei Bäckereifachverkäuferinnen. Er hatte 15 Anwärter als Praktikanten, von denen begann nur eine als Auszubildende… und hielt nur eine Woche durch, dann brach sie die Ausbildung ab. Insgesamt brechen – seit Jahrzehnten unverändert – durchschnittlich 20% der Auszubildenden ihre Lehre ab. Einer der Hauptgründe dafür ist die Unkenntnis über die Realität der Berufswelt. Schulabgänger haben häufig keinerlei Vorstellung von der Arbeitswelt. Woher auch? Jugendliche orientieren sich bei der Berufswahl vor allem an ihrer eigenen Erlebniswelt. Wie wir alle uns an unserer Erlebniswelt orientieren. Bestes Beispiel dafür sind die Begründungen von Frau Hinz und Bäckermeister Behmer am Anfang dieses Absatzes. Beide argumentieren auf der Basis ihrer Erfahrungen und Grundannahmen. Auch die “Big Five” in Salzgitter machen sich laut TAZ schon  Sorgen: “Der demografische Wandel”, sagt Florian Löbermann, Leiter Berufliche Bildung, Salzgitter AG, SZST Salzgitter Service und Technik GmbH. “Die Qualität der Bewerber”, sagt Herbert Lindhofer, der Elektromeister. Das Niedersächsischen Landesamts für Statistik prognistiziert Salzgitter für 2021 fünfzehn Prozent weniger Einwohner und fast 30 Prozent weniger Unter-18-Jährige.

Egal wie man es dreht und wendet: Für Unternehmen wird bedeutend schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Der Wettstreit um Talente wird härter, berichten ZEIT ONLINE und das Handelsblatt: Viele Unternehmen gehen deshalb neue Wege. Wir gehen mit und berichten.

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Offener Brief an Hans Heinrich Driftmann. Laut WELT ist er alarmiert! Ob er mir im 2. Anlauf antwortet?

24
Aug 2010

Im April schrieb ich Herrn Driftmann einen Brief. Da war er ein Jahr im Amt. Außerdem lag die Studie des DIHK frisch vor, laut der schon 2009 etwa 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Da auch noch zwei meiner Verwandten Herrn Driftmann persönlich kennen, dachte ich, ich würde ihn erreichen. Aber es gab leider nicht mal eine Antwort auf meinen Brief.

Die WELT schreibt heute: “Ergebnis einer Umfrage, die der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) heute vorstellte. „Nach der Krise ist vor dem Fachkräftemangel“. Mitten im Boom gehen den Unternehmen die Fachkräfte aus. 70 Prozent haben laut DIHK Probleme bei der Besetzung von Stellen. Hans Heinrich Driftmann ist alarmiert. Deutschland gehen die Fachkräfte aus.”

Ich nehme den Artikel zum Anlass den Brief einfach noch einmal an Herrn Driftmann zu schicken. Und parallel hier im Blog zu veröffentlichen.

Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann

Peter Kölln KGaA
Westerstraße 22-24

25336 Elmshorn

Berlin, 09.04.2010

Sehr geehrter Herr Driftmann, als ich meiner Tante Dorothea Beuck (sie war 30 Jahre in der Sankt Nicolai Kirche tätig) gestern erzählte, dass ich Ihnen heute schreiben werde, meinte sie, ich solle Sie herzlich von ihr grüßen. Ich meine, es wird Zeit, dass Sie und ich miteinander reden und – wenn`s passt – gemeinsam aktiv werden! Ich weiß, dass Sie in Elmshorn Vorbildliches in der Ausbildung Ihrer Azubis leisten, meine Nichte 2. Grades, (Name nur im Brief) wurde ja nach der Ausbildung in der Peter Kölln KGaA über­nommen.

ABER: Ihr Bildungsbericht vom März 2010, der gestern von allen Tageszeitungen zitiert wurde, sagt drastisch: …weiterlesen »

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Wust an Websites. Wer steigt durch? Wie geht das besser? Wer schafft relevanten Überblick?

23
Aug 2010

Dieser Artiekl besteht großenteils aus einer sinnentlernten Liste mit fast 600 Links. Eigentlich habe ich nur eine Frage: Wer steigt da durch? Welche Seite davon hilft wirklich? Wer bietet Überblick und Relevanz? Es muss doch eine bessere Systematik geben als dass jede Initiative, jede IHK, jede HWK, jeder Verband eine eigene Seite macht. Neben den Klassikern http://www.planet-beruf.de und http://www.was-soll-ich-werden.de gibt es auch die Newcomer http://www.mixopolis.de und www.beroobi.de. Aber darüber hinaus gibt es Hunderte, ja Tausende Seiten mit Jobbörsen, Ausbildungsplatzbörsen, Bewerbungstipps, lokale Initiative, bundesweite Initiativen von Verbänden wie www.werd-busfahrer.de, www.starke-typen.info und www.back-dir-deine-zukunft.de. Es geht im „Web 2.0“ und in den „Social Media“ aber nicht mehr um einzelne Websites, sondern um Kommunikation.

Schüler stehen eh schon Massen von Angeboten gegenüber, die sie größtenteils gar nicht kennen können: Von 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe und 4.000 Studiengänge kennen Schüler, Eltern und Lehrer durchschnittlich 10-20 Berufe. Persönlich helfen Mitarbeiter der 206 Kompetenzagenturen, 269 JOBSTARTER-Projekte, 352 MINT-Initiativen, Girls-Day, usw. Ich bin ein absoluter Fan von Vielfalt. Aber um Schüler, Schülervertreter, Mentoren, Ausbildungspaten, Jugendleiter, Lehrer, Eltern u.v.a. Helferinnen und Helfer besser durch den Wust an Berufswahlmöglichkeiten zu leiten hilft sicher kein Wust an Websites. WIE GEHT DAS BESSER? WER HAT VORSCHLÄGE? …weiterlesen »

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Professionalität, die emotional bewegt! Herzblut, das begeistert! Unter die Haut gehen, damit im Gehirn etwas passiert!

19
Aug 2010

Mich verfolgt die Frage, warum Berufswahl nicht so spannend-kultig dargestellt wird wie die Fälle der Detektive Justus, Peter und Bob, die “???”. Oder so lustig-unterhaltsam wie Ice Age-Filme? Die meisten Berufsinformationen, Websites, Broschüren, Filme versuchen objektiv-neutral zu sein. Weckt das Interesse der Schüler? Ist das interessant? Was dringt zu den Schülern durch? Was begeistert? Was bewegt? Was wird weiter erzählt? Weiter erzählt werden Abenteuer, Geschichten, packende Storys, beeindruckende Bilder. Warum bewegt Berufswahl nicht? Warum werden Berufsinfos nicht weiter erzählt?

Fehlen spannende Geschichten? Fehlt die Emotionalität von Musik, Konzerten, Bands? Warum sind Berufsinfos nicht so spannend-kultig wie die „???“ oder so professionell wie „Wer wird Millionär?“? In „Wer wird Millionär?“ wurde über ein Jahr Entwicklungszeit investiert. Und nun läuft es seit 10 Jahren weltweit erfolgreich. Berufswahl wird nie so dringend sein wie die nächste Party, Berufswahl muss anders punkten!

Nicht nur für Schüler in der Berufswahl, sondern für jeden von uns gilt: Informationen, die wir aufnehmen müssen eine Relevanz für uns haben, sonst nehmen wir sie gar nicht wahr. Unsere Wahrnehmung ist extrem selektiv. Muss sie auch sein, sonst würden wir im Informationsüberfluss durchdrehen. Relevanz hat unter Schülern zum Beispiel, wer mit wem wo baden geht oder auf welcher Party man wen getroffen hat. Schüler reden über ihr Leben, ihre Freunde, ihre Sorgen, ihre Musik, und sie zeigen sich ihre Fotos auf Facebook und schuelerVZ. Das ist relevant. Das ist auch nicht banal. Das ist das, was in dem Alter relevant ist. Welche Inhalte sollten relevanter sein?

Berufswahl ist gefühlt sehr weit weg. Schüler leben extrem im Hier & Jetzt. Das verkürzte Abitur führt tagsüber zu längeren Schulzeiten und noch mehr Hausaufgaben. Die Leistungsbereitschaft wächst zwar bei einem relevanten Teil der 14- und 15-Jährigen. Frau Professor Rump, Uni Ludwigshafen, sieht darin einen Trend und beschreibt diese Entwicklung als „Fleiß und Ehrgeiz als Sicherheitsstrategie der Generation Multimedia.“ Dennoch kommt die Berufswahl immer weit hinter privaten Interessen, Freunden, Hobbys, Partys und Musik mit hoher persönlicher Relevanz sowie auch hinter akut dringenden schulischen Aufgaben.

Haben Unternehmen sich schon das Recht und die Relevanz erworben, vom Schüler gehört zu werden? Unternehmen und Verbände präsentieren Berufe oft mit langweiligen und gewollt objektiven Fotos und Filmen. Aber was ist für einen Schüler daran relevant? Warum sollten Schüler darüber reden? Wo ist die Story, die weitererzählt werden könnte? Schüler sprechen über sich, über das, was sie bewegt, und über professionelle Angebote, die für sie relevant sind und einen klaren Nutzen transportieren. Darin ist Berufsorientierung sachlich, dass sie genauso relevant sein muss und einen klaren Nutzen transportieren sollte, wie alles, was uns wirklich tangiert. Ansonsten ist Berufswahl hochgradig emotional.

Ich hoffe, dass Schüler ihre eigene Motivation finden, das “DU” in der Bildung und “Bil DU ng” für sich entdecken. Dazu gehört auch etwas, wofür sie brennen, was sie mit Leidenschaft und Herzblut füllt. Etwas von dem sie schwärmen, das sie gerne weitersagen. Dazu passt dieses Zitat: “Prozesse müssen unter die Haut gehen, damit im Gehirn etwas passiert.” Gerald Hüther. Lasst uns Berufswahl aufregender gestalten, kultige Serien und spannende Storys erschaffen. Ich hoffe auf Professionalität, die emotional bewegt, und Herzblut, das begeistert!

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