Was will ich werden? Wahl oder Qual? Den Roten Faden mit Freunden und Mentoren entdecken

29
Sep 2011

“Was will ich werden?”, diese Frage stellen sich alle jungen Menschen früher oder später, ob sie wollen oder nicht. Welcher Beruf ist der richtige? Gibt es den überhaupt? Der Übergang von der Schule in den Beruf ist eine Hürde. Für manche ein Hürdenlauf. Für viele eine scheinbar unüberwindbare Mauer. Aber selbst die Berliner Mauer ist nach 28 Jahren überrannt worden. Also, Grenzen sind dazu da, sie zu überwinden. ABER WIE?

Die Menge der 350 Ausbildungsberufe, 920 Dualen Studien, 3.000 Studiengänge und 1.500 Websites zur Berufswahl führen eher zur Schockstarre als zur passenden Berufswahl. Warum setzen alle auf Informationen? Ist das der Engpass zur Berufswahl? Oder Einblicke, Erfahrungen, Praktika? Oder das Wissen über die persönlichen Interessen und Stärken? Oder ein Mensch, der zur Seite steht.

Beim NORDPOOL-Mentoren-Treffen vor 5 Wochen in Hannover sagte ich: “Wir glauben an den PERSÖNLICHEN Roten Faden, den jeder Mensch für sich entdecken kann.” Gerade während ich dies schreibe ist Johanna Klum bei Stefan Raab auf TV-Total. Morgen moderiert sie zum 7. Mal den Bundesvision Songcontest. Vor 11 Jahren kam sie beim “young life talk” zum Thema “Berufswahl” mit der Schauspielerin Meriam Abbas ins Gespräch, weil sie Schauspiel studieren wollte. Keine 10 Monate später kam der Erfolg mit der Band Samajona, bevor sie bei MTV richtig durchgestartet ist als Moderatorin. Immer gab es Menschen, die sie gefördert und gefordert haben. Im Rückblick ergibt sich ein straighter Roter Faden.

roter_Faden

Wir glauben an Menschen, die Berufswähler kennen und denen diese Berufswähler vertrauen. Wir glauben an persönliche Mentorinnen und Mentoren, die mit den Schülern einen Roten Faden entdecken. Wir glauben an die Zusammenarbeit in lebendigen Netzwerken. Das beginnt in der Schule und ist ein PROZESS. Oft dauert dieser Prozess viele Jahre lang. Herr Esser, Leiter des BIBB, steht seit 20 Jahre mitten im Thema der Berufsbildung. Und es hat ihn scheinbar nicht betriebsblind gemacht. Das zeigt mir seine Äußerung anläßlich der Fachtagung vom BIBB und der Robert Bosch Stiftung zum Übergang Schule – Beruf. Dort sagte er: “Ein nachhaltiges Übergangsmanagement kann sich nur dann vor Ort etablieren, wenn vor allem Eltern, Schulen, Wirtschaft und Arbeitsagenturen als regionales Bildungsnetzwerk zusammenarbeiten.”

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Grenzen waren dazu da, sie zu überwinden. Bitte hör’ nicht auf zu träumen. Big plans make big things happen. 22 Jahre “Ö”

22
Feb 2011

“Grenzen waren nur dazu da, sie zu überwinden.”, schrieb Andrea Hacke in der BRIGITTE 01/2009 über Jessica Schwarz. Darin berichtet sie auch dies über Jessica Schwarz: “Sollte sie eine betrunkene Frau spielen, leerte sie zuvor eine Flasche Martini. Und wenn sie einen Selbstmord zeigen sollte, … ließ sie sich rückwärts vom Balkon fallen – bei starkem Wind aus dem 19. Stock, hinunter auf eine Stunt- Matratze, zwei Stockwerke tiefer.” In ihrem aktuelle Film “Das Lied in mir“, brilliert Jessica Schwarz zusammen mit Michael Gwisdek und einigen Argentinischen Schauspielern. Maria, die Jessica Schwarz spielt, kommt aus heiterem Himmel an einen für sie unbekannten Ort – in Buenos Aires und in sich selbst.

Das Überwinden von Grenzen führt Menschen an einen “Ort, wo vor dir keiner war“, singt Silbermond in “Das Ende vom Kreis“, ein extrem schöner, berührender Song zum Durchhalten. Das Durchhalten beinhaltet immer beide Möglichkeiten, gewinnen und scheitern zu können. Vorher weiß man das nie. Gestern auf twitter gelesen: “Wenn du nicht bis an den Punkt gelangst, wo du scheiterst, weißt du ja nie, wie weit du gehen kannst.”, sagte Martina Navrátilová, eine der besten Profi-Tennisspielerinnen. “Wir sind die Gewinner. Wir kennen keine Limits. Ab Heute – für immer”, singen Revolverhelden in “Spinner”. Und Xavier Naidoo bittet uns: “Bitte hör’ nicht auf zu träumen von einer besseren Welt… Bau sie auf, wie sie dir gefällt.”

“Make big plans …that’s the best way to make big things happen.”, schrieb Seth Godin vor einer Woche in seinem Blog. Im Video “Durchstarten in 2011 und im Leben” sagt Christian Bischoff über unser Leben in Deutschland: “Sie leben im Paradies der Chancen und Möglichkeiten.” Sein Buch „Willenskraft“ finde ich sehr lesenwert. Ein Schlüsselsatz darin: “Es geht im Leben nicht darum, Probleme zu lösen, sondern persönlich zu wachsen.”

Zum Wachsen gehören viele kleine Schritte, Lernen durch Erfolge und durch Misserfolge. Herbert Grönemeyers “…Alben waren kommerziell so erfolglos, dass die Intercord Ton GmbH nach dem im Jahr 1983 veröffentlichten Album ‘Gemischte Gefühle’ den Vertrag kündigte.” Ein Jahr später kam mit “Bochum” der Erfolg, trotz gravierenden Mißerfolgs hatte Grönemeyer weiter Musik veröffentlicht. Wie lange geht man weiter? “Wenn es nicht klappt, dann sollte man sich das eingestehen und etwas anderes machen.”, schrieb ein deutscher Freud aus Korea wider die Hartnäckigkeit. Grönemeyers Hartnäckigkeit brachte ihm nach “Bochum” auch die Platte “Ö”, sie war 22 Jahre lang die erfolgreichste Platte mit der längsten Zeit auf Platz 1 der Album-Charts. Und er macht immer weiter, gerade mit neuem Video feat. August Diehl: “Ich will mehr Schiffsverkehr… Endlich freie Sicht.”

Es ist immer eine persönliche Entscheidung, wer wie weit gehen will. Es gibt kein Patentrezept. Man kann sich verrennen und verlieren, oder das richtige Maß an Hartnäckigkeit in sich spüren und die imaginären Grenzen überwinden. Jeder Mensch geht so weit, wie er will und kann. Ich hatte das Glück, die Berliner Mauer sehr real zu erleben und zu überwinden. Nicht von Ost nach West, sondern von West-Berlin nach Ost-Berlin. Von 1985 bis 1989 wurde die Party- und Freundes-Gruppe immer größer – aus Ost-Berlin, West-Berlin, Paris und den USA. Howard aus Ost-Berlin hatte mich gefragt: “Komm uns doch mal besuchen”, und ich hatte “Ja” gesagt. “Regelbruch als Strategie. Solange gegen die Wand laufen, bis die Wand umfällt.”, meint Strategietrainer Sven Gábor Jánszky. Und Stefan Raab sagt: “‘Es gibt nur eine Sünde: Feigheit.’ Genau das ist das Problem der meisten Leute: Sie haben Schiss in der Buchse.”

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Raab: “Das ist Entertainment, nichts mehr. Schicksale in anderen Shows. Nur eine Sünde: Feigheit” Mai: “Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern”

20
Feb 2011

Im Blog schreibt Jochen Mai heute: “Jetzt erst recht! – Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern.” Er erzählt über die Entstehung des Filmklassikers Citizen Kane 1941. Orson Welles konnte zunächst nur ein kleines Budet erbetteln und setzte mit viel Improvisation immerhin das erste Drittel des Films um. Mit diesen Bildern überzeugte der Regisseur neue Geldgeber, vollendete den Film und feierte einen seiner größten Erfolge. Jochen Mai zieht daraus vier Erfolgsfaktoren: 1. Er gab nicht auf, weil er 2. glaubte, dass nichts unmöglich ist. 3. Sein Ziel vor Augen ließ ihn 4. kreativ improvisieren!

Howard Victor Carpendale startete mit erfolglosen Versuchen in Südafrika als Beat-Sänger und Elvis-Imitator. Herbert Grönemeyers Musiker-Karriere startete so: “Die … Alben waren kommerziell so erfolglos, dass die Intercord Ton GmbH nach dem im Jahr 1983 veröffentlichten Album ‘Gemischte Gefühle’ den Vertrag kündigte.” 1984 kam mit “Bochum” der Erfolg, und Grönemeyers “Ö” war 22 Jahre lang Spitzenreiter des erfolgreichsten deutschen Albums mit 14 Wochen auf Platz 1 der Album-Charts. Erst 2010 löste ihn die Band Unheilig mit “Grosse Freiheit” ab. Die Band und ihr Frontman der Graf machen seit 2000 zusammen Musik, das sind 10 Jahre bis zum bundesweiten Durchbruch. Auch bei Carpendale, Grönemeyer und Unheilig gelten die oben genannten vier Erfolgsfaktoren, allen voran: Sie gaben nicht auf.

Einen anderen Rekord hat Lena Meyer-Landrut in der letzten Woche aufgestellt, in Stefan Raabs Worten: “Lena ist die erste Casting-Künstlerin, die es geschafft hat, mit einem zweiten Album in Folge auf Nummer eins der Charts zu landen. Das hat es vorher noch nicht gegeben.”, so ihr Mentor in einem lesenwerten Interview in der Süddeutschen Zeitung. Ein Kommentar zu diesem Interview: “herr raab – ich finde ihre shows furchtbar, ihre moderationen schlecht, aber was sie tun und sagen ist klug, fair und ehrlich! ich bin sehr angetan – mein liebster artikel in der SZ ever!” Während die Medien flächendeckend am zweiten Anlauf von Lena rummäkeln, hat die zweite CD auf Anhieb kommerziellen Erfolg. “Petsta” schreibt auf Amazon dazu: “Deutschland, du hast ein Luxusproblem! Die meisten Künstler heutzutage wären wohl glücklich, wenn sie Songs wie… auf ihrem Album präsentieren könnten. Fazit: Sehr positiv überrascht…”

Raab weiter in der SZ: “…, bei anderen Casting-Shows meckern, dass dort eine Casting-Leiche nach der anderen produziert wird. Was wir gemacht haben: Wir haben eine Super-Künstlerin gefunden, und wir geben ihr die Chance, sich als Künstlerin zu etablieren. Wenn Sie mittlerweile so desensibilisiert sind, dass Sie jeden Tag ein menschliches Schicksal sehen wollen, dann müssen Sie die anderen Shows gucken.” Hinterher ist man immer klüger. Am 14 Mai 2011 werden es alle schon immer gewußt haben, so oder so. Denselben Kommentar schreibt “detlev Motz”: “Ist doch völlig egal wie langweilig die Show war – wenn sie gewinnt jubeln wieder alle und haben es gewusst. Wenn sie verliert haben es alle gewusst. Scheinheilige Medienwelt.”

Gewinnt “Taken by a stranger” den ESC, kann Lena den 1. Platz verteidigen? Deutschland lag 2009 auf dem vorletzten Platz, 2008 auf dem vorvorletzten Platz, 2007 den 19. Platz. Sollte man vor dem Hintergrund Raab und Lena nicht einfach eine zweite Chance gönnen und die Zeit bis zum ESC in Düsseldorf geben, den Triumph von 2010 zu wiederholen? Jochen Mais Zitat passt hier hervorragend: “Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern.” Ich finde Lena & Raab mutig. Es kann klappen oder nicht. Ich finde, Raab trifft in der SZ weitere drei Nägel auf den Kopf:

  1. “‘Es gibt nur eine Sünde: Feigheit.’ Genau das ist das Problem der meisten Leute: Sie haben Schiss in der Buchse.”
  2. Für mich bestand die Aufgabe in gewisser Weise darin, Verantwortung zu übernehmen für eine Künstlerin.”
  3. “Ich verrate Ihnen, was das alles ist: Das ist nur Unterhaltung. Das ist Entertainment und nichts mehr.”
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Visionäre Gründer: Reid Hoffman 2002 mit LinkedIn. Lars Hinrichs 2003 mit XING. Facebook wächst 2011 auch als Businessnetzwerk

15
Feb 2011

Heute stelle ich die beeindruckenden Gründer der Business Netzwerke “XING” und “LinkedIn” vor sowie den unerwarteten Konkurrenten “Branchout”. “Kaum jemand im Silicon Valley ist so visionär wie Linkedin-Gründer Reid Hoffman – und kaum jemand tut so viel dafür, dass aus hochfliegenden Plänen Realität wird.”, beschreibt Thorsten Schröder Anfang 2011 Reid Hoffman in der SerieKopf des Tagesin der FTD. Fast Company setzte Reid Hoffman 2010 auf Platz 17 der kreativsten Menschen. In der Begründung zitiert das US-Wirtschaftsmagazin Reid Hoffman: “The good relationships and alliances you create define your mutual ability to be effective. People need to run their careers like real businesses.” Sein Business mit “Career-runners” ist das weltweit größte Business Network und strebt nun an die Börse. LinkedIn bereitet seinen IPO ( (Initial Public Offering) vor. LinkedIn hat seine Mitgliederzahlen in 2 Jahren fast verdreifacht auf 90 Millionen registrierte Nutzer.

Das größte deutsche Business-Netzwerk XING hat 2010 10 Millionen Nutzer überschritten, davon kommen 4,2 Millionen aus dem deutschsprachigen Heimatmarkt. Ich bin gegeisterter XING-Fan. Für mich ist XING mit Abstand das wichtigste Netzwerk für neue, berufliche Kontakte. XING wird permanent weiter entwickelt. Vor 4 Tagen startete die Hamburger XING AG eine Kooperation mit der kununu GmbH. 2003 startete XING unter dem Namen OpenBC (Open Business Club) und wurde von Lars Hinrichs gegründet. Im Dialog mit Prof. Dr. Günter Faltin berichtete Lars Hinrichs 2007 eindrücklich über die Anfänge von OpenBC. Darin macht er allen passionierten Gründern Mut – frei zitiert: “Wenn man Lust hat, was Neues zu machen, dann kommen die Möglichkeiten zu einem.” Mitte 2010 hat er „HackFwd“ neu gegründet, und zur Gründung kritisierte er Business Angels und VCs: „In ganz Europa gibt es vielleicht fünf wirklich gute Business Angels.” By the way: Einen der Business Angel und Seed-Investoren von YOUNECT haben wir 2007 über XING gefunden.

LinkedIn gründete Hoffman 2002. 2008 wird er damit in der Top Ten der wertvollsten Startups gelistet. Im Februar und März 2009 wuchs das Netzwerk innerhalb von 17 Tagen weltweit um über eine Million neue Mitglieder. Im Mittelpunkt steht der Lebenslauf. Es geht nicht um Spaß, es geht ums Geschäft. Im Interview mit Junge Karriere sagt Reid Hoffman Anfang 2009, dass sein erstes Netzwerk “Socialnet” beim Dating gut funktioniert hat, aber nicht auf der beruflichen Ebene: “Hier fehlte die Vertrauensbasis. Das hat mich dann auch auf die Idee von Linked-In gebracht.” Hoffman wird in diesem Interview zitiert: “Wenn dir die erste Version deines Produktes nicht peinlich ist, hast du es zu spät an den Start gebracht.” Wie sah wohl die erste Version von Zalando aus? Vor drei Jahren gestartet, legte Zalando 2010 über 2080 Prozent zu, genau 2081,8 Prozent. Hinter Amazon, Otto, Neckermann und Tchibo ist Zalando schon die Nummer 5 der deutschen Onlineshops.

Nichts bleibt wie es ist – auch nicht für XING und LinkedIn, die ZEIT stellte letzte Woche fest: “Viele nutzen Facebook auch als Businessnetzwerk. Als Freunde-Plattform vermarktet sich Facebook, während etwa Xing oder LinkedIn sich als Businessnetzwerke verstehen. Diese Trennung verwischt aber zunehmend.” Die Zahl der deutschen Facebook-Nutzer ist auf 14,2 Millionen gewachsen. Dazu auch das gestrige Chart des Tages von netzwertig: “64,4 Prozent der befragten Facebook-Nutzer besuchen Facebook mindestens einmal pro Woche. Der Abstand zu Xing, wer-kennt-wen.de, meinVZ, studiVZ und MySpace ist enorm, und allein Xing konnte den Anteil regelmäßiger Mitglieder in der jüngsten Zeit erhöhen.” Auf der diesjährigen DLD-Konferenz in München hörte ich zum ersten Mal von Branchout, das Chip Online am 28. Januar so kommentierte: “Wie mächtig inzwischen Facebook als Plattform geworden ist, lässt sich am besten am Beispiel von Branchout erkennen. Denn Branchout mausert sich inzwischen zu einer ernst zu nehmender Konkurrenz für Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin. Branchout ist das größte Karrierenetzwerk innerhalb von Facebook. Es erlaubt Facebook-Nutzern, sich über ihre Verbindungen beruflich zu vernetzen, Jobs zu finden und Kunden zu generieren. Außerdem betreibt das Startup die größte Stellenbörse innerhalb von Facebook, mit 3 Millionen Jobangeboten und 15.000 Angeboten für Lehrstellen und Praktika.Felix Hinkeldey bezeichnete Branchout bereits im Juli 2010 als “eine Art Linkedin in persönlichem statt professionellem Umfeld; wobei Linkedin nur etwa ein Siebtel der Userzahlen von Facebook erreicht.”

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