“Hört auf zu arbeiten” ist das neue Buch von Anja Förster und Peter Kreuz. Peter Kreuz war vor einem Jahr Top-Redner bei der YOUNECT-Fachtagung. Im letzten Buch “Nur Tote bleiben liegen” haben die beiden Inspiratoren über Kreativität, Durchhaltevermögen, Fleiß, Misserfolge und Fehlschläge geschrieben. Das neue Buch unterscheidet sich von den anderen Förster & Kreuz-Bestsellern. Es geht um die Leitfrage, warum wir arbeiten, wie wir arbeiten. In „Hört auf…“ geht es um die historische und persönliche Einordnung, welche Arbeit wir selbst wollen. Jede Form der Arbeit hat eine gesellschaftliche und persönliche Herkunft. Alle Arten zu arbeiten und zu leben, werden von den Autoren gewürdigt. Das Buch ist kein Ratgeber “so geht’s”. Aus persönlichen Entscheidungen der Leser halten sich die Autoren heraus. Weiterlesen
Artikel für: Tipps von Profis
Gastbeitrag von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung junger Erwachsener – Was sind die Einflussfaktoren?”
Philipp Fröhling und Toni Krämer haben bereits mehrfach in unserem Blog geschrieben z.B. “Berufsorientierung – Was ist das?” und “Berufswahl als Matching-Prozess”.
Berufsorientierung – Was ist darunter eigentlich zu verstehen? Eine mögliche Definition ist die Beschäftigung des Betroffenen mit den vorhandenen Möglichkeiten einer Vorbereitung auf den künftigen Beruf. Die Berufsorientierung stellt somit einen Prozess dar, der zur Berufswahl hinführt. Dabei beinhaltet er die Suche nach relevanten Informationen und Entscheidungshilfen sowie die Reflexion über eigene Wertvorstellungen und Anliegen. Neben diesen aktiven Aspekten aus Sicht des jungen Erwachsenen soll es in diesem Artikel mehr um passive bzw. externe Aspekte gehen. Bei der Betrachtung von Einflussfaktoren auf die Berufswahl junger Erwachsener empfiehlt sich zunächst deren Einteilung in endogene und exogene Faktoren. Die inneren (endogenen) Aspekte sind z.B. physische Voraussetzungen (Alter, Geschlecht), Eignung im Sinne von Leistungsfähigkeit und die Interessenlage des Einzelnen. Die exogenen Faktoren lassen sich unter den bereits angesprochenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenfassen. Einerseits fällt der soziale Einfluss von Familie, Schule und Peer-Groups in diesen Bereich, aber auch ökonomische Aspekte wie die Arbeitsmarktlage. Weiterlesen
Gastartikel von Michael Thode – Qualitätsorientierte Personalauswahl und Personalentwicklung im Dienstleistungssektor
Im Dienstleistungsbereich und bei Personal mit häufigem und direkten Kontakt zu Kunden sind bestimmte Auswahlkriterien und eine besonderer Entwicklung der Mitarbeiter wichtig, da diese Mitarbeiter direkt auf die subjektive Kundenzufriedenheit Einfluss haben und somit über den Geschäftserfolg oder -mißerfolg.
Personalauswahl
Schon am Anfang eines möglichen Arbeitsverhältnisses sollten bei der Personalauswahl neben den fachlich bedingten Fähigkeiten (die das zukünftige Arbeitsgebiet des möglichen Mitarbeiters erfordert) auch soziale Komponenten (zum Beispiel Kontaktfreude und Servicebereitschaft) eine gravierende Rolle bei der Auswahl des Mitarbeiters sein. Eine Person mit keiner oder sehr wenig Servicebereitschaft wird in seiner Tätigkeit als Dienstleister für Kunden oder in direktem Kundenkontakt keine Befriedigung bei seiner Tätigkeit verspüren. Dies wirkt sich direkt auf den Kunden, sein subjektives Qualitätsempfinden und seine Zufriedenheit aus. Benötigte fachliche Befähigungen können über Maßnahmen in der Personalentwicklung gravierend verbessert werden. Die sozialen Komponenten als Persönlichkeitsmerkmale lassen sich nur sehr gering über Entwicklung und Schulung verändern. Das ist vergleichbar mit der Qualität eines Produktes, genauso wie man in ein fertiges Produkt keine Qualität „hineinprüfen“ kann, kann ich aus einem unfreundlichen und nicht serviceorientiertem Mitarbeiter über keine Schulung ein Glanzlicht in Kommunikation und Kundenorientierung machen.
Diese sozialen Komponenten sollten dabei schon im Einstellungsverfahren gravierenden Einfluss haben. Überprüfen lässt sich dies zum Beispiel mit Rollenspielen (nachgestellte reale Situation mit Kundenkontakt und Kundenwünschen). Das Motto der amerikanischen Warenhauskette Nordstrom „hires the smile, trains the skills“ kommt nicht von ungefähr.
Personalentwicklung
Neben der Schulung von Fachkompetenzen sind aber auch psychologische und soziale Kompetenzen ein wichtiger weiterer Baustein in der Personalentwicklung.
Im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen lassen sich zum Beispiel Informationen über die Selbstwahrnehmung finden, außerdem können zum Beispiel auch Kollegen über ihre Wahrnehmung von anderen Mitarbeitern (natürlich anonym und nach strengsten Datenschutzrichtlinien) befragt werden. Als besonders effektiv haben sich meiner Meinung nach sogenannte „360 Grad Bewertungen“ erwiesen. Dabei wird der Mitarbeiter selbst, seine Kollegen, Vorgesetzte, Untergebene und Kunden befragt. Die daraus gewonnenen Resultate fließen zusammen und ergeben in der Regel ein sehr komplettes Bild. Wichtig dabei ist, dass solche Instrumentarien regelmäßig und angemessen in ihrer Häufigkeit stattfinden. Bei einem Mitarbeiter der sehr selten Kontakt mit Kunden hat, sollte dies deutlich seltener passieren, als bei einem Mitarbeiter an Kundenhotline, der jeden Tag dutzende Kunden am Telefon hat.
Für eine effektive Personalentwicklung bieten sich dann Rollenspiele an, in der Situationen nachgespielt werden und es sofort ein Feedback im Anschluss an dieses Rollenspiel gibt. Unter Umständen kann man dieses Nachspielen von Alltagssituationen auch mit einer Videokamera aufzeichnen, so dass der Mitarbeiter selber auch die Möglichkeit hat, sich mal in Aktion zu sehen. Dabei allerdings ist zu beachten, dass dies nur in kleineren Gruppen passiert und der Mitarbeiter nicht das Gefühl hat, dass er vor den anderen vorgeführt wird.
Ebenso sollte sich eine qualitätsorientierte Personalentwicklung auch situationsbedingt ändern und auf geänderte Gegebenheiten eingehen. Wenn zum Beispiel ein neues Computerprogramm eingeführt wird, sollte es angemessene Schulungen dazu geben. Ein mit seinem Computersystem überforderter und unzufriedener Mitarbeiter wird dies auch auf seinen Kontakt zum Kunden projizieren. Ebenso sollten Veränderungen in der Mitarbeiterstruktur eventuell Anlass zu einer Maßnahme der Personalentwicklung sein. Ein Mitarbeiter, der in eine neue Stellung mit plötzlicher Personalverantwortung gesetzt wird, der benötigt unter Umständen dringend eine Maßnahme zur Steigerung seiner sozialen Kompetenz. Denn breitet sich unter dem von ihm geleiteten Personal erst mal Unzufriedenheit aus, so spiegelt sich auch dies relativ schnell auf die Kundenkontakte der Mitarbeiter aus.
Fazit
Als Fazit kann man zusammenfassen, das zu einer qualitätsorientierten Personalauswahl mehr gehört, als das pure Abfragen von Fähigkeiten.
Ebenso ist bei einer qualitätsorientierten Personalentwicklung sehr viel Fingerspitzengefühl, Feinfühligkeit und selbstverständlich Objektivität nötig.
Gerade im Bereich der Dienstleistungserbringung hat das Personal entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Produktes (in diesem Fall das Ergebnis der Dienstleistungserbringung), damit auf die Qualitätswahrnehmung des Kunden und somit auch direkt auf den Unternehmenserfolg.
GASTARTIKEL – ÜBER DEN AUTOR
Diesen Gastartikel schrieb Michael Thode, er ist Inhaber der Lösungsfabrik Bodensee.
Als Berater für Qualitätsmanagement und ISO 9001 unterstützt er kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und der Zertifizierung nach ISO 9001. Im Qualitätsmanagement nehmen die Schulung von Mitarbeitern und die Verantwortlichkeiten / Befugnisse eine große Rolle ein.
Gastartikel von Sabine Wagner – Digitale Selbstdarstellung für den Job
Das Berufsleben ist für die Deutschen eine Weiterführung ihrer persönlichen Vorlieben und Interessen. Für die berufliche Selbstverwirklichung sind weniger als neun Minuten täglich nötig, wie eine Studie ergab.
Wesentliche Bestandteile, um in einem Großteil der Berufe voranzukommen, sind Fortbildungen, gekonntes Einsetzen von Fachwissen und der Aufbau eines Netzwerkes. Die digitale Technik stellt dafür heute beispielsweise Online-Plattformen zur Verfügung, die genau das einfach und mit einem geringen Zeitaufwand ermöglichen. Die meisten Arbeitnehmer gehen dennoch vom Gegenteil aus, wie nun eine Studie von LinkedIn ans Licht brachte. Mit mehr als 161 Millionen Mitgliedern ist LinkedIn das weltweit größte Businessnetzwerk.
Knapp über zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte in Deutschland sind laut der Umfrage der Meinung, sie müssten pro Tag zwischen einer halben und einer ganzen Stunde in ihr berufliches Fortkommen investieren. Gleichzeitig kam die Sichtweise der Deutschen auf ihren Beruf heraus: Für sie ist die Karriere eine Erweiterung der persönlichen Interessen. Zugleich möchten sie sich in ihrem Beruf selbst verwirklichen. Im Auftrag von LinkedIn wurden vom Marktforschungsunternehmen IPSOS Mori für die Umfrage über 3.200 Fach- und Führungskräfte befragt, davon 400 aus Deutschland.
Neun Minuten täglich reichen für die Gestaltung des Arbeitslebens
Laut Alexander Zipp, dem LinkedIn Marketing Manager für die DACH-Region, sei die Arbeitseinstellung der Deutschen einzigartig. Priorität habe nicht das Vorantreiben der Karriere um ihrer selbst willen, es gehe den Arbeitnehmern stattdessen hauptsächlich darum, in jedem Lebensbereich die eigenen Vorlieben und Interessen zu verfolgen. Die Umfrage ist eine Bestätigung dafür, dass zum Gestalten des Arbeitslebens nach eigenen Vorstellungen deutlich weniger als 30 Minuten benötigt werden: Neun Minuten täglich, mehr müssten es nicht sein.
Deutsche Arbeitnehmer besitzen eine genaue Vorstellung über die Gestaltung ihres Berufslebens. Die möglichst effektive Erledigung von Aufgaben steht für 76 Prozent der Befragten an oberster Stelle, gefolgt vom Aneignen von Expertenwissen mit 45 Prozent Platz Zwei. Erst auf dem dritten beziehungsweise vierten Platz finden sich die Netzwerke wieder. Dabei kommt das „Persönliche Netzwerken mit Kollegen“ mit 31 Prozent vor dem „Netzwerken mit fremden Personen aus derselben Branche“, welches 25 Prozent erreicht. Für die Studienteilnehmer ist Netzwerken in einigen Branchen von besonderer Relevanz. Nach ihrer Meinung haben Angestellte in PR und Marketing (29 Prozent), in der Politik (26 Prozent) sowie an der Börse und in Banken (17 Prozent) vor allem Vorteile von einem guten Netzwerk.
Des Weiteren offenbart die Studie, dass die Deutschen auf der einen Seite an der Vertiefung ihres Branchenwissens überaus interessiert sind, andererseits spielt aber auch das Miteinander mit Kollegen und Kunden eine große Rolle.
Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen belegt die Untersuchung ebenfalls: So geht die Hälfte der Befragten davon aus, dass Männer mehr Zeit für die Förderung ihres Werdegangs aufbringen, gerade einmal 20 Prozent sehen dies bei Frauen so. Etwa ein Drittel (30 Prozent) spricht sich für einen gleichen Aufwand bei beiden Geschlechtern aus.
Tipps zum Vorankommen im Beruf
Mit nur wenigen Schritten kann jeder etwas für seine Karriere tun und das in lediglich neun Minuten pro Tag. Der Aufbau und die Pflege von Beziehungen auch über Netzwerke sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Die aufgebauten Verbindungen werden etwa durch Glückwünsche oder Empfehlungen gepflegt, schließlich freut sich jeder über ein positives Feedback und mag es, bemerkt zu werden.
Die erfolgreiche Selbstdarstellung ist dabei mithilfe digitaler Karrierenetzwerke deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. In einem LinkedIn–Profil beispielsweise kommen Erfolge und Zertifikate gut zur Geltung. Der professionelle Onlineauftritt wird durch ein aktuelles Foto und einen aktuellen CV abgerundet. Zudem kann sich durch Veröffentlichung von Artikeln, dem Führen eines eigenen Blogs, Aktivitäten in diversen Gruppen, öffentliche Reden sowie Bücherempfehlungen als Vordenker positioniert und die eigene Sichtbarkeit erhöht werden. Weiterhin lassen sich Informationen ebenfalls mobil sammeln. Trifft man bei einem Geschäftstreffen auf unbekannte Personen, kann man sich via Tablets und Smartphones vor Ort über seine Gesprächspartner informieren.
Vielen Dank an Sabine Wagner für diesen Input zu erfolgreicher digitaler Selbstdarstellung.

