Umsatzeinbußen in Höhe von 30 Milliarden Euro durch Fachkräftemangel. Viele haben noch keinen Plan

23
Aug 2011

Umsatzeinbußen in Höhe von 30 Milliarden Euro durch Fachkräftemangel. Die Zahl der potentiellen Erwerbspersonen wird in Deutschland bis 2025 um 6,5 Millionen sinken, bis 2050 vielleicht sogar um 12 Millionen. Der Studie “Mittelstandsbarometer 2011” liegt eine Umfrage unter 3.000 mittelständischen Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern zugrunde, die im Dezember 2010 durchgeführt wurde.

Der Leiter der Studie sagt dazu: “Der aktuelle Mangel an Fachkräften ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was wir in zehn Jahren erleben werden. Und viele haben noch keinen Plan, wie sie dem Problem begegnen könnten”, kommentiert Peter Englisch, Leiter Mittelstand und Partner bei Ernst & Young.

“Mit gut abgestimmten Strategien aller beteiligten Akteure und durch eine gute Zusammenarbeit in Netzwerken kann es gelingen, einem Mangel entgegenzutreten.”, sagt Raimund Becker, BA-Vorstandsmitglied.

Was tun Sie? In welchen Netzwerken gehen Sie neue Wege? Sind Sie noch im “Altland” und glauben, alles bleibt, wie es ist. Oder haben Sie einen Plan fürs “Neuland”?

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Noch eine Energiewende? Übergang Schule-Beruf vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten

31
Mai 2011

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bäcker und Professor, ist neuer Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Zuvor leitete der Rheinländer sieben Jahre lang die Abteilung “Berufliche Bildung” beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin und war vor dem ZDH 13 Jahre lang beim Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln tätig.

Herr Esser steht seit 20 Jahre mitten im Thema der Berufsbildung. Und es hat ihn scheinbar nicht betriebsblind gemacht. Das zeigt mir seine Äußerung anläßlich der Fachtagung von BIBB und Robert Bosch Stiftung zum Übergang Schule – Beruf. Dort sagte er: “Ein nachhaltiges Übergangsmanagement kann sich nur dann vor Ort etablieren, wenn vor allem Eltern, Schulen, Wirtschaft und Arbeitsagenturen als regionales Bildungsnetzwerk zusammenarbeiten.”

Heiner Kamp, Berichterstatter für Fragen der beruflichen Qualifizierung der FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag, forderte in einer Pressemitteilung vom 03. Februar 2011: “Der Übergang von Schule zu Beruf muss verbessert werden.” Schon zum Wahlkampf im September 2009 schrieb sein Parteifreund Dr. Geisen im YOUNECT-Blog: “Damit es aufgrund der Heterogenität der Angebote nicht zu einer Überforderung der Jugendlichen kommt, wäre es sinnvoll, die Angebotspalette nach Zielsetzung zu systematisieren und für junge Menschen handhabbar aufzubereiten.”

Hoffen wir, dass den vielen Worten noch mehr gemeinsame Taten folgen.

YOUNECT bindet in Hannover, Hildesheim, Braunschweig und Magdeburg bereits Jugendleiter, Schülervertreter und Lehrer in den Übergang Schule-Beruf ein. Schüler können für die sieben Ausbildungsberufe der NORD/LB persönlich empfohlen werden. Mit dem NORDPOOL ist die NORD/LB Vorreiter. Zukünftig könnte jede Stadt, jeder Landkreis, Branchenverband und Innovationscluster regional die Menschen einbinden, die die Schüler am besten kennen und von persönlichen Empfehlungen profitieren. Warum verschenken wir diese wertvolle Ressource, ein Knowhow und Vertrauensverhältnis, das oft über Jahre gewachsen ist. Wie wäre eine Energiewende im Bewerbungsverfahren? YOUNECT steht für weniger Energie-Verschwendung im Übergang Schule-Beruf und im Bewerbungsverfahren insgesamt! Mit der ersten guten Bewerbung kann jeder Bewerber in regionale Bewerberpools eingeladen und empfholen werden.

Könnten Absagen eine große Verschwendung sein? Mit nur drei Empfehlungen pro Jahr pro Mitglied kann ein Netzwerk mit 170 Mitgliedern bis 2030 über 10.000 Fachkräfte in der Branche/Region halten. Rapides Minus von 3,6 Millionen Menschen in den nächsten 15 Jahren. Eine Revolution, die auf leisen Sohlen kommt und Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend verändern wird. Ich hoffe auch zum Guten, dass alle Beteiligten vor Ort besser zusammen arbeiten. Als Energiewende wird die Realisierung einer nachhaltigen Energieerzeugung bezeichnet. Packen wir die Energiewende vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten an.

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Heiner Kamp fordert Verbesserung und lobt Bildungsketten. Forscher kritisieren nicht effektive Förderprogramme für Jugendliche

13
Feb 2011

Heiner Kamp, der Berichterstatter für Fragen der beruflichen Qualifizierung der FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag, forderte in einer Pressemitteilung vom 03. Februar 2011: “Der Übergang von Schule zu Beruf muss verbessert werden.” Schon zum Wahlkampf im September 2009 schrieb sein Parteifreund Dr. Geisen im YOUNECT-Blog: “Damit es aufgrund der Heterogenität der Angebote nicht zu einer Überforderung der Jugendlichen kommt, wäre es sinnvoll, die Angebotspalette nach Zielsetzung zu systematisieren und für junge Menschen handhabbar aufzubereiten.” Acht Monate später am 20. Mai 2010 in der 43. Sitzung des Deutschen Bundestags sagte Heiner Kamp dazu: “Hier setzen wir als Koalition mit den Bildungsketten neue Maßstäbe. Dazu gehören unter anderem eine Potenzialanalyse ab Klasse 7 und eine verbesserte Berufsorientierung ab Klasse 8. Junge Menschen sollen sich frühzeitig über ihre Begabungen klar werden; denn nur wer einen Beruf ergreift, für den er begabt ist, wird gut durch die Ausbildung kommen und den Beruf mit Freude und Begeisterung ein Leben lang ausüben können.”

Anfang 2011 haben Forscher in unterschiedlichen Studien die mangelhafte Wirksamkeit von Förderprogramme für Jugendliche kritisiert. Eine Studie zeigt auf, dass NRW 2009 rund 440 Millionen Euro an Fördermitteln ausgegeben hat. Laut Institut für Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen haben von den 150.000 jugendlichen Teilnehmern in 120 Programmen und Maßnahmen ein Drittel weiterhin keinen Ausbildungsplatz. D.h. 50.000 Jugendliche blieben “hängen, aber keiner weiß, warum“, kritisierten die Forscher. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer sagte, Warteschleifen seien für alle Beteiligten keine Lösung des Problems.

Der Berliner Tagesspiegel zitiert heute eine Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) und der Bertelsmann Stiftung. Bundesweit wurden 500 Bildungsexperten befragt. Ergebnis: Viele Angebote zur Berufsbildung von Jugendlichen sind nicht effektiv und daher reformbedürftig. Fast 90 Prozent der befragten Fachleute beklagten, dass der Einsatz von Geld und Personal oft uneffektiv sei, und mehr als drei Viertel kritisierten, dass die zahlreichen Maßnahmen und Bildungsgänge kaum noch zu überblicken seien. Das oben zitierte Szenario von Dr. Geisen “damit es aufgrund der Heterogenität der Angebote nicht zu einer Überforderung der Jugendlichen kommt”, ist also bereits eingetroffen. Im August 2010 hatte ich einen Artikel geschrieben, der großenteils aus einer sinnentleerten Liste mit fast 600 Links zu Angeboten der Berufsorientierung bestand. Und natürlich gibt es Tausende weitere Links von Websites zur Berufswahl.

Das Parlament Ausgabe 44/2010 schreibt dazu: “…Wertschöpfungsverluste der deutschen Wirtschaft aufgrund fehlender Fachkräfte. Für 2009 beziffert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln diese Verluste auf 14,4 Milliarden Euro. Und zitiert Heiner Kamp: ‘Mangel an Auszubildenden. Darum müsse man die Berufsorientierung der Jugendlichen stärken und an ihrer Ausbildungsreife arbeiten.’” Heiner Kamp fordert in seiner Pressemmitteilung am 03.02.2011: “65.000 Jugendliche, die derzeit ohne Abschluss die Schule verlassen, sind 65.000 zu viel. Weder Wirtschaft noch Gesellschaft können es sich leisten, diese Potenziale brach liegen zu lassen. Was wir brauchen, ist eine deutliche Stärkung der Berufsorientierung in den Schulen. Dazu gehört eine engere Vernetzung der Schulen mit ihrem jeweiligen Umfeld.” Interessant finde ich seine Forderung, auch Lehrer sollten verstärkt die Möglichkeit zu Hospitationen in den Betrieben erhalten, um die betriebliche Realität besser kennen zu lernen.

Entscheidend finde ich seine Forderung nach einer engeren Vernetzung der Schulen mit ihrem jeweiligen Umfeld. Mentorenprogramme mit Schülern boomen… und das ist gut so. Die Komplizen, Ausbildungspaten Hannover, Schülercoach, Schüler im Chefsessel, Interkultureller Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten e.V., Übergangscoaches, Big Brothers Big Sisters Deutschland, Schülerpatenschaften, JOBLINGE und viele andere regionale Programme arbeiten eng mit Schulen und Betrieben zusammen. Auch der NORDPOOL von der NORD/LB und YOUNECT bindet regional Vereine und Schulen ein. Hier stehen wir noch ganz am Anfang. Deshalb schätze ich auch für die Berufswahl und die Zukunft der Bildungsketten und Förderprogramme Thomas Keups Frage als wegweisend ein: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?”

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BITKOM: Internet verdrängt Freundschaften nicht. Daten gut schützen. Googelnde Personaler als urbaner Mythos widerlegt

31
Jan 2011

Neue Studie des BITKOM unter über 700 Jugendlichen im Alter von 10- bis 18 in Deutschland. Ergebnis: “Das Internet hat für Jugendliche herausragende Bedeutung, aber es verdrängt nicht Freundschaften und Schule”, nennt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer ein wichtiges Ergebnis der Studie “Jugend 2.0″. Nach der repräsentativen Erhebung sind Freunde, Familie und gute Noten im Leben junger Leute wichtiger als das Netz. Die große Mehrheit der 10- bis 18-Jährigen verbringt mehr Zeit mit Freunden oder Hausaufgaben als im Web. “Die meisten Jugendlichen wissen das Web sinnvoll einzusetzen”, so Scheer. 98 Prozent der 10- bis 18-Jährigen nutzen das Internet. Scheer: “Fast alle Zehnjährigen bewegen sich regelmäßig im Internet. Mit 13 Jahren sind die meisten täglich online”. Die komplette Studie gibt es als PDF.

BITKOM warnt aufgrund der Studie: Jeder vierte Teenager schützt Daten in Communitys nicht ausreichend. Darunter fallen Vor- und Nachnamen, die 44 Prozent komplett nennen, der Beziehungsstatus (50 Prozent) und die E-Mail-Adresse (41 Prozent). „Solche Angaben sollten in der Regel nur Freunde und gute Bekannte sehen“, so Scheer. Der BITKOM rät insbesondere jüngeren Teenagern und deren Eltern zur Nutzung der detaillierten Einstellungen zur Privatsphäre in den Sozialen Netzwerken. Von 19 Prozent der befragten Jugendlichen können alle Netzwerk-Mitglieder und teilweise sogar alle Internetnutzer private Daten sehen.

Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Privatsphäre der Minderjährigen. Die weit verbreitete Annahme, dass Bewerber in Sozialen Netzwerken von ihren zukünftigen Arbeitgebern ausspioniert werden, ist widerlegt worden. Im Gegenteil: Personaler spähen Bewerber nur selten mithilfe von Suchmaschinen aus. Auch Soziale Netzwerke spielen bei der Bewerberauswahl einer neuen Studie zufolge kaum eine Rolle. Heiner Stahl von der Universität Erfurt ist sich sicher: “Der googelnde Personaler ist ein urbaner Mythos.” Moderne Legenden entstehen durch Behauptungen, die über neue Medien so lange weiterverbreitet werden, bis sie durch die Massenverbreitung und häufige Wiederholung eine gefühlte Wahrheit sind. Ist die Nachricht nur aufregend genug, findet sie schnell unhinterfragt Verbreitung. So auch die Nachricht, dass Mr. und Mrs. Obamas nicht auf der Gästeliste der königlichen Hochzeit in England stehen. Der Kommunikationswissenschaftler Stahl aus Erfurt meint zur urbanen Legende der Personaler, die in Sozialen Netzwerken schnüffeln: “Vielen Studien, die das behaupten, fehlt eine empirische Grundlage. Vom gläsernen Bewerber sind wir weit entfernt.” Überzeugend klingt an Heiner Stahls Klarstellung, dass vielen Personalabteilungen der Zeitaufwand für einen vorherigen Check der Bewerber im Internet zu hoch ist.

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