Aus Win-Win-Loose wird Sixpack-Win

Zwei Fliegen mit einer Klappe, Win-Win-Situation, Doppelsieg – toll! Zwei Parteien ziehen jeweils einen Nutzen aus einer Lösung, beide gewinnen, beide haben einen Vorteil.
Beispiel Berufsleben: Ein Unternehmen hat eine Stelle zu vergeben, ein passender Kandidat wird gefunden – und beide sind glücklich. Eine klassische Win-Win-Situation. Prima! Besser geht’s doch gar nicht!

Wenn man sich auf die Zweier-Perspektive beschränken möchte, geht es tatsächlich nicht besser. Aber lasst uns doch einmal weiter schauen und größer denken!
Aus einer anderen Perspektive sieht man nämlich plötzlich ziemlich viele Verlierer. Z.B. die guten Bewerber, die die Stelle nicht bekommen haben, oder das Unternehmen, das durch erteilte Absagen Imageschäden erleidet, oder die Region, die Fachkräfte verliert, weil enttäuschte, abgewiesene Bewerber wegziehen, oder KMU und Hidden Champions, die leer ausgehen, obwohl sie dringend gute Bewerber gebraucht hätten. Wir könnten die Liste noch fortführen. Wollen wir aber nicht, wir haben ja schon bewiesen, dass wir ziemlich weit gucken können.

Wir können sogar soweit gucken, dass wir eine Lösung für diese Win-Win-Loose-Situation in der Arbeitswelt gefunden haben. Bei der Erstellung eines Artikels über den Talentpool ist uns Stück für Stück aufgefallen, dass man mit einem einzigen Instrument eine Win-Win-Win-Win-Win-Win-Situation schaffen kann. Also quasi eine Sixpack-Win-Situation!
Übertrieben? Na, schauen wir mal. Durch Nutzung eines regionalen Talentpools gewinnen:

Initiator und Betreiber
Der Initiator und Betreiber eines Talentpools präsentiert sich als innovativ und vorausschauend und erfährt dadurch einen Image- und Vertrauensgewinn bei Fachkräften und Unternehmen.
Empfehlende Unternehmen
Durch die Weiterempfehlung von guten zweit- und drittplatzierten Bewerbern wird die Arbeitgebermarke gestärkt. Positive Word-of-Mouth-Effekte steigern Image und Bekanntheit des Unternehmens. Ausgeschiedene Mitarbeiter oder nicht eingestellte Bewerber sind positiv auf das Unternehmen zu sprechen und stehen so später eher wieder zur Verfügung.
Rekrutierende Unternehmen
Rekrutierende Unternehmen haben einen schnellen und einfachen Zugang zu qualifiziertem Personal. Vor allem der Mittelstand wird durch den Talentpool sichtbar und kann mit geringem Mittelaufwand gezielt rekrutieren.
Bewerber
Mit nur einer Bewerbung stellen sich Fachkräfte mehreren Unternehmen der Region gleichzeitig vor. Die Chancen, in der Lieblingsregion oder –branche einen Job zu bekommen, erhöhen sich. Bewerber lernen Unternehmen kennen, die sie sonst nicht gefunden hätten. Nicht zuletzt haben sie durch die Weiterempfehlung ein gutes Gefühl.
Bildungspartner
Für Bildungspartner wie (Hoch-)Schulen und Vereine ist der Talentpool imagefördernd, denn sie setzen sich direkt für einen guten Start ihrer Schützlinge ins Berufsleben ein, wenn sie die jungen Talente an Unternehmen der Region weiterempfehlen. Dies zieht u.U. vermehrt neue Studenten/Azubis an.
Region
Eine Region, die für ihre Vernetzung und ihren Zusammenhalt bekannt ist, verfügt über Attraktivität und eine große Anziehungskraft – denn sie wirkt authentisch, erfolgreich und innovativ. Die Abwanderung von Fachkräften kann eingeschränkt und verhindert werden.

Ein Rekrutierungsinstrument, sechs Profiteure. So einfach kann das manchmal sein. Weiter schauen und größer denken lohnt sich!

Der Arbeitgeber-Siegel Dschungel läßt uns nicht los

Zwar haben wir den Arbeitgeber-Siegel Dschungel vor 2 Monaten offiziell verlassen, dennoch finden wir bei gelegentlichen Expeditionen immer wieder neue Exponate.

Unsere Infografik zeigt die Entwicklung der Anzahl der Arbeitgeber-Siegel und der Anbieter.

Infografik Arbeitgeber-Siegel Dschungel
Der  Blick durch die Forscher-Brille zeigt: die Vielfalt ist riesig und es warten sicher viele weitere, insbesondere regionale Arbeitgeber-Siegel, auf ihre Entdeckung.
Und was passiert eigentlich, wenn man den Dschungel in Deutschland verlässt und ausländischen Boden betritt? Erste Kurz-Expeditionen zeigen, dass allein die großen Anbieter zusammen mehr als 210 verschiedene Wettbewerbe und Imageumfragen durchführen – wovon sicherlich viele mit der Vergabe eines Arbeitgeber-Siegels verbunden sind.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Arbeitgeber-Siegel-Dschungel«

  1. Der Arbeitgeber-Siegel Dschungel läßt uns nicht los (This post)
  2. Wo geht’s denn hier raus aus dem Arbeitgeber-Siegel Dschungel?
  3. Top Arbeitgeber – Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 6
  4. Top Company und Open Company – Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 5
  5. Karrierefördernde & faire Trainee-Programme – Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 4
  6. Top Arbeitgeber und Top Firmen-Image – Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 3
  7. Arbeitgeber des Jahres und Top Arbeitgeber - Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 2
  8. Arbeit Plus der Evangelischen Kirche Deutschland - Arbeitgeber-Siegel-Dschungel Teil 1
  9. Unterwegs im Arbeitgeber-Siegel-Dschungel

Was kostet Recruiting?

Sucht man bei Google nach “Rekrutierung & Kosten”, bekommt man Handbücher zur genauesten Analyse einzelner Kostenbestandteile. Wenn man bei Google nach dem Wort “Recruitingkosten” sucht, sind auf der ersten Seite immerhin 5 Beiträge zum Thema Kostensenkung.
Recruiting scheint also teuer zu sein.

Scheint?

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Warum sollte ein Bewerber überhaupt bei Ihnen arbeiten wollen?

Warum sollte ein Bewerber überhaupt bei Ihnen arbeiten wollen?
Zugegeben eine merkwürdige Frage, aber genau diese Frage stellen sich Bewerber heute. Ein Interessent überlegt heute sehr genau, für welches Unternehmen er arbeiten möchte. Der Entscheidung gehen meist folgende Fragen voraus:

Was bietet das Unternehmen mir als Mitarbeiter konkret an?
Wie sieht die Wertschätzung meiner Arbeit und meiner Person aus?
Kann ich mich bei diesem Unternehmen voll entfalten und einbringen?
Warum muss ich im Traineeship ins Ausland − ich hab doch dort studiert?
Warum sollte ich bei A und nicht bei B  − oder dem Konkurrenten C anfangen?

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