50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt – wie schon 2009. NORDPOOL setzt auf regionale Netzwerke

23
Okt 2010

Etwa 50.000 Ausbildungsplätze werden in diesem Jahr unbesetzt bleiben – wie schon 2009. Das schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). “Der demografische Effekt schlägt voll durch.” Seit 2003 sei die Zahl der Lehrstellen in Industrie und Handel um 10,7 Prozent gestiegen, die Zahl der Bewerber dagegen um 9 Prozent gesunken. Eine genaue Bilanz der Stellensituation wird am Dienstag vorgelegt.

Die Shell-Jugendstudie lässt viel Social Media Potential erahnen: 93% der Schüler sind täglich online und pflegen ihre Kontakte. Allerdings werden großteils dieselben Kontakte gepflegt wie auch offline: Freunde. Verbandseiten wie vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. sind keine Selbstläufer, sie werden gar nicht gefunden.

Martin Gaedt, Geschäftsführer von YOUNECT, erläutert im Interview mit Manuel Koelman, wie wichtig es für Unternehmen ist, regionale Netzwerke für ihre Azubisuche zu nutzen. Es geht außerdem um negative und positive Trends im HR-Recruiting – insbesondere im Bereich Azubis wie die strukturelle Herausforderung, 900.000 Schulabgänger in wenigen Monaten PASSEND zu vermitteln. Insbesondere weist Martin Gaedt in dem Interview darauf hin, regionale Netzwerke webbasiert zu unterstützen.

In Niedersachsen läuft der NORDPOOL für die NORD/LB. Dieser Online-Pool wird gefüllt mit Empfehlungen von konkreten Mentoren, Multiplikatoren, Jugendleitern, Sporttrainern, Schülervertretern aus den Schulen und Jugendorganisationen, die die Schüler direkt erleben und am meisten beeinflussen, Menschen, denen die Schüler vertrauen und zuhören. Was ein Mentor empfiehlt, hat Bedeutung. Deren Rat wird ernst genommen. Schüler werden so über persönliche Empfehlung auf die Ausbildungen aufmerksam. Dadurch erhöht sich die Chance auf einen PASSEND besetzten Ausbildungsplatz.

Einen anderen Weg geht der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. mit PERSONECT. Die EMPFEHLUNG geht hier von Unternehmen aus: Statt Absagen werden gute Bewerber intern weiter empfohlen unter den Mitgliedern  – natürlich datenschutzrechtlich korrekt. Bisher bekommt ein guter Bewerber, der aus Kapazitätsgründen nicht eingestellt wird, eine Absage und geht im schlimmsten Fall der ganzen Branche verloren. Der VME sieht dort seine Service-Aufgabe gegenüber seinen Mitgliedern, die nun intern gute Bewerber an die anderen 149 Unternehmen weiter empfehlen können.

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Berufseinsteiger binden – Azubis als Botschafter Ihres Unternehmens

28
Sep 2009

Dieser Artikel wurde auf hrm.de veröffentlicht.

Von den rund 32 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland verspüren 87 Prozent keine echte Verpflichtung gegenüber ihrer Arbeit. Fast 70 Prozent machen lediglich Dienst nach Vorschrift, und jeder Fünfte hat bereits seine Kündigung schon einmal in Gedankenvollzogen. Die geringe emotionale Bindung der Mitarbeiter an ihren Beruf und Arbeitgeber erreicht damit ein erschreckend hohes Niveau. Um in der heutigen Zeit mit den immer stärker werdenden Wettbewerbern mithalten zu können, müssen ausgeklügelte Strategien  entwickelt werden, um die Mitarbeiter an den Arbeitgeber zu binden. Das allgemeine Sprichwort „Nur ein zufriedener Kunde bleibt auch als Kunde bestehen“ gilt sinngemäß auch im „War for Talents“. Gerade bei jungen Mitarbeitern ist die Wechselbereitschaft zu einem anderen Arbeitgeber höher als bei älteren Arbeitnehmern. Eine schlechte Führungs- und Betreuungsqualität sowie die fehlende Identifikation mit Produkten und Dienstleistungen sind nach den Ergebnissen einer Kienbaum-Studie die am häufigsten genannten Ursachen für eine erhöhte Wechselbereitschaft. Wollen Unternehmen ihr Know-how und damit verbunden ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten bzw. ausbauen, muss ein Arbeitgeber folglich den Erhalt der Humanressourcen stärken.

Die Mitarbeiterzufriedenheit als notwendige Voraussetzung für jede Personalbindung geht mit der Mitarbeitermotivation einher. Motivationsfördernd sind vor allem ideelle Maßnahmen, die das Gemeinschaftsgefühl, das so genannte Wir-Gefühl der Belegschaft stärken. In diesem Zusammenhang kann der Ansatz des Employee Branding, der Teilbestand des Employer Branding ist, Anwendung finden. Beim Employee Branding geht es um die Vermarktung des Arbeitgebers als solcher. Dabei steht der Arbeitnehmer eines Unternehmens im Vordergrund, der das Image bzw. das Markenversprechen seines Arbeitgebers nach außen oder innen transportiert. Hintergrund dafür ist die Bedeutung des Mitarbeiters als Garant für die Einhaltung des Markenversprechens, das für den Aufbau von Markenwert ursächlich ist. Während offiziellen Kommunikationsmaßnahmen häufig Vorbehalte entgegengebracht werden, sind die eigenen Mitarbeiter als Botschafter eines Unternehmens besonders glaubwürdig und authentisch. So rücken diese immer mehr in den Vordergrund der Employer Branding Aktivitäten. Das Ziel dabei ist eindeutig: potentiellen Bewerbern soll ein möglichst reales Bild von der Arbeit im jeweiligen Unternehmen vermittelt werden. Die glaubwürdigste Art und Weise ist dabei, Menschen zu Wort kommen zu lassen, mit denen man sich als Bewerber identifizieren kann, wie zum Beispiel Lehrlinge für die Ansprache von potentiellen Auszubildenden. So bekommt das Employee Branding eine zunehmende Bedeutung des Brand Commitments, das in zweierlei Hinsicht wirkt: Zum einen werden die Mitarbeiter eines Unternehmens zu Markenbotschaftern der Arbeitgebermarke, was auf Seiten des Mitarbeiters die Identifikation mit dem Unternehmen und die Wertschätzung des Arbeitgebers stärkt. Zum anderen prüfen neue Mitarbeiter ihr Brand Commitment gegenüber ihrem potentiellen Arbeitgeber.

Bei YOUNECT haben Arbeitgeber die Möglichkeit, Ihr Unternehmen und Ihre  Ausbildungsmöglichkeiten auf einem Online-Messestand zu präsentieren. Neben der allgemeinen Darstellung des Arbeitgebers und den Inhalten der Ausbildung können beispielsweise Videos oder Fotos aus dem Berufsalltag des jeweiligen Unternehmens integriert werden. Darüber hinaus können Arbeitgebern dort einen direkten Ansprechpartner, den so genannten JobAngel anbieten. Da YOUNECT vorwiegend Berufseinsteiger im Alter zwischen 13 und 21 Jahren anspricht, ist es empfehlenswert, Auszubildende aus dem jeweiligen Beruf als Botschafter des Unternehmens einzusetzen. Der entscheidende Vorteil daran ist die Kommunikation auf Augenhöhe. So kann sich der JobAngel besser in die Situation der Schüler hineinversetzen, weil er oder sie sich vor nicht allzu langer Zeit noch selbst mit der Thematik der Berufsorientierung beschäftigt hat und demnach auch eher weiß, was Jugendliche interessiert, als ein langjähriger Mitarbeiter. Gleichzeitig schafft der Kontakt auf Augenhöhe auch die nötige Vertrauensbasis bei den Jugendlichen, auch Kommentare zu hinterlassen und Fragen zu stellen. Denn der Azubi vermittelt nicht das Gefühl, Entscheider bei der Rekrutierung zu sein, sondern nimmt eher die Position des Freundes ein, der den Berufseinsteigern die nötigen Insiderinformationen mit all den Sonnen- und Schattenseiten des Arbeitsalltags authentisch vermittelt. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass sich junge Berufseinsteiger häufig nur mäßig mit ihren Arbeitgebern identifizieren, ist der JobAngel ein sehr geeignetes Mittel, um dem Auszubildenden eine höhere Wertschätzung zukommen zu lassen und folglich an das Unternehmen zu binden.

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Statt Förster wurde er Rechtsanwalt – Hartfrid Wolff (FDP) im Interview

11
Sep 2009

Auch Herr Wolff, 38 und Rechtsanwalt von Beruf, nahm sich die Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Er ist Mitglied des Bundestages und in der FDP-Bundestagsfraktion Sprecher für Ausländerrecht und Zivil-und Katastrophenschutz. Außerdem ist er Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Im folgenden haben wir seine Antworten auf unsere Fragen nach seinem persönlichen Bildungsweg sowie nach bildungspolitischen Zielen dargestellt.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Hartfrid Wolff: Wichtigstes Ziel der FDP ist, dass die Mitte wieder gestärkt wird. Die Mittelschicht ist das Bindeglied unserer Gesellschaft. Sie baut Brücken, sie ermöglicht Einstieg und Aufstieg. Dazu setzt sich die FDP für eine spürbare Entlastung der Mitte ein. Die FDP steht für faire Steuersätze und eine grundlegende Vereinfachung des Steuer-rechts. Das schafft den dringend benötigten finanziellen Spielraum für Bürger und Unternehmen: Für mehr privaten Konsum, für Vorsorge für Alter, Gesundheit und Pflege, als Impuls für Wachstum und Investitionen. Die FDP will, dass sich Arbeit wieder lohnt, Bildung wieder Bürgerrecht wird, Freiheit gestärkt wird und Bürgerrechte wieder geschützt werden. Leistungsgerechtigkeit, Weltoffenheit und Toleranz, dafür stehen wir Liberalen.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Hartfrid Wolff: Ich wollte früher einmal Förster werden, weil mir die Arbeit im Wald, mit Tieren und in der Natur reizvoll erschien. …weiterlesen »

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Dr. Hans-Peter Uhl – vom Traum des Piloten in den Bundestag

9
Sep 2009

dr-uhl-scuIn der Politik ist viel los, und das merken wir auch hier bei YOUNECT. Wir sind positiv überrascht, wieviele Antworten wir bekommen. Wir schaffen es kaum, alle Antworten gleich online zu stellen. Wir bemühen uns dennoch redlich, alle schnellstmöglich zu veröffentlichen und gehen jetzt der Reihe nach, wie sie bei uns eingetroffen sind.

Herr Dr. Hans-Peter Uhl (CSU) war auch so freundlich und hat uns seine Antworten auf unsere Fragen zugesendet. Herr Dr. Uhl ist seit elf Jahren Abgeordneter im Deutschen Bundestag und kommt eigentlich aus der Jura. Der innenpolitische Sprecher, dessen Wahlkreis in der bayrischen Landeshauptstadt München liegt, arbeitet neben seiner Tätigkeit im Bundestag weiterhin als Rechtsanwalt in München.

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