das Magazin “abi Beruf & Karriere” der Agentur für Arbeit schreib über den YOUNECT-Talentpool: “Schulen und Hochschulen sollen künftig begabten Kandidaten Empfehlungen in Talentpools aussprechen und Unternehmen dabei unterstützen, Young Potentials in der jeweiligen Region zu halten.” Mehr unter dem Titel “Per Empfehlung zum Job”
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Was will ich werden? Wahl oder Qual? Den Roten Faden mit Freunden und Mentoren entdecken
“Was will ich werden?”, diese Frage stellen sich alle jungen Menschen früher oder später, ob sie wollen oder nicht. Welcher Beruf ist der richtige? Gibt es den überhaupt? Der Übergang von der Schule in den Beruf ist eine Hürde. Für manche ein Hürdenlauf. Für viele eine scheinbar unüberwindbare Mauer. Aber selbst die Berliner Mauer ist nach 28 Jahren überrannt worden. Also, Grenzen sind dazu da, sie zu überwinden. ABER WIE?
Die Menge der 350 Ausbildungsberufe, 920 Dualen Studien, 3.000 Studiengänge und 1.500 Websites zur Berufswahl führen eher zur Schockstarre als zur passenden Berufswahl. Warum setzen alle auf Informationen? Ist das der Engpass zur Berufswahl? Oder Einblicke, Erfahrungen, Praktika? Oder das Wissen über die persönlichen Interessen und Stärken? Oder ein Mensch, der zur Seite steht.
Beim NORDPOOL-Mentoren-Treffen vor 5 Wochen in Hannover sagte ich: “Wir glauben an den PERSÖNLICHEN Roten Faden, den jeder Mensch für sich entdecken kann.” Gerade während ich dies schreibe ist Johanna Klum bei Stefan Raab auf TV-Total. Morgen moderiert sie zum 7. Mal den Bundesvision Songcontest. Vor 11 Jahren kam sie beim “young life talk” zum Thema “Berufswahl” mit der Schauspielerin Meriam Abbas ins Gespräch, weil sie Schauspiel studieren wollte. Keine 10 Monate später kam der Erfolg mit der Band Samajona, bevor sie bei MTV richtig durchgestartet ist als Moderatorin. Immer gab es Menschen, die sie gefördert und gefordert haben. Im Rückblick ergibt sich ein straighter Roter Faden.

Wir glauben an Menschen, die Berufswähler kennen und denen diese Berufswähler vertrauen. Wir glauben an persönliche Mentorinnen und Mentoren, die mit den Schülern einen Roten Faden entdecken. Wir glauben an die Zusammenarbeit in lebendigen Netzwerken. Das beginnt in der Schule und ist ein PROZESS. Oft dauert dieser Prozess viele Jahre lang. Herr Esser, Leiter des BIBB, steht seit 20 Jahre mitten im Thema der Berufsbildung. Und es hat ihn scheinbar nicht betriebsblind gemacht. Das zeigt mir seine Äußerung anläßlich der Fachtagung vom BIBB und der Robert Bosch Stiftung zum Übergang Schule – Beruf. Dort sagte er: “Ein nachhaltiges Übergangsmanagement kann sich nur dann vor Ort etablieren, wenn vor allem Eltern, Schulen, Wirtschaft und Arbeitsagenturen als regionales Bildungsnetzwerk zusammenarbeiten.”
Den richtigen Beruf finden: Was versprichst Du Dir von Deinem Berufsleben? Was willst du in 75.000 Stunden im Beruf?
Den richtigen Beruf finden: Ein Leitfaden in fünf Punkten – Ein Gastbeitrag von Christian Heinrich.
Noch während seines Medizinstudiums ahnte Christian Heinrich, dass er als Arzt nicht glücklich sein würde. Er wusste, dass er schreiben wollte. Das Studium schloss er trotzdem ab und besuchte anschließend die Deutsche Journalistenschule – heute arbeitet er als Journalist in Hamburg und schreibt regelmäßig für GEO und die ZEIT, dort auch im Chancen-Ressort.
Welcher Beruf ist der richtige? Gibt es den überhaupt? Und wenn ja: Woher soll man noch vor der Ausbildung, vor dem Studium wissen, wie man sich für den richtigen entscheidet – und nicht für den falschen? 75.000 Stunden! So viel Zeit verbringen wir in unserem Leben durchschnittlich im Beruf. Verdammt viel Zeit! Natürlich kann der Weg nicht von vornherein ganz durchgeplant werden kann – aber er sollte doch mit Bedacht gewählt werden. Fünf Hilfestellungen.
1. Was versprichst Du Dir von Deinem Berufsleben?
Es gibt zwei Arten von Vorstellungen davon, wie arbeiten aussehen soll.
Die Einen, nennen wir sie die Berufenen, wissen manchmal gar schon als Kind, was sie später werden möchten. Sie verfolgen ihren Weg geradlinig so lange, bis sie das erreicht haben, wovon sie schon von klein an geträumt haben. Manchmal kommt die Begeisterung während der Schule, manchmal erst während des Studiums oder der Ausbildung. Ihnen allen ist gemein: Sie brennen für das, was sie tun oder tun wollen. Sie haben ein Ziel, ein Thema, das sie leidenschaftlich verfolgen. Dafür nehmen sie Anstrengungen und Risiken auf sich: Fehlende Sicherheit, die Gefahr zu scheitern, einen mühsamen Weg. Aber das macht ihnen nichts aus – sie sind bereit, einen großen Teil ihrer Energie in den Beruf zu stecken.
Für die Anderen, die Vernünftigen, ist der Beruf Mittel zum Zweck: Sie wollen Geld verdienen, Sicherheit haben, Freizeit. Sie müssen sich im Beruf nicht so sehr anstrengen wie die Berufenen: Denn ihnen geht es erst einmal um ein geregeltes Einkommen und Zufriedenheit bei der Arbeit. Sie legen ihren Fokus eben anders: Die Leidenschaft liegt in der Freizeit, ihre Zufriedenheit fußt auf Sicherheit.
Die Berufenen und die Vernünftigen – so weit entfernt voneinander ihre Gewichtungen im Leben sein mögen – bei der Suche nach dem richtigen Berufsweg haben sie beide zentrale Gemeinsamkeiten.
Teil 2 folgt morgen.
Bei Fragen könnt ihr Christian Heinrich gerne kontaktieren. Seine E-Mail-Adresse erhaltet Ihr auf Anfrage bei YOUNECT berufswahl@younect.de
Noch eine Energiewende? Übergang Schule-Beruf vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten
Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bäcker und Professor, ist neuer Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Zuvor leitete der Rheinländer sieben Jahre lang die Abteilung “Berufliche Bildung” beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin und war vor dem ZDH 13 Jahre lang beim Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln tätig.
Herr Esser steht seit 20 Jahre mitten im Thema der Berufsbildung. Und es hat ihn scheinbar nicht betriebsblind gemacht. Das zeigt mir seine Äußerung anläßlich der Fachtagung von BIBB und Robert Bosch Stiftung zum Übergang Schule – Beruf. Dort sagte er: “Ein nachhaltiges Übergangsmanagement kann sich nur dann vor Ort etablieren, wenn vor allem Eltern, Schulen, Wirtschaft und Arbeitsagenturen als regionales Bildungsnetzwerk zusammenarbeiten.”
Heiner Kamp, Berichterstatter für Fragen der beruflichen Qualifizierung der FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag, forderte in einer Pressemitteilung vom 03. Februar 2011: “Der Übergang von Schule zu Beruf muss verbessert werden.” Schon zum Wahlkampf im September 2009 schrieb sein Parteifreund Dr. Geisen im YOUNECT-Blog: “Damit es aufgrund der Heterogenität der Angebote nicht zu einer Überforderung der Jugendlichen kommt, wäre es sinnvoll, die Angebotspalette nach Zielsetzung zu systematisieren und für junge Menschen handhabbar aufzubereiten.”
Hoffen wir, dass den vielen Worten noch mehr gemeinsame Taten folgen.
YOUNECT bindet in Hannover, Hildesheim, Braunschweig und Magdeburg bereits Jugendleiter, Schülervertreter und Lehrer in den Übergang Schule-Beruf ein. Schüler können für die sieben Ausbildungsberufe der NORD/LB persönlich empfohlen werden. Mit dem NORDPOOL ist die NORD/LB Vorreiter. Zukünftig könnte jede Stadt, jeder Landkreis, Branchenverband und Innovationscluster regional die Menschen einbinden, die die Schüler am besten kennen und von persönlichen Empfehlungen profitieren. Warum verschenken wir diese wertvolle Ressource, ein Knowhow und Vertrauensverhältnis, das oft über Jahre gewachsen ist. Wie wäre eine Energiewende im Bewerbungsverfahren? YOUNECT steht für weniger Energie-Verschwendung im Übergang Schule-Beruf und im Bewerbungsverfahren insgesamt! Mit der ersten guten Bewerbung kann jeder Bewerber in regionale Bewerberpools eingeladen und empfholen werden.
Könnten Absagen eine große Verschwendung sein? Mit nur drei Empfehlungen pro Jahr pro Mitglied kann ein Netzwerk mit 170 Mitgliedern bis 2030 über 10.000 Fachkräfte in der Branche/Region halten. Rapides Minus von 3,6 Millionen Menschen in den nächsten 15 Jahren. Eine Revolution, die auf leisen Sohlen kommt und Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend verändern wird. Ich hoffe auch zum Guten, dass alle Beteiligten vor Ort besser zusammen arbeiten. Als Energiewende wird die Realisierung einer nachhaltigen Energieerzeugung bezeichnet. Packen wir die Energiewende vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten an.

