Gastartikel von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung – Was ist das?”

Berufsorientierung – Was ist das?

Um junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen zu können, empfiehlt es sich zunächst eine konkrete Vorstellung von dem komplexen Begriff der „Berufsorientierung“ zu bekommen. Um bei diesem Prozess zu unterstützen, haben Philipp Fröhling und Toni Krämer die berufliche Orientierung junger Erwachsener aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet und einen Überblick zusammengestellt.

Für die Auseinandersetzung mit der beruflichen Orientierung von Kindern bis hin zu jungen Erwachsenen gilt es zunächst die beiden Begriffe Berufswahl und Berufsorientierung voneinander abzugrenzen. So beschäftigt sich die Berufswahl mit der Entscheidung, einen bestimmten Beruf zu ergreifen bzw. wieder zu ändern. Berufsorientierung ist dagegen die Beschäftigung des Betroffenen mit den vorhandenen Möglichkeiten einer Vorbereitung auf den künftigen Beruf. Die Berufsorientierung stellt somit einen Prozess dar, der zur Berufswahl hinführt. Dabei beinhaltet er die Suche nach relevanten Informationen und Entscheidungshilfen sowie die Reflexion über eigene Wertvorstellungen und Anliegen. Schließlich werden unter dem Begriff der Berufsorientierung auch häufig alle berufswahlvorbereitenden Maßnahmen zusammengefasst. Deren Durchführung obliegt in erster Linie den Schulen und der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit sowie weiteren außerschulischen Partnern.

Der Ursprung des Prozesscharakters lässt sich der Entwicklungspsychologie zuordnen. Diese geht vom Individuum aus und betrachtet die Berufsfindung als lebenslangen psychosozialen Prozess. Von zentraler Bedeutung ist dabei das (berufliche) Selbstkonzept, welches sich in sozialen Lernprozessen entwickelt und verändert. Bereits in der Kindheit bilden sich Vorstellungen von einzelnen Berufsgruppen heraus, die dann zu Berufsidentitäten reifen. Während dessen gilt es für das Individuum, die zu Beginn noch große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit bezüglich der eigenen beruflichen Integration abzubauen. Man spricht hier von einem Synchronisationsprozess. Wichtige Aspekte dieser entwicklungspsychologischen Forschungsrichtung sind die Zufriedenheit mit der Berufsidentität im positiven, bzw. auch psychische Belastungen im negativen Sinne, die mit den angesprochenen Diskrepanzen einhergehen können.

Im Gegensatz zu anderen Forschungsansätzen rückt bei der entwicklungspsychologischen Perspektive die Zeit, die der Berufswahl vorausgeht in den Fokus. Diese Zeit beginnt wie angesprochen bereits in der frühen Kindheit. Aspekte wie die kognitive Entwicklung, Planungsvermögen, eigenständige Urteilsbildung und das Stabilisieren des Selbstkonzeptes sind entwicklungsabhängige Voraussetzungen, die die berufliche Entscheidung beeinflussen.

Es folgen die Teile 2-4.

Quellen:

Beinke, L. (1999): Berufswahl, Bad Honnef 1999

Dedering, H. (2000): Einführung in das Lernfeld der Arbeitslehre, München 2000

Herzog, W.; Neuenschwander, M. P.; Wannak, E. (2006): Berufswahlprozess: Wie sich Jugendliche auf ihren Beruf vorbereiten, Bern 2006

Oechsle, M.; Knauf, H., Maschetzke, C.; Rosowski, E. (2009): Abitur und was dann? Berufsorientierung und Lebensplanung junger Frauen und Männer und der Einfluss von Schule und Eltern, Wiesbaden 2009

Pätzold, G. (2008): Übergang Schule – Berufsausbildung, in: Helsper, W.; Böhme, J. (Hrsg.): Handbuch der Schulforschung, Wiesbaden 2008

Berufsorientierung ahoi!

Websites, die über ein bestimmtes Berufsbild informieren, gibt es im Internet im Grunde genommen viele. Wenn man sich jedoch auf die Suche nach einem Überblick über mehrere Berufe begibt oder eine wirklich aktuelle und qualifizierte Seite sucht, wird man schnell im Internetdschungel verzweifeln. Wir haben uns der Herausforderung gestellt und hilfreiche Seiten gesucht und für euch unter die Lupe genommen.

Wenn man seinen Eltern die ultimative Frage stellt: „Was soll ich werden?“, wird vielleicht die glorreiche Idee kommen, man könne doch mal einen Berufsberater aufsuchen, zum Beispiel bei der Bundesagentur für Arbeit. Doch gibt es mittlerweile auch viele andere Wege sich über Berufe zu informieren.  Ein Weg ist offensichtlich das Internet.  Die folgenden Anregungen lassen dich Zeit sparen und du wirst mindestens genauso gut informiert, wie in einem Gespräch. Weiterlesen

Alexander Ulrich, DIE LINKE, wollte Profi-Fußballer werden, hatte jahrelang eine Dauerkarte des 1 FC Kaiserslautern und wollte sein wie Briegel, Brehme, Wuttke

Der Rücklauf der Antworten von Politikern bezüglich unserer Anfrage, einige Fragen zur persönlichen Bildungsgeschichte sowie zu bildungspolitischen Zielen zu beantworten, nimmt nicht ab. In diesem Artikel möchte ich Ihnen die Antworten von Herrn Ulrich (DIE LINKE) vorstellen.

YOUNECT: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor: Wie heißen Sie? Wer sind Sie? In welchem Beruf üben Sie aus? Welche Position besetzen Sie genau?

Alexander Ulrich: Alexander Ulrich, 38 Jahre verheiratet, 2 Kinder, Wohnhaft im Kreis Kaiserslautern, MdB, Geschäftsführer der IG Metall Kaiserslautern

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Alexander Ulrich: Arbeit, Frieden, soziale Gerechtigkeit.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Alexander Ulrich: Als Kind wollte ich Profi-Fußballer werden. Ich hatte jahrelang eine Dauerkarte des 1 FC Kaiserslautern und wollte wie Briegel, Brehme, Wuttke sein. Weiterlesen

Statt Förster wurde er Rechtsanwalt – Hartfrid Wolff (FDP) im Interview

Auch Herr Wolff, 38 und Rechtsanwalt von Beruf, nahm sich die Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Er ist Mitglied des Bundestages und in der FDP-Bundestagsfraktion Sprecher für Ausländerrecht und Zivil-und Katastrophenschutz. Außerdem ist er Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Im folgenden haben wir seine Antworten auf unsere Fragen nach seinem persönlichen Bildungsweg sowie nach bildungspolitischen Zielen dargestellt.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Hartfrid Wolff: Wichtigstes Ziel der FDP ist, dass die Mitte wieder gestärkt wird. Die Mittelschicht ist das Bindeglied unserer Gesellschaft. Sie baut Brücken, sie ermöglicht Einstieg und Aufstieg. Dazu setzt sich die FDP für eine spürbare Entlastung der Mitte ein. Die FDP steht für faire Steuersätze und eine grundlegende Vereinfachung des Steuer-rechts. Das schafft den dringend benötigten finanziellen Spielraum für Bürger und Unternehmen: Für mehr privaten Konsum, für Vorsorge für Alter, Gesundheit und Pflege, als Impuls für Wachstum und Investitionen. Die FDP will, dass sich Arbeit wieder lohnt, Bildung wieder Bürgerrecht wird, Freiheit gestärkt wird und Bürgerrechte wieder geschützt werden. Leistungsgerechtigkeit, Weltoffenheit und Toleranz, dafür stehen wir Liberalen.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Hartfrid Wolff: Ich wollte früher einmal Förster werden, weil mir die Arbeit im Wald, mit Tieren und in der Natur reizvoll erschien. Weiterlesen