Qual der Wahl – Berufswahl!

Mit diesem düsteren Thema quäle ich mich seit geraumer Zeit herum. Ob ich auf der Suche nach DEM Job weitergekommen bin? Sicher, ich weiß zumindest genau, was ich NICHT möchte. Und das ist doch schon mal ein Anfang ;)

Informationsseiten im Internet können sehr hilfreich sein – aber auch entmutigend.

Persönliche Erfahrungen mit einem Job oder Thema sind noch immer das A und O in der Berufswahl- Schnupperkurse, Praktika, Sprechen mit jemandem, der den Beruf gelernt hat usw.

Momentan bin ich Praktikantin hier bei YOUNECT, weil mir die organisatorische, gestalterische Arbeit gefällt und ich meine Fähigkeiten diesbezüglich ein wenig auf die Probe stellen wollte.

Einer der hier arbeitenden Designer erzählte mir neulich von dem Studiengang, den er abgeschlossen hat. Interfacedesign in Potsdam. Er erzählte mir auch, wie begeistert er davon sei und welche Fähigkeiten dazu vorteilhaft seien.

Einmal mehr verunsichert von all den Informationen („Passt das überhaupt zu mir?“, „Kann ich das denn auch?“, „Was ist wenn ich mich falsch einschätze?“) beschloss ich, mich dieses Mal besser zu informieren und fuhr auf Empfehlung des Designers nach Potsdam zu einer öffentlichen Bachelorpräsentation in dem Fach Interfacedesign.

In der Präsentation wurde eine neu entwickelte App, die die Kongress-Logistik erleichtern sollte, vorgestellt. Allen, die am Kongress- Aufbau und –Abbau beteiligt sind, wird der Prozess durch diese auf ihren Smartphones installierte App erleichtert. Tasks können erstellt werden und an andere Personen deligiert werden, ohne sie auf dem Gelände suchen zu müssen. Alle sind durch diese App miteinander vernetzt und können miteinander kommunizieren.

Mein Eindruck: Der Studiengang ist geeignet für innovativ denkende, kreative und technisch begabte Personen, die Kundenwünsche mit hoher Flexibilität erfüllen.

Mein Feedback: Ich weiß nun, dass dies ein potenzieller Studiengang für mich sein könnte, obwohl ich technisch nicht allzu begabt bin. Doch der Wunsch, im Job kreativ zu sein, ist für mich durch diese Präsentation noch stärker geworden.

Selbst wenn ich nicht hundertprozentig von ihm überzeugt wurde- bei der Suche nach DEM Job (und ich glaube noch immer, es gibt ihn!) bin ich auf jeden Fall ein Stück weiter gekommen.

Gastbeitrag von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung junger Erwachsener – Was sind die Einflussfaktoren?”

Philipp Fröhling und Toni Krämer haben bereits mehrfach in unserem Blog geschrieben z.B. “Berufsorientierung – Was ist das?” und “Berufswahl als Matching-Prozess”.

Berufsorientierung – Was ist darunter eigentlich zu verstehen? Eine mögliche Definition  ist die Beschäftigung des Betroffenen mit den vorhandenen Möglichkeiten einer Vorbereitung auf den künftigen Beruf. Die Berufsorientierung stellt somit einen Prozess dar, der zur Berufswahl hinführt. Dabei beinhaltet er die Suche nach relevanten Informationen und Entscheidungshilfen sowie die Reflexion über eigene Wertvorstellungen und Anliegen. Neben diesen aktiven Aspekten aus Sicht des jungen Erwachsenen soll es in diesem Artikel mehr um passive bzw. externe Aspekte gehen. Bei der Betrachtung von Einflussfaktoren auf die Berufswahl junger Erwachsener empfiehlt sich zunächst deren Einteilung in endogene und exogene Faktoren. Die inneren (endogenen) Aspekte sind z.B. physische Voraussetzungen (Alter, Geschlecht), Eignung im Sinne von Leistungsfähigkeit und die Interessenlage des Einzelnen. Die exogenen Faktoren lassen sich unter den bereits angesprochenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenfassen. Einerseits fällt der soziale Einfluss von Familie, Schule und Peer-Groups in diesen Bereich, aber auch ökonomische Aspekte wie die Arbeitsmarktlage. Weiterlesen

Teil 2 Gastartikel von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung – Was ist das?”

Berufsorientierung – Was ist das?

Um junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen zu können, empfiehlt es sich, eine konkrete Vorstellung von dem komplexen Begriff der „Berufsorientierung“ zu bekommen. Um bei diesem Prozess zu unterstützen, haben Philipp Fröhling und Toni Krämer die berufliche Orientierung junger Erwachsener aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet und einen Überblick zusammengestellt.

Im ersten Teil wurde auf die entwicklungspsychologische Perspektive der Berufsorientierung eingegangen. In den meisten Fällen wird diese mit verschiedenen Entwicklungsstufen oder -phasen veranschaulicht.

Um auch die Übergänge zwischen einzelnen Phasen wissenschaftlich erklären zu können, erscheint die Betrachtung der Berufswahl aus lernpsychologischer Perspektive sinnvoll. Dabei ist die Berufswahl das Ergebnis einer Reihe von Lernerfahrungen. Auch bei diesem Ansatz stehen persönliche Faktoren wie das Selbstkonzept, Umweltkonzept und Problemlösungsmethoden im Mittelpunkt. Deren bereits angesprochene Entwicklung basiert auf Lernerfahrungen, die generalisiert und auf Fragen der beruflichen Orientierung angewandt werden. Das Selbstkonzept betreffende Ansichten werden ebenfalls als Lernprozesse dargestellt. Aufgrund generalisierter Selbstbeobachtungen entwickeln sich Interessen, die die Ausrichtung auf eine spezifische Auswahl von Berufen beeinflussen. Im Idealfall werden die Interessen des Einzelnen zum Selbstkonzept und lassen Gemeinsamkeiten mit einem beruflichen Feld entstehen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann das Individuum in der Regel nicht auf ausreichende Lernerfahrungen zurückgreifen, so dass eine Umstrukturierung des Selbstbildes erforderlich wird. Dies sollte dann durch eine wiederholte Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen geschehen.

Einen zusätzlichen Aspekt der lernpsychologischen Perspektive stellt das Konzept der Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Bandura dar. Vor dem Hintergrund, dass der Betroffene sich unsicher über die eigenen Fähigkeiten, die Stabilität der eigenen Interessen, über berufliche Alternativen und über die Zugänglichkeit zu verschiedenen Karrierewegen ist, wird eine Karriereentscheidung zu einer komplexen Angelegenheit. Daher kommt dem Vertrauen in die eigene Entscheidungskraft und -fähigkeit sowie der Überzeugung, über die nötigen Verhaltensweisen zu verfügen, um ein selbst gestecktes Ziel zu erreichen, besonders im beruflichen Kontext eine hohe Bedeutung zu.

Es folgen die Teile 3 und 4.

Quellen:

Beinke, L. (1999): Berufswahl, Bad Honnef 1999

Dedering, H. (2000): Einführung in das Lernfeld der Arbeitslehre, München 2000

Herzog, W.; Neuenschwander, M. P.; Wannak, E. (2006): Berufswahlprozess: Wie sich Jugendliche auf ihren Beruf vorbereiten, Bern 2006

Oechsle, M.; Knauf, H., Maschetzke, C.; Rosowski, E. (2009): Abitur und was dann? Berufsorientierung und Lebensplanung junger Frauen und Männer und der Einfluss von Schule und Eltern, Wiesbaden 2009

Pätzold, G. (2008): Übergang Schule – Berufsausbildung, in: Helsper, W.; Böhme, J. (Hrsg.): Handbuch der Schulforschung, Wiesbaden 2008

Gastartikel von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung – Was ist das?”

Berufsorientierung – Was ist das?

Um junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen zu können, empfiehlt es sich zunächst eine konkrete Vorstellung von dem komplexen Begriff der „Berufsorientierung“ zu bekommen. Um bei diesem Prozess zu unterstützen, haben Philipp Fröhling und Toni Krämer die berufliche Orientierung junger Erwachsener aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet und einen Überblick zusammengestellt.

Für die Auseinandersetzung mit der beruflichen Orientierung von Kindern bis hin zu jungen Erwachsenen gilt es zunächst die beiden Begriffe Berufswahl und Berufsorientierung voneinander abzugrenzen. So beschäftigt sich die Berufswahl mit der Entscheidung, einen bestimmten Beruf zu ergreifen bzw. wieder zu ändern. Berufsorientierung ist dagegen die Beschäftigung des Betroffenen mit den vorhandenen Möglichkeiten einer Vorbereitung auf den künftigen Beruf. Die Berufsorientierung stellt somit einen Prozess dar, der zur Berufswahl hinführt. Dabei beinhaltet er die Suche nach relevanten Informationen und Entscheidungshilfen sowie die Reflexion über eigene Wertvorstellungen und Anliegen. Schließlich werden unter dem Begriff der Berufsorientierung auch häufig alle berufswahlvorbereitenden Maßnahmen zusammengefasst. Deren Durchführung obliegt in erster Linie den Schulen und der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit sowie weiteren außerschulischen Partnern.

Der Ursprung des Prozesscharakters lässt sich der Entwicklungspsychologie zuordnen. Diese geht vom Individuum aus und betrachtet die Berufsfindung als lebenslangen psychosozialen Prozess. Von zentraler Bedeutung ist dabei das (berufliche) Selbstkonzept, welches sich in sozialen Lernprozessen entwickelt und verändert. Bereits in der Kindheit bilden sich Vorstellungen von einzelnen Berufsgruppen heraus, die dann zu Berufsidentitäten reifen. Während dessen gilt es für das Individuum, die zu Beginn noch große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit bezüglich der eigenen beruflichen Integration abzubauen. Man spricht hier von einem Synchronisationsprozess. Wichtige Aspekte dieser entwicklungspsychologischen Forschungsrichtung sind die Zufriedenheit mit der Berufsidentität im positiven, bzw. auch psychische Belastungen im negativen Sinne, die mit den angesprochenen Diskrepanzen einhergehen können.

Im Gegensatz zu anderen Forschungsansätzen rückt bei der entwicklungspsychologischen Perspektive die Zeit, die der Berufswahl vorausgeht in den Fokus. Diese Zeit beginnt wie angesprochen bereits in der frühen Kindheit. Aspekte wie die kognitive Entwicklung, Planungsvermögen, eigenständige Urteilsbildung und das Stabilisieren des Selbstkonzeptes sind entwicklungsabhängige Voraussetzungen, die die berufliche Entscheidung beeinflussen.

Es folgen die Teile 2-4.

Quellen:

Beinke, L. (1999): Berufswahl, Bad Honnef 1999

Dedering, H. (2000): Einführung in das Lernfeld der Arbeitslehre, München 2000

Herzog, W.; Neuenschwander, M. P.; Wannak, E. (2006): Berufswahlprozess: Wie sich Jugendliche auf ihren Beruf vorbereiten, Bern 2006

Oechsle, M.; Knauf, H., Maschetzke, C.; Rosowski, E. (2009): Abitur und was dann? Berufsorientierung und Lebensplanung junger Frauen und Männer und der Einfluss von Schule und Eltern, Wiesbaden 2009

Pätzold, G. (2008): Übergang Schule – Berufsausbildung, in: Helsper, W.; Böhme, J. (Hrsg.): Handbuch der Schulforschung, Wiesbaden 2008