Chancenintelligenz jenseits vom Mittelmaß – wer zu wenig Fehler macht, hat zu wenig ausprobiert

7
Okt 2010

Gestern waren wir in Braunschweig bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Azubiauswahl und Berufsbildung der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK), die zur NORD/LB gehört. Über den NORDPOOL suchen wir auch Azubis für die Ausbildung in der BLSK. Am Abend sind wir zusammen zu einem Vortrag von Hermann Scherer gegangen. Titel “Chancenintelligenz”. Rund um den “CQ” entfesselte Herr Scherer ein Feuerwerk an Ideen, Beispielen, Umfragen und Anekdoten mit einem Ziel: Dass alle Anwesenden ihre Träume leben und nicht jeden Tag um einen Tag sterben und am Ende bedauern, was sie alles nicht gemacht haben.

Eine der Kernsätze von dem Profi-Redner ist “Talent gibt es nicht – nur Übung!“. Deutlich macht er das an Cellisten. Ausnahmslos haben alle Top-Cellisten eines Jahrgangs über 10.000 Stunden geübt, die nächstbesten “nur” 7.500 Stunden und die letzten 5.000 Stunden. Auch Mozart, sagt er, hatte mit 7 Jahren bereits über 10.000 Stunden geübt. Jeder der sein Handwerk 10.000 Stunden geübt hat, sei der Beste seines Faches. In dasselbe Horn stoßen Anja Förster & Peter Kreuz in “Nur Tote bleiben liegen”: “üben üben üben” (S.157) und “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176).

Hermann Scherer hat viele Bücher veröffentlicht, “Jenseits vom Mittelmaß” demonstriert dies Jenseits eindrucksvoll in DIN A4-Format und Gewicht – gefühlte 3kg. Wie geht er vor, um ein Buch zu schreiben: “Ich erwarte schlechte Qualität in 20 Minuten… um sie zu verbessern.” Menschen sind mit wenig Erschaffenskompetenz aber umso mehr Verbesserungskompetenz ausgestattet. Daher emphielt er: Schnell starten, dann Schritt für Schritt verbessern. Förster & Kreuz empfehlen dazu schnelles Prototyping nach dem Vorbild von IDEO. “Man schraubt fünf oder sechs Prototypen zusammen, lässt diese auf die Menschheit los und sieht, welche Reaktionen auf die einzelnen Konzepte kommen. (S.188) Außerdem empfehlen sie uns das häufige Fehlermachen (S.190). Ohne Fehler nichts Neues. “Wenn wir nicht genügend Fehler machen, heißt das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren.” Philip Knight in “Nur Tote bleiben liegen” (S.191)

Auf geht’s: In den nächsten 20 Minuten ANFANGEN und die schlechte Qualität laufend verbessern. Viele Fehler machen. Prototypen bauen und testen. Üben, üben, üben. Und unterwegs Chanchen sehen, erkennen und ergreifen. Viel Spaß!

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@Schüler: “IMMER das machen, was man machen möchte.” @Arbeitgeber: “Offener sein.”

6
Jun 2010

Christina Krüger liebt das Lesen, Schreiben, Musik und Filme. Sie ist Schülerin und Träumerin, Reisende und Cineastin. Außerdem ist sie sehr aktiv in Köln mit der Youth Bank und den Julis. Ihr Lieblingszitat: “It’s hard to stay mad when there is so much beauty in the world.” [American Beauty]

Ihr Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Egal, was andere sagen, also ob das Lehrer, Freunde, Bekannte, Verwandte, oder wer auch immer ist, immer, IMMER das machen, was man machen möchte. Nicht von doofen NCs und zu hohen Anforderungen verunsichern lassen. Und ganz wichtig: schon vorher Seminare in die Richtung besuchen d.h. sich weiterbilden- das erhöht die Chancen enorm, wie ich gemerkt habe.”

Ihr Tipp zur Gewinnung von Schülern an Arbeitgeber:

“Offener sein. Ich finde, ganz viele Betriebe komme sehr “verstockt” rüber- das ist abschreckend. Und nicht so sehr auf bestimmte Leistungen bestehen- das machen in der Kölner Umgebung unheimlich viele. Begeistert war ich, als ich einen Bericht von einem Betrieb gelesen habe, der von seinen Azubis eine 3 in Mathe erwartet hätte, einen Jungen mit einer 5 in Mathe aber trotzdem genommen, und ihm dann die Nachhilfe finanziert hat. Der Druck in den Schulen nimmt Ausmaße an, die sich keiner mehr vorstellen kann. Das muss in der Ausbildung nicht fortgesetzt werden.”

Vielen Dank, Tina, auf ein baldiges Wiedersehen.

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@Schüler: “Was unterscheidet mich von anderen?” @Arbeitgeber: “Nach versteckten Potentialen der Bewerber suchen!”

30
Mai 2010

Heute gibt uns seine Tipps Felix Berghöfer. Er ist Geschäftsführer der Berghöfer Consulting. Einer Unternehmensberatung für Personal- und Organisationsentwicklung. Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter für Personalmanagement an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management.

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Man sollte nichts beschönigen. Die Berufswahl direkt nach der Schule ist eine knifflige Angelegenheit. Auf der einen Seite wird einem ständig erzählt, dass man in der heutigen Zeit alles werden kann, was man will. Auf der anderen Seite weiß man ja oft noch gar nicht so genau, was man werden will oder was man überhaupt werden kann. Daher rate ich allen Schülern, dich sich zurzeit mit diesen Fragen auseinandersetzen, jede Möglichkeit zu nutzen, die Möglichkeiten da draußen kennen zu lernen. Plattformen wie Younect haben eine Fülle von Informationen zu den verschiedensten Ausbildungsberufen zusammengetragen. Interessant darin ist vor allem, dass dort viele Berufe bzw. Ausbildungen vorgestellt werden, von denen die meisten noch nie etwas gehört haben. Die aber oft sehr spannend sind. Der Pluspunkt dabei ist dann nämlich auch, dass wenn bestimmte Ausbildungen nicht so bekannt sind, es auch nicht so viele Bewerber gibt. Das erhöht die Chance des Einzelnen.

Darüber hinaus empfehle ich, dass man sich mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinandersetzt. Was kann ich gut, was vielleicht nicht so gut? In welchen Bereichen möchte ich Zukunft noch besser werden? Was unterscheidet mich von anderen? Wer diese Fragen beantworten kann, kann im Vorstellungsgespräch auf jeden Fall punkten.”

1 Tipp zur Gewinnung von Schülern, Azubis, Dualen Studierenden an Personaler:

“Ich höre von vielen Unternehmen oft die Beschwerde, dass die Qualität der Bewerber um Ausbildungsplätze in den letzten Jahren verstärkt abgenommen hat. Das kann durchaus auch sein. Aber ich kann nur dazu aufrufen sich die Bewerber auch unter dem Gesichtspunkt anzugucken, dass diese jungen Menschen der Link zur Gesellschaft und damit direkt oder indirekt zu den eigenen Kunden sind. Auch wenn Bewerber z.B. mit Migrationshintergrund  nicht so gut Deutsch sprechen und schreiben können, können sie Ihrem Unternehmen aber Einblicke in das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund geben. Vielleicht lassen daraus ja ganz innovative neue Produkte kreieren. Suchen Sie also nach den versteckten Potentialen der Bewerber!”

Vielen Dank Felix. Auf die nächsten unternehmerischen Erfolge!

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