Raab: “Das ist Entertainment, nichts mehr. Schicksale in anderen Shows. Nur eine Sünde: Feigheit” Mai: “Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern”

20
Feb 2011

Im Blog schreibt Jochen Mai heute: “Jetzt erst recht! – Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern.” Er erzählt über die Entstehung des Filmklassikers Citizen Kane 1941. Orson Welles konnte zunächst nur ein kleines Budet erbetteln und setzte mit viel Improvisation immerhin das erste Drittel des Films um. Mit diesen Bildern überzeugte der Regisseur neue Geldgeber, vollendete den Film und feierte einen seiner größten Erfolge. Jochen Mai zieht daraus vier Erfolgsfaktoren: 1. Er gab nicht auf, weil er 2. glaubte, dass nichts unmöglich ist. 3. Sein Ziel vor Augen ließ ihn 4. kreativ improvisieren!

Howard Victor Carpendale startete mit erfolglosen Versuchen in Südafrika als Beat-Sänger und Elvis-Imitator. Herbert Grönemeyers Musiker-Karriere startete so: “Die … Alben waren kommerziell so erfolglos, dass die Intercord Ton GmbH nach dem im Jahr 1983 veröffentlichten Album ‘Gemischte Gefühle’ den Vertrag kündigte.” 1984 kam mit “Bochum” der Erfolg, und Grönemeyers “Ö” war 22 Jahre lang Spitzenreiter des erfolgreichsten deutschen Albums mit 14 Wochen auf Platz 1 der Album-Charts. Erst 2010 löste ihn die Band Unheilig mit “Grosse Freiheit” ab. Die Band und ihr Frontman der Graf machen seit 2000 zusammen Musik, das sind 10 Jahre bis zum bundesweiten Durchbruch. Auch bei Carpendale, Grönemeyer und Unheilig gelten die oben genannten vier Erfolgsfaktoren, allen voran: Sie gaben nicht auf.

Einen anderen Rekord hat Lena Meyer-Landrut in der letzten Woche aufgestellt, in Stefan Raabs Worten: “Lena ist die erste Casting-Künstlerin, die es geschafft hat, mit einem zweiten Album in Folge auf Nummer eins der Charts zu landen. Das hat es vorher noch nicht gegeben.”, so ihr Mentor in einem lesenwerten Interview in der Süddeutschen Zeitung. Ein Kommentar zu diesem Interview: “herr raab – ich finde ihre shows furchtbar, ihre moderationen schlecht, aber was sie tun und sagen ist klug, fair und ehrlich! ich bin sehr angetan – mein liebster artikel in der SZ ever!” Während die Medien flächendeckend am zweiten Anlauf von Lena rummäkeln, hat die zweite CD auf Anhieb kommerziellen Erfolg. “Petsta” schreibt auf Amazon dazu: “Deutschland, du hast ein Luxusproblem! Die meisten Künstler heutzutage wären wohl glücklich, wenn sie Songs wie… auf ihrem Album präsentieren könnten. Fazit: Sehr positiv überrascht…”

Raab weiter in der SZ: “…, bei anderen Casting-Shows meckern, dass dort eine Casting-Leiche nach der anderen produziert wird. Was wir gemacht haben: Wir haben eine Super-Künstlerin gefunden, und wir geben ihr die Chance, sich als Künstlerin zu etablieren. Wenn Sie mittlerweile so desensibilisiert sind, dass Sie jeden Tag ein menschliches Schicksal sehen wollen, dann müssen Sie die anderen Shows gucken.” Hinterher ist man immer klüger. Am 14 Mai 2011 werden es alle schon immer gewußt haben, so oder so. Denselben Kommentar schreibt “detlev Motz”: “Ist doch völlig egal wie langweilig die Show war – wenn sie gewinnt jubeln wieder alle und haben es gewusst. Wenn sie verliert haben es alle gewusst. Scheinheilige Medienwelt.”

Gewinnt “Taken by a stranger” den ESC, kann Lena den 1. Platz verteidigen? Deutschland lag 2009 auf dem vorletzten Platz, 2008 auf dem vorvorletzten Platz, 2007 den 19. Platz. Sollte man vor dem Hintergrund Raab und Lena nicht einfach eine zweite Chance gönnen und die Zeit bis zum ESC in Düsseldorf geben, den Triumph von 2010 zu wiederholen? Jochen Mais Zitat passt hier hervorragend: “Vor jedem Erfolg steht der Mut zu scheitern.” Ich finde Lena & Raab mutig. Es kann klappen oder nicht. Ich finde, Raab trifft in der SZ weitere drei Nägel auf den Kopf:

  1. “‘Es gibt nur eine Sünde: Feigheit.’ Genau das ist das Problem der meisten Leute: Sie haben Schiss in der Buchse.”
  2. Für mich bestand die Aufgabe in gewisser Weise darin, Verantwortung zu übernehmen für eine Künstlerin.”
  3. “Ich verrate Ihnen, was das alles ist: Das ist nur Unterhaltung. Das ist Entertainment und nichts mehr.”
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Fleißige Disziplin plus faule Auszeiten sind Bugwellen des Erfolgs

20
Okt 2010

“Risiko ist die Bugwelle des Erfolges”, sagte Carl Amery, der eigentlich Christian Anton Mayer hieß und ein deutscher Schriftsteller und Umweltaktivist war.  “Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeit erkennen, bevor sie offensichtlich werden.”, wird Oscar Wilde zitiert. “Google unterstreicht seine Experimentierfreude”, schreibt Martin Weigert heute auf netzwertig.com. Risiko und Experimente sind zwei Eckpfeiler in dem neuen Bestseller “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster und Peter Kreuz.

Aber es geht in dem packenden Buch nicht nur um Experimente, Risiko, “üben üben üben” (S.157) sowie “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176). Hervorgehoben wird auch die Bedeutung von Faulheit und Müßiggang. “Kreativität benötigt ‘Slack time’… eine Art ‘Freizeit während der Arbeitszeit’.” (S.171) Förster & Kreuz betonen den Wert von Auszeiten. “Große Ideen sind niemals das Ergebnis von permanentem Beschäftigtsein.” (S.172). Sie empfehlen Müßiggang als “notwendige Voraussetzung für Kreativität” (S.174). Der Geist blitzt, wenn er Raum hat, sich zu entfalten und um die Ecke zu denken.

Gestern wurde der beste Mittagsschläfer in Madrid gekürt und Siesta zum Volkssport erklärt. Auch das kann eine Methode zur Entspannung sein. Viele Ideen kommen in Träumen oder nach dem Aufstehen. Dies passiert besonders dann, wenn man sich zuvor in ein Thema hineingekniet und in eine schier unlösbare Aufgabe verbissen hat. “Denn Kreativität ist auch eine Folge schierer Produktiviät.” (S.176) Ideen entsehen in der perfekten Mischung aus leidenschaftlichem Hineinknien, diszipliniertem Üben und fleißigem Ausprobieren gepaart mit Freiheit, Auszeit, Zertreuung und Entspannung. Ohne diese offenen Freiräume hat das Neue gar keinen Platz, in den Geist einzudringen und aufzublitzen.

Um Innovationen zu entwickeln, ist zweierlei notwendig: Gradlinige Disziplin sowie weite, großartige, chaotische Vorstellungskraft:

  • A wie Analyse, Aufgabe und Auswahl auf der einen Seite &
  • O wie Offenheit und Optionen auf der anderen Seite.

A & O sind beide notwendig, aber vermischt verlieren sie ihre Wirkung. Sogenannte „Killerphrasen“ töten Kreativität. Gleichzeitig können endlose Schwafelrunden ohne Ergebnissen jede Energie lahm legen. Deshalb lebt Kreativiät von beidem gleichermaßen:

  • A steht für Analyse, Aufgabe, Auswahl, Bewertung, Definition, Disziplin, Durchblick, Fokus, Klarheit, Konzentration, messbare Kriterien, Kritik, Ordnung, Steuerung, Ziel.
  • O steht für Offenheit, Optionen, Potenziale, alle Sinne, aus dem Rahmen fallen, Chaos, Freiräume, Kreativität, Spinnen, Träume, Tellerränder, Überraschung, Unfall, Vorstellungskraft, Vision, Weitblick, Weite.

Ohne O wird das Neue langweilig, ohne A gibt es keine Struktur und kein Ergebnis. Innovationen leben von beiden Seiten der Medaille. Fleißige Disziplin plus faule Auszeiten sind Bugwellen des Erfolgs.

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Tipps für Leitung: führende Diener werden soziale Architekten

30
Sep 2010

In ihrem neuen Buch zitieren Anja Förster und Peter Kreuz den Managementberater Peter Block mit seiner Beschreibung der Rolle einer Führungskraft als “sozialen Architekten“. Ein “social architect” schafft “einen ‘Raum’, in dem Menschen das entfalten können, was ihren Talenten entspricht und ihnen wichtig ist.” (S.69)

Ein solcher Chef, der sich als sozialer Architekt versteht, wird sich als Koordinator von Talenten verstehen und am eigenen Wertbeitrag für diese Talente messen lassen. Schafft er einen “Raum” zur Entfaltung der Talente? Hat er Argumente, um intern genügend Menschen zu überzeugen?

Die Hauptaufgabe von Führungskräften, die sich Förster und Kreuz wünschen und in innovativen Unternehmen finden, sehen sie im Dienen. Im Dienst für die Gemeinschaft. “Die Chefs der Zukunft stellen sich in den Dienst der Gemeinschaft. Sie haben eine Vision, von der sie zutiefst überzeugt sind und mit der sie andere begeistern und mitreißen.” (S.23) So ganz neu ist das nicht: “Der Größte unter euch soll euer Diener sein”, sagte Jesus seinen Jüngern. Er lebte schon vor 2000 Jahren das Vorbild eines führenden Dieners vor und gab den Führungskräften seiner Zeit, Schriftgelehrten und Pharisäern, ein kräftiges Contra gegen deren Habitus (Die Bibel, Matthäus 23,11).

Förster & Kreuz sehen im von ihnen angeregten Dienst für die Gemeinschaft auch ein neues Verständnis von zukünftigem Erfolg. Sie unterscheiden Erfolg von heute, der zu interner Macht und zu Vorrechten der Führungskräfte führt, und Erfolg von morgen, wenn dienende Chefs Anhänger finden, weil sie für andere Nützliches leisten. “Eine solche Führung basiert immer auf anerkannter Erfahrung, immer auf Klugkeit, immer auf Visionen, immer auf Werten, immer auf sozialen Fähigkeiten. Das sind Fähigkeiten wie: unterschiedliche Meinungen zusammenbringen, Ressourcen anwerben, strategische Alternativen entwickeln.”  (S.66)

Als Beispiel solcher Führung, die koordiniert und begeistert, beschreiben sie Alberto Alessi, dem jeder Kult um ihn fremd ist, und der für seine 200 externen Designer jederzeit per Handy erreichbar ist, um Ideen zu besprechen und im Dialog weiter zu entwickeln.

Zitate aus “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster & Peter Kreuz

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@Schueler: “Erfahrt, wie der Alltag aussieht.” @Arbeitgeber: “Möglichkeiten, Berufswelt vor dem Einstellungstest zu erfahren.”

25
Mai 2010

Heute guter Rat von Florens Engel von der HACH LANGE GMBH. HACH LANGE ist in 24 Ländern Europas aktiv und auch weltweit. Sie bilden selbst aus in den Ausbildungsberufen Elektroniker für Geräte und Systeme, Industriekaufmann/frau, Kaufmann/frau für Bürokommunikation und in dem neuen dualen Studiengang „Angewandte industrielle Elektrotechnik“.

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Das Wichtigste für jeden jungen Menschen ist es mit dem Arbeitstitel eines Berufes auch die dazugehörigen Inhalte zu verknüpfen. Sehr häufig decken sich die Vorstellungen nicht mit den folgenden Erfahrungen und die Ausbildung wird vorzeitig abgebrochen oder nach der Beendigung erfolgt nicht der geplante Berufseinstieg.

Mein guter Rat: Nutzt jede Möglichkeit, Euch selbst von dem Ausbildungsberuf ein Bild zu machen. Erfahrt, wie der Alltag in diesem Beruf aussieht und welche Entwicklungsmöglichkeiten Euch geboten werden. Gleicht dies mit Euren Interessen ab, so werdet Ihr mit Spaß auch den gewünschten Erfolg haben.” …weiterlesen »

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