Eric Schmidt und Peter Kreuz in Berlin. “Never bored, never alone & never lost”. “Wer Zäune baut, bekommt Schafe.” Geld kein Motivator für “alles, außer gewöhnlich”

18
Feb 2011

Jeder von uns kennt “To dos”  und “To do-Listen” – mehr als uns lieb ist. Wo aber lernt man in der Schule, im Elternhaus, in der Ausbildung, im Studium, vom Arbeitgeber, von Kollegen und Freunden, dass eine “To don`t-Liste” mindestens so wichtig ist wie die “To do-Listen”? Gehört habe ich das vorgestern zum ersten Mal. Ich saß in der 7. Etage im Kulturkaufhaus Dussmann in der dritten Reihe, und hing an den Lippen des Bestseller-Autors Peter Kreuz. Am Ende seines eindrücklichen Vortrags riet er uns: “Machen Sie nicht nur eine tägliche ‘To Do Liste’, sondern auch eine ‘To Don’t-Liste’. Denn was wir entscheiden nicht zu tun, ist mindestens so wichtig wie das, was wir entscheiden zu tun.” Nachzulesen ist das in einem ausführlichen Bericht von Arne Gottschalck im manager magazin Online. Peter Kreuz stellte am Mittwoch Abend bei Dussmann die Vermutung an, vom Kulturkaufhaus eingeladen worden zu sein, weil er auch über Peter Dussmann geschrieben hatte. Im Bestseller “Alles, außer gewöhnlich” von 2007 schreibt Kreuz auf Seite 121: “Dussmann wurde als ‘König der Putzfrauen‘ verspottet.” Im Heft der 99 Zitate von Anja Förster & Peter Kreuz wird Peter Dussmann zitiert: “Ich bin Unternehmer geworden, weil ich nicht für einen anderen Armleuchter arbeiten wollte. Freiheit ist für mich das entscheidende Wort.”

Direkt vor dem Vortrag von Peter Kreuz stellte Googles CEO Eric Schmidt um die Ecke vom Kulturkaufhaus Dussmann im Audimax der Humboldt Universität zu Berlin zwei Innovationen vor: Ein Millionen-Investment in Berlin in Form eines neuen Forschungs- und ZukunftsinstitutsDer Berliner Tagesspiegel schreibt dazu: “Das interdisziplinäre Institut für Internet und Gesellschaft soll in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen. Themen sind: Innovationen, politische Rahmenbedingungen und rechtliche Aspekte. Google wolle eine akademische Debatte anstoßen, begleitend zur öffentlichen Diskussion, sagte Schmidt.” Google werde außerdem 1.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. In den USA wäre er dafür vermutlich gefeiert worden, in Berlin blieb es gespannt oder gelassen ruhig. Mehr Resonanz löste sein entspannter Umgang mit den Mikrofon-Pannen aus. Das erste wireless Headset-Mikro ging nicht, das zweite wireless Hand-Mikro ging auch nicht, bis er ein drittes verkabeltes Mikro bekam. Er blieb entspannt und machte einen Witz über “difference between lan vs. wireless”.

Über die zweite, weltweit angelegte Innovation berichtet der Tagesspiegel am Mittwoch Abend: “… Start einer neuen Bezahllösung für digitale Medieninhalte bekannt. Mit ‘One Pass’ können Verlage Abonnements oder einzelne Artikel über ihre Webseiten verkaufen. Erste Partner in Deutschland sind die Axel Springer AG, der Burda-Verlag (Focus Online) sowie Gruner + Jahr (stern.de).” Eric Schmidt versprach in Bezug auf mobile Internet – frei zitiert: “You`ll never be bored, you`ll never be alone and you`ll never be lost.” Ähnliches sagte er auch schon im September 2010 bei der TechCrunch Disrupt conference: “It’s a future where you don’t forget anything…In this new future you’re never lost…We will know your position down to the foot and down to the inch over time…Your car will drive itself, it’s a bug that cars were invented before computers…you’re never lonely…you’re never bored…you’re never out of ideas.”, Bianca Bosker in The Huffington Post. Dabei legte Schmidt am Mittwoch in Berlin großen Wert darauf, dass Computer uns Menschen “free you up to be more human.” Damit meint er – frei zitiert, dass “computers will be better in what computers can do and humans will be better in what humans can do. And that will be very different!” Was Menschen besser können sind für Schmidt u.a. Intuition, Kreativität, Leadership, having fun.

Bei der Kreativität setzt auch Peter Kreuz in seinem Vortrag an: Menschen und Unternehmen müssen sich entscheiden, entweder sind sie “alles, außer gewöhnlich oder billiger”. Für “billiger” brauch man Mitarbeiter mit Fleiß und Gehorsam, für “alles, außer gewöhnlich” braucht man Mitarbeiter, die ihre Initiative, Kreativität und Leidenschaft nicht nur in der Freizeit einsetzen, sondern auch im Beruf. Das Manager Magazin berichtet dazu aus einem Vortrag von Anja Förster und Peter Kreuz: “Disziplin, Fleiß und Sorgfalt seien heute immer noch notwendige Bedingungen, aber sie reichen nicht mehr aus. ‘Wir brauchen heute auch Menschen, die die Initiative ergreifen, die kreativ Probleme lösen und die nicht nur ihre Hände und ihr Hirn mit zur Arbeit bringen, sondern auch ihr Herz. Menschen, die eben das Funkeln in den Augen haben.’” Viele Untersuchungen weltweit hätten gezeigt, so Peter Kreuz in Berlin, dass Geld nicht der Motivator für “alles, außer gewöhnlich” ist. Mitarbeiter brauchen so viel Geld, dass das Thema Geld für sie vom Tisch ist. Darüber hinaus motivieren drei Elemente:

  1. Selbstbestimmung. Das heißt Freiraum am Arbeitsplatz. Raum für eigene Ideen.
  2. Können. Das heißt Herausforderungen, um täglich besser zu werden und zu wachsen wie ein Tennis-Profi, der täglich trainiert und täglich Feedback bekommt.
  3. Sinn. Das heißt das tun zu können, was einem persönlich wichtig und ein Anliegen ist.

Super Zitat: “Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe.”, so Peter Kreuz. In der täglichen Umsetzung sei immer das WAS vom WIE zu trennen. Es geht beispielsweise nicht darum, Kontrolle (WAS) komplett wegzulassen (WIE), damit alle ihre Freiräume bekommen. Beispiel Reisekosten. Braucht es zur Kontrolle der Kosten (WAS) ein aufwändiges, bürokratisches Verfahren (WIE)? Nein. Ein Marktführer in Brasilien erstattet jedem Mitarbeiter die Reisekosten in jeder Höhe ohne komplizierte Anträge und Berichte. Die Reisekosten werden im Intranet für alle Mitarbeiter dokumentiert. Dadurch gibt es eine Selbstkontrolle. Und bringt ein Kollege einen 1-Millionen-Deal mit nach Hause, gönnen ihm alle auch den Champagner zur Feier.

“Wissen führt nie zur Veränderung.” Eine weitere Erkenntnis aus dem spannenden Abend bei Dussmann. Wir denken, dass wir über eine saubere Analyse zum Handeln und zur Veränderung kommen. Peter Kreuz zeigt einem anderen Weg auf: “1. Sehen, 2. Fühlen, 3. Veränderung.” Und dann experimentieren. Veränderung = neu. Neu = unbekannt. Unbekannt = im Experiment kennen lernen. Im September und Oktober 2010 hatte ich in mehreren Blogbeiträgen den neuen Bestseller “Nur Tote bleiben liegen” vorgestellt: “Zusammenfassend ist für Förster & Kreuz klar, dass Dynamiker auf die unbegrenzten Möglichkeiten von Versuch, Irrtum und Lernen vertrauen, während Statiker einem Weltbild anhängen, in dem Veränderung im Kern eine Bedrohung darstellt.” Zur Veränderung nach dem Sehen und Fühlen gehören Vertrauen in Versuche, Irrtum und Lernen. Zum Lernen gehören üben, üben und üben genauso wie das Risiko, denn der Ausgang bleibt bei Veränderungen immer offen und Scheitern gehört dazu.

Vor 8 Tagen schrieb Peer Schader in der Berliner Zeitung einen Artikel mit dem Titel: “Viele Sendungen im deutschen Fernsehen stammen aus dem Ausland, weil dort öfter mit neuen Ideen experimentiert wird.” Er schreibt darin: “Rob Clark, President of Global Entertainment beim Produktionsriesen Fremantle Media, sagt: ‘Es gibt drei Voraussetzungen: ein Umfeld für kreative Entwicklungen, in dem es auch mal erlaubt ist zu scheitern, risikobereite Sender und eine liberale Auslegung der Rechteverwertung.’ Diese Voraussetzungen sind in Großbritannien vorbildhaft erfüllt.” Das sagt alles, das Umfeld erlaubt Risiko und gewinnt kreative Entwicklungen, die dann weltweit vermarktet werden. Dies sieht man im TV nur im Abspann, denn “Am Ende erscheint dort der Hinweis: ‘Basierend auf einem Format von 19 Entertainment und Fremantle Media’. Denn ‘Superstars’ werden nicht nur in Deutschland gesucht, sondern überall auf der Welt: in Australien und Kanada genauso wie auf den Philippinen, in Frankreich, Malaysia und den USA.”, so Peer Schader.

Wer mehr Inspiration sucht, die Berliner Zeitung hat eine ganze Serie zu “Mutmachern” veröffentlich. Und HESSENMETALL bittet darum, dieses Video zum Nachwuchswettbewerb „MEine Zukunft” 2011 für Innovation weiterzugeben. Dies tun wir doppelt gerne, denn auch mit uns geht HESSENMETALL neue Wege. Im März startet HESSENMETALL mit YOUNECT für Duale Studiengänge in Hessen ein neues PERSONECT-Portal. Wir freuen uns auf den Start in etwa 10 Tagen und werden darüber berichten.

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Bewerber und Unternehmen investieren viel Zeit und Geld. Hohe Verluste durch Absagen. Branchen und Regionen: Stoppt den Irrsinn!

15
Feb 2011

Bisher geht jede Bewerbung 1:1 vom Bewerber zum Unternehmen und als Zusage oder Absage zurück zum Bewerber. Ich finde, diese Ineffizienz muss nicht sein, es geht anders. Stoppt den Irrsinn. Bewerber und Unternehmen investieren viel Zeit und Geld. Absagen führen zu hohen individuellen Verlusten. Branchen und Regionen sollten umdenken!

jeder_allein

Manchmal antworten mir Verbandsvertreter und Politiker: “Wir brauchen mehr Bewerber.” Wie realistisch ist diese Forderung? Platt auf den Punkt gebracht: “In 40 bis 50 Jahren kommen in Deutschland auf eine Geburt zwei Sterbefälle.” Oder in Worten des Statistischen Bundesamtes: “Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene.”

Was bisher gar nicht beachtet wird: Unternehmen investieren viel Zeit und Geld, um Bewerber bis zur Bewerbung zu bringen: Stellenanzeigen, Marketing-Aktionen, Messen, Videos, Websites.  Sind Bewerber überzeugt, dann investieren die Bewerber ihre Zeit und ihr Geld in die Bewerbung. Unternehmen und Bewerber haben Zeit und Geld investiert, dennoch kann selbst eine gute Bewerbung zur Absage führen. Gründe für Absagen:

  • Kapazität
  • Zeitpunkt
  • Fachliche Passung
  • Menschliche Passung

Auch in Zeiten von Fachkräftemangel wird es weiterhin Absagen geben. Also gilt es, diese großen Investments zu retten und die Motivation des Bewerbers aufzufangen. Der Bewerber wurde bereits für ein Unternehmen und eine Branche gewonnen. Bewerber und Unternehmen haben Zeit und Geld investiert. Und dann gehen Bewerber nach Absagen einzelner Unternehmen verloren. Verloren für die Branche und die Region. Muss das so sein? Ok, das war eine rhetorische Frage.

Besser wär`s doch, Fachkräfte und Auszubildende werden mit der ersten Bewerbung allen interessierten Unternehmen präsentiert. D.h. jede gute Bewerbung kommt mit Empfehlung in den Bewerberpool eines Verbandes oder einer Stadt/Region.

gemeinsam

Wie stellen Sie sicher, dass alle Talente für Ihre Stadt, Ihren Landkreis und Ihre Branche erhalten bleiben?

YOUNECT stärkt die Zusammenarbeit webbasiert mit verbandsinternen Bewerberpools. Mit „Bewerber auf Empfehlung“ bieten wir eine wirksame webbasierte Verzahnung, so dass jeder gute Bewerber schon mit der ersten Bewerbung der Stadt, der Region und der Branche erhalten bleibt! Mit einem Klick werden gute Bewerber allen anderen beteiligten Betrieben empfohlen – natürlich NUR wenn der Bewerber zustimmt und damit datenschutzrechtlich korrekt. Im aktuellen Verbändereport wird dieser interne Pool vorgestellt.

Was halten Sie davon? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback, Ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen.

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Wir haben uns sehr über euer Feedback heute gefreut

11
Mrz 2010

Heute haben wir uns riesig gefreut über zwei Feedbacks. Da Eigenlob stickt, lassen wir lieber einen Youser und eine Mutter zu Wort kommen:

Feedback 1: Eine Mutter schrieb uns:

“Liebes Younect Team.

Sie leisten eine tolle Arbeit, jedoch ist meine Tochter erst 11 Jahre alt und hatte sich, weil sie sich über Berufe informieren wollte, bei Ihnen eingeschrieben. Also bitte nicht wundern wenn sie vorausichtlich frühestens in 5 Jahren auf Ihre tollen Angebote eingeht.

Machen Sie weiter so …”

Ja, wir machen weiter so. Und wir arbeiten täglich daran, noch besser zu werden. – Für alle, die sich einfach erst mal informieren, dafür ist YOUNECT auch da, z.B. mit den 250  Jobboxen.

Feedback 2: Und ein Youser schrieb uns:

“Hallo liebes YOUNECT Team,

Ich habe endlich meine Ausbildung bei BAUHAUS und wollte mich für eure Unterstützung danken. Macht weiter so. Ich kann euch nur weiter empfehlen…

also nochmals vielen Dank.”

Wir haben uns sehr gefreut. Und haben den Schwung gleich umgesetzt in die neue Startseite. Wer findet die Unterschiede zu gestern? :-)

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