Professionalität, die emotional bewegt! Herzblut, das begeistert! Unter die Haut gehen, damit im Gehirn etwas passiert!

19
Aug 2010

Mich verfolgt die Frage, warum Berufswahl nicht so spannend-kultig dargestellt wird wie die Fälle der Detektive Justus, Peter und Bob, die “???”. Oder so lustig-unterhaltsam wie Ice Age-Filme? Die meisten Berufsinformationen, Websites, Broschüren, Filme versuchen objektiv-neutral zu sein. Weckt das Interesse der Schüler? Ist das interessant? Was dringt zu den Schülern durch? Was begeistert? Was bewegt? Was wird weiter erzählt? Weiter erzählt werden Abenteuer, Geschichten, packende Storys, beeindruckende Bilder. Warum bewegt Berufswahl nicht? Warum werden Berufsinfos nicht weiter erzählt?

Fehlen spannende Geschichten? Fehlt die Emotionalität von Musik, Konzerten, Bands? Warum sind Berufsinfos nicht so spannend-kultig wie die „???“ oder so professionell wie „Wer wird Millionär?“? In „Wer wird Millionär?“ wurde über ein Jahr Entwicklungszeit investiert. Und nun läuft es seit 10 Jahren weltweit erfolgreich. Berufswahl wird nie so dringend sein wie die nächste Party, Berufswahl muss anders punkten!

Nicht nur für Schüler in der Berufswahl, sondern für jeden von uns gilt: Informationen, die wir aufnehmen müssen eine Relevanz für uns haben, sonst nehmen wir sie gar nicht wahr. Unsere Wahrnehmung ist extrem selektiv. Muss sie auch sein, sonst würden wir im Informationsüberfluss durchdrehen. Relevanz hat unter Schülern zum Beispiel, wer mit wem wo baden geht oder auf welcher Party man wen getroffen hat. Schüler reden über ihr Leben, ihre Freunde, ihre Sorgen, ihre Musik, und sie zeigen sich ihre Fotos auf Facebook und schuelerVZ. Das ist relevant. Das ist auch nicht banal. Das ist das, was in dem Alter relevant ist. Welche Inhalte sollten relevanter sein?

Berufswahl ist gefühlt sehr weit weg. Schüler leben extrem im Hier & Jetzt. Das verkürzte Abitur führt tagsüber zu längeren Schulzeiten und noch mehr Hausaufgaben. Die Leistungsbereitschaft wächst zwar bei einem relevanten Teil der 14- und 15-Jährigen. Frau Professor Rump, Uni Ludwigshafen, sieht darin einen Trend und beschreibt diese Entwicklung als „Fleiß und Ehrgeiz als Sicherheitsstrategie der Generation Multimedia.“ Dennoch kommt die Berufswahl immer weit hinter privaten Interessen, Freunden, Hobbys, Partys und Musik mit hoher persönlicher Relevanz sowie auch hinter akut dringenden schulischen Aufgaben.

Haben Unternehmen sich schon das Recht und die Relevanz erworben, vom Schüler gehört zu werden? Unternehmen und Verbände präsentieren Berufe oft mit langweiligen und gewollt objektiven Fotos und Filmen. Aber was ist für einen Schüler daran relevant? Warum sollten Schüler darüber reden? Wo ist die Story, die weitererzählt werden könnte? Schüler sprechen über sich, über das, was sie bewegt, und über professionelle Angebote, die für sie relevant sind und einen klaren Nutzen transportieren. Darin ist Berufsorientierung sachlich, dass sie genauso relevant sein muss und einen klaren Nutzen transportieren sollte, wie alles, was uns wirklich tangiert. Ansonsten ist Berufswahl hochgradig emotional.

Ich hoffe, dass Schüler ihre eigene Motivation finden, das “DU” in der Bildung und “Bil DU ng” für sich entdecken. Dazu gehört auch etwas, wofür sie brennen, was sie mit Leidenschaft und Herzblut füllt. Etwas von dem sie schwärmen, das sie gerne weitersagen. Dazu passt dieses Zitat: “Prozesse müssen unter die Haut gehen, damit im Gehirn etwas passiert.” Gerald Hüther. Lasst uns Berufswahl aufregender gestalten, kultige Serien und spannende Storys erschaffen. Ich hoffe auf Professionalität, die emotional bewegt, und Herzblut, das begeistert!

Teile diesen Artikel
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MySpace
  • Identi.ca
  • MisterWong
  • Netvibes
  • Ping.fm
  • Tumblr
  • Wikio
  • Yigg
  • email
  • Print
  • PDF
  • Twitter

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

15.000 Ausbildungsbetriebe befragt. Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos?

11
Apr 2010

Immer öfter berichten die Medien über die angeblich nicht “ausbildungsreifen” Schüler. Den krassesten Kommentar schrieb Peter Hahne in der BamS: „… da ein Großteil jedoch nicht ausbildungsfähig ist, gibt es für die Rentner keinen schönen Lebensabend. ­Sondern nur stockfinstere Nacht.“ Im Bildungsbericht des DIHK steht: 50.000 Stellen unbesetzt. Größtes Ausbildungshemmnis: die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen organisiert Nachhilfestunden. Gründe aus dem Bericht, für den 15.000 Ausbildungsbetriebe befragt wurden:

  1. 63% der Betriebe gaben als Grund an, es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor, bei IT/Medien sogar 71%.
  2. 19% machen die Erfahrung, die Ausbildungsplätze wurden von den Auszubildenden nicht angetreten, bei Banken und Versicherungen sogar 42%.

Das ist ohne Frage dramatisch. Dass 17% der Ausbildungsverträge von den Azubis nach Beginn der Ausbildung aufgelöst werden, kostet neben viel Frust auch viel Geld. Ich hatte 2008 schon mal nachgerechnet: 500 Millionen € Lohnzahlung an Abbrecher (bei durchschnittlich 3 Monaten bis zum Abbruch).

Aber bei all dem Jammer stellt sich mir eine Frage von Tag zu Tag lauter – und ich vermisse sie in der öffentlichen Debatte:

Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos oder die Gewinnung Regenerativer Energien? Warum gibt es in der Berufsorientierung kein Kultbuch und Hörspiel wie das der Drei Fragezeichen „???“ Justus, Peter und Bob?

Warum wird der Wandel der Arbeitswelt nicht so unterhaltsam dargestellt wie die „ICE AGE“-Filme? Thomas Hermanns hat mal gesagt: „Je ernster das Thema, desto anspruchsvoller der Humor.“ Ich vermisse in der Berufsorientierung professionelle Filme mit Kino-Niveau. Musik mit Download-Niveau. Spannende Storys.

Dafür sucht YOUNECT Partner. Denn Exzellenz zieht Exzellenz an. Wenn Deutschland zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen will, die von Bildung geprägt ist, wie es der Autor Gunter Dueck zu Recht fordert, dann wird das eine exzellente Wirkung entfalten.

Aber bitte bedenkt dabei: Jeder Mensch will wissen, “WaBriMiDa?” Sie, ich und Schüler auch.Was hat der Schüler von exzellenter Bildung? und was von exzellenter Berufsorientierung? Wer erklärt dies exzellent und macht Berufswahl schmackhaft?

Schüler brauchen in der Berufsorientierung andere Angebote als Erwachsene, weil sie vor ganz anderen Herausforderungen stehen. Sie müssen – ohne überfordert zu werden – erst mal die Fülle an Möglichkeiten kennen lernen. Schüler müssen sich erst mal austesten und den innersten Antrieb herausfinden, hohe Ziele stecken lernen. Und Schüler brauchen Vorbilder, um aktiv zu werden. Dich, Sie und mich. …weiterlesen »

Teile diesen Artikel
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MySpace
  • Identi.ca
  • MisterWong
  • Netvibes
  • Ping.fm
  • Tumblr
  • Wikio
  • Yigg
  • email
  • Print
  • PDF
  • Twitter

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

© 2009 YOUNECT Blog. All Rights Reserved.

This Blog is powerd by Wordpress with a Theme Styled by Sichtachsen, based on Magatheme