@Schüler: “IMMER das machen, was man machen möchte.” @Arbeitgeber: “Offener sein.”

6
Jun 2010

Christina Krüger liebt das Lesen, Schreiben, Musik und Filme. Sie ist Schülerin und Träumerin, Reisende und Cineastin. Außerdem ist sie sehr aktiv in Köln mit der Youth Bank und den Julis. Ihr Lieblingszitat: “It’s hard to stay mad when there is so much beauty in the world.” [American Beauty]

Ihr Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Egal, was andere sagen, also ob das Lehrer, Freunde, Bekannte, Verwandte, oder wer auch immer ist, immer, IMMER das machen, was man machen möchte. Nicht von doofen NCs und zu hohen Anforderungen verunsichern lassen. Und ganz wichtig: schon vorher Seminare in die Richtung besuchen d.h. sich weiterbilden- das erhöht die Chancen enorm, wie ich gemerkt habe.”

Ihr Tipp zur Gewinnung von Schülern an Arbeitgeber:

“Offener sein. Ich finde, ganz viele Betriebe komme sehr “verstockt” rüber- das ist abschreckend. Und nicht so sehr auf bestimmte Leistungen bestehen- das machen in der Kölner Umgebung unheimlich viele. Begeistert war ich, als ich einen Bericht von einem Betrieb gelesen habe, der von seinen Azubis eine 3 in Mathe erwartet hätte, einen Jungen mit einer 5 in Mathe aber trotzdem genommen, und ihm dann die Nachhilfe finanziert hat. Der Druck in den Schulen nimmt Ausmaße an, die sich keiner mehr vorstellen kann. Das muss in der Ausbildung nicht fortgesetzt werden.”

Vielen Dank, Tina, auf ein baldiges Wiedersehen.

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15.000 Ausbildungsbetriebe befragt. Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos?

11
Apr 2010

Immer öfter berichten die Medien über die angeblich nicht “ausbildungsreifen” Schüler. Den krassesten Kommentar schrieb Peter Hahne in der BamS: „… da ein Großteil jedoch nicht ausbildungsfähig ist, gibt es für die Rentner keinen schönen Lebensabend. ­Sondern nur stockfinstere Nacht.“ Im Bildungsbericht des DIHK steht: 50.000 Stellen unbesetzt. Größtes Ausbildungshemmnis: die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen organisiert Nachhilfestunden. Gründe aus dem Bericht, für den 15.000 Ausbildungsbetriebe befragt wurden:

  1. 63% der Betriebe gaben als Grund an, es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor, bei IT/Medien sogar 71%.
  2. 19% machen die Erfahrung, die Ausbildungsplätze wurden von den Auszubildenden nicht angetreten, bei Banken und Versicherungen sogar 42%.

Das ist ohne Frage dramatisch. Dass 17% der Ausbildungsverträge von den Azubis nach Beginn der Ausbildung aufgelöst werden, kostet neben viel Frust auch viel Geld. Ich hatte 2008 schon mal nachgerechnet: 500 Millionen € Lohnzahlung an Abbrecher (bei durchschnittlich 3 Monaten bis zum Abbruch).

Aber bei all dem Jammer stellt sich mir eine Frage von Tag zu Tag lauter – und ich vermisse sie in der öffentlichen Debatte:

Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos oder die Gewinnung Regenerativer Energien? Warum gibt es in der Berufsorientierung kein Kultbuch und Hörspiel wie das der Drei Fragezeichen „???“ Justus, Peter und Bob?

Warum wird der Wandel der Arbeitswelt nicht so unterhaltsam dargestellt wie die „ICE AGE“-Filme? Thomas Hermanns hat mal gesagt: „Je ernster das Thema, desto anspruchsvoller der Humor.“ Ich vermisse in der Berufsorientierung professionelle Filme mit Kino-Niveau. Musik mit Download-Niveau. Spannende Storys.

Dafür sucht YOUNECT Partner. Denn Exzellenz zieht Exzellenz an. Wenn Deutschland zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen will, die von Bildung geprägt ist, wie es der Autor Gunter Dueck zu Recht fordert, dann wird das eine exzellente Wirkung entfalten.

Aber bitte bedenkt dabei: Jeder Mensch will wissen, “WaBriMiDa?” Sie, ich und Schüler auch.Was hat der Schüler von exzellenter Bildung? und was von exzellenter Berufsorientierung? Wer erklärt dies exzellent und macht Berufswahl schmackhaft?

Schüler brauchen in der Berufsorientierung andere Angebote als Erwachsene, weil sie vor ganz anderen Herausforderungen stehen. Sie müssen – ohne überfordert zu werden – erst mal die Fülle an Möglichkeiten kennen lernen. Schüler müssen sich erst mal austesten und den innersten Antrieb herausfinden, hohe Ziele stecken lernen. Und Schüler brauchen Vorbilder, um aktiv zu werden. Dich, Sie und mich. …weiterlesen »

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