Fachkräftemangel kostet Mittelstand 30 Milliarden. Auch Unternehmer gehen zur Neige aus Angst vor Scheitern

24
Jan 2011

Mittelständler fürchten Umsatzverluste durch Fachkräftemangel. Ernst & Young befragte 3.000 Firmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern. Die Ergebnisse sind repräsentativ. Von den prognostizierten Umsatzeinbußen von rund 30 Milliarden Euro sind laut Ernst & Young besonders Nordrhein-Westfalen und Bayern betroffen. Ihre aktuelle Geschäftslage nennen 92 Prozent der befragten Unternehmer “gut“ oder “eher gut“, das ist ein besserer Wert als im Boom-Jahr 2007. Gleichzeitig rechnen zwei von drei Unternehmern mit wachsenden Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Top-Personal. Nicht wirklich überraschend, dann diese Schlagzeilen kommen immer parallel zum Aufschwung…

Die Bundesagentur für Arbeit hat sich auch mal wieder eine Studie geleistet, die heißt „Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland“. Wahr, aber nicht besonders originell, da zu häufig schon gesagt: „Wir können es uns nicht leisten, die schlummernden Potenziale in unserem Land zu ignorieren“, sagte Behördenvorstand Raimund Becker. Die Bundesagentur für Arbeit hat ihre Hausaufgaben gemacht und laut heutigem breiten Medienecho einen Zehn-Punkte-Plan gegen den drohenden Fachkräftemangel aufgestellt. So sollen bis 2025 mehrere Millionen zusätzliche Arbeitskräfte gewonnen werden. Ein Schwerpunkt liegt auf einer verbesserten Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Klingt erst mal nach einer “alle Jahre wieder”-Lyrik. Ich hoffe, ich täusche mich zum Wohle all der schlummernden Talente!

Ich hoffe, bei dem 10-Punkte-Plan werden die aktuellen Erkenntnisse der Schwedischen Studie beachtet, über die GEO berichtet: “Auf die Lehrer kommt es an!” Schwedische Lehrer haben eine der schwächsten schwedischen Schulklassen innerhalb von 5 Monaten in eine leistungsstarke Klasse verwandelt. Der Erfolg lag laut Bericht in einer Vielfalt an Fähigkeiten der Lehrer: Fachwissen, Begeisterungsfähigkeit, eigene Wertebindung, souveränes Rollenverständnis und – ganz wichtig – die Fähigkeit, sich nicht stressen zu lassen. Laut GEO und nach Einschätzung von Experten werden diese Faktoren in der Lehrerausbildung in Deutschland zu wenig beachtet. Fazit: “Schulreform, kleinere Klassen, längeres gemeinsames Lernen? Alles zweitrangig. Die Bildungschancen unserer Kinder hängen vor allem ab von den Menschen, die vor der Tafel stehen und Wissen vermitteln.”

Und nicht nur Fachkräfte gehen zur Neige, auch Unternehmer: Deutschland ist Entwicklungsland in Sachen Unternehmertum. Viele  Menschen haben Angst vor dem Scheitern. Aber ohne die Möglichkeit zu scheitern, gibt es kein Unternehmen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auf dem 15. Rang von 20 Ländern. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Institute in ihrer gemeinsamen Studie “Global Entrepreneurship Monitor” (GEM). Der Anteil der 18- bis 64 Jährigen, die in den vergangenen dreieinhalb Jahren ein Unternehmen gründeten, liegt bei 4,1 Prozent. In den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt diese Quote über 10 Prozent.

Interessant ist, dass all diese Studien all die Jahre wiederholt werden, es folgen 10-Punkte-Pläne und Aktionen. Ich hoffe sehr, dass Thomas Keups Blick in die digitale Zukunft und seine Frage zukünftig beherzigt wird: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?” In Antworten auf diese Frage sehe ich viel Potenzial. Statt neuem Aktionismus und unzähligen 2jährigen EU-finanzierten Pilotprojekten hoffe ich auf langfristige Effekte durch neue Formen der Kooperation und der Zusammenarbeit.

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50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt – wie schon 2009. NORDPOOL setzt auf regionale Netzwerke

23
Okt 2010

Etwa 50.000 Ausbildungsplätze werden in diesem Jahr unbesetzt bleiben – wie schon 2009. Das schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). “Der demografische Effekt schlägt voll durch.” Seit 2003 sei die Zahl der Lehrstellen in Industrie und Handel um 10,7 Prozent gestiegen, die Zahl der Bewerber dagegen um 9 Prozent gesunken. Eine genaue Bilanz der Stellensituation wird am Dienstag vorgelegt.

Die Shell-Jugendstudie lässt viel Social Media Potential erahnen: 93% der Schüler sind täglich online und pflegen ihre Kontakte. Allerdings werden großteils dieselben Kontakte gepflegt wie auch offline: Freunde. Verbandseiten wie vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. sind keine Selbstläufer, sie werden gar nicht gefunden.

Martin Gaedt, Geschäftsführer von YOUNECT, erläutert im Interview mit Manuel Koelman, wie wichtig es für Unternehmen ist, regionale Netzwerke für ihre Azubisuche zu nutzen. Es geht außerdem um negative und positive Trends im HR-Recruiting – insbesondere im Bereich Azubis wie die strukturelle Herausforderung, 900.000 Schulabgänger in wenigen Monaten PASSEND zu vermitteln. Insbesondere weist Martin Gaedt in dem Interview darauf hin, regionale Netzwerke webbasiert zu unterstützen.

In Niedersachsen läuft der NORDPOOL für die NORD/LB. Dieser Online-Pool wird gefüllt mit Empfehlungen von konkreten Mentoren, Multiplikatoren, Jugendleitern, Sporttrainern, Schülervertretern aus den Schulen und Jugendorganisationen, die die Schüler direkt erleben und am meisten beeinflussen, Menschen, denen die Schüler vertrauen und zuhören. Was ein Mentor empfiehlt, hat Bedeutung. Deren Rat wird ernst genommen. Schüler werden so über persönliche Empfehlung auf die Ausbildungen aufmerksam. Dadurch erhöht sich die Chance auf einen PASSEND besetzten Ausbildungsplatz.

Einen anderen Weg geht der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. mit PERSONECT. Die EMPFEHLUNG geht hier von Unternehmen aus: Statt Absagen werden gute Bewerber intern weiter empfohlen unter den Mitgliedern  – natürlich datenschutzrechtlich korrekt. Bisher bekommt ein guter Bewerber, der aus Kapazitätsgründen nicht eingestellt wird, eine Absage und geht im schlimmsten Fall der ganzen Branche verloren. Der VME sieht dort seine Service-Aufgabe gegenüber seinen Mitgliedern, die nun intern gute Bewerber an die anderen 149 Unternehmen weiter empfehlen können.

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@Schüler: “Praktikumsbewertungen wichtiger als Noten.” @Arbeitgeber: “Kooperation mit Haupt- und Förderschulen.”

1
Jun 2010

Frank Becker ist Sprecher und Rampensau. Hauptberuflich arbeitet er als Sonderpädagoge mit Förderschülern an einer Schule für soziale und emotionale Entwicklung. Er sieht ein Hauptproblem in der mangelnden Motivation. Selbst Schüler mit einem Hauptschulabschluss haben extreme Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Auf die Frage, welche Art von Arbeit von Interesse ist, steht vielen ein großes Fragezeichen auf der Stirn oder die Antwort: „Ich werd eh Hartz IV“.

Ein Tipp für die Schüler:

“Probiert in den Schülerpraktika möglichst unterschiedliche Berufsfelder aus, um zu erkennen, was Euch liegt oder eben nicht. Es ist auch sehr wertvoll zu wissen, welchen Beruf man später nicht ausüben möchte – nachdem man es zumindest versucht hat.
Die Praktikumsbewertungen sind manchen Chefs wichtiger als Zeugnisnoten, denn sie zeigen, dass der Praktikant gut arbeiten kann, pünktlich und höflich ist und sich für den Beruf interessiert – das ist Gold wert und eine gute Basis für eine Bewerbung zum Ausbildungsplatz.”

Ein Tipp für die ausbildenden Unternehmen:

“Suchen Sie die Kooperation auch mit Haupt- und Förderschulen. Ein Motivationsschub und spannend ist eine langfristig angelegte Zusammenarbeit mit schulbegleitenden Praktika in Ihrem Unternehmen und einer Ausbildungsplatzoption für die erfolgreichen Teilnehmer, die Ihren Anforderungen entsprechen. Sie könnten Ihre Wünsche und Anforderungen an den Praktikanten / Auszubildenden von Beginn an transparent machen und die Schule könnte im begleitenden Unterricht die fehlenden Kompetenzen fördern.
Probieren Sie es aus – es lohnt sich für beide Seiten.”

Vielen Dank Frank Becker. Ihr Unterricht klingt spannend und humorvoll mit Körpersprache und Traning des Verhaltens in Bewerbungsgesprächen!

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Ausbildung Veranstaltungskaufmann/-frau und Kaufmann/-frau Tourismus und Freizeit in Berlin

14
Mai 2010

FORUM Berufsbildung e.V. in Berlin bietet zum 01. September 2010 zwei Ausbildungen an:

Veranstaltungskaufmann/-frau und

Kaufmann/-frau Tourismus und Freizeit

Ausbildungs +Plus bei FORUM Berufsbildung:
+ hoher Praxisanteil | bei uns werden Sie kein Theoretiker
+ erfahrene Ausbilder & Lehrkräfte | umfangreiches Know-how aus der Praxis
+ individuelle Begleitung | Sie haben einen persönlichen Ansprechpartner
+ moderne technische Ausstattung | neue Hard-/Software
+ Kooperation mit Unternehmen | Profitieren Sie von unseren guten Kontakten
+ Zusatzleistungen | ergänzende Workshops
+ gezielte Prüfungsvorbereitung | 96,7% der Auszubildenden schaffen die Prüfung im ersten Anlauf

Details findet ihr hier: http://stellenanzeigen.younect.de/

VIEL ERFOLG

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