Fleißige Disziplin plus faule Auszeiten sind Bugwellen des Erfolgs

20
Okt 2010

“Risiko ist die Bugwelle des Erfolges”, sagte Carl Amery, der eigentlich Christian Anton Mayer hieß und ein deutscher Schriftsteller und Umweltaktivist war.  “Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeit erkennen, bevor sie offensichtlich werden.”, wird Oscar Wilde zitiert. “Google unterstreicht seine Experimentierfreude”, schreibt Martin Weigert heute auf netzwertig.com. Risiko und Experimente sind zwei Eckpfeiler in dem neuen Bestseller “Nur Tote bleiben liegen” von Anja Förster und Peter Kreuz.

Aber es geht in dem packenden Buch nicht nur um Experimente, Risiko, “üben üben üben” (S.157) sowie “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176). Hervorgehoben wird auch die Bedeutung von Faulheit und Müßiggang. “Kreativität benötigt ‘Slack time’… eine Art ‘Freizeit während der Arbeitszeit’.” (S.171) Förster & Kreuz betonen den Wert von Auszeiten. “Große Ideen sind niemals das Ergebnis von permanentem Beschäftigtsein.” (S.172). Sie empfehlen Müßiggang als “notwendige Voraussetzung für Kreativität” (S.174). Der Geist blitzt, wenn er Raum hat, sich zu entfalten und um die Ecke zu denken.

Gestern wurde der beste Mittagsschläfer in Madrid gekürt und Siesta zum Volkssport erklärt. Auch das kann eine Methode zur Entspannung sein. Viele Ideen kommen in Träumen oder nach dem Aufstehen. Dies passiert besonders dann, wenn man sich zuvor in ein Thema hineingekniet und in eine schier unlösbare Aufgabe verbissen hat. “Denn Kreativität ist auch eine Folge schierer Produktiviät.” (S.176) Ideen entsehen in der perfekten Mischung aus leidenschaftlichem Hineinknien, diszipliniertem Üben und fleißigem Ausprobieren gepaart mit Freiheit, Auszeit, Zertreuung und Entspannung. Ohne diese offenen Freiräume hat das Neue gar keinen Platz, in den Geist einzudringen und aufzublitzen.

Um Innovationen zu entwickeln, ist zweierlei notwendig: Gradlinige Disziplin sowie weite, großartige, chaotische Vorstellungskraft:

  • A wie Analyse, Aufgabe und Auswahl auf der einen Seite &
  • O wie Offenheit und Optionen auf der anderen Seite.

A & O sind beide notwendig, aber vermischt verlieren sie ihre Wirkung. Sogenannte „Killerphrasen“ töten Kreativität. Gleichzeitig können endlose Schwafelrunden ohne Ergebnissen jede Energie lahm legen. Deshalb lebt Kreativiät von beidem gleichermaßen:

  • A steht für Analyse, Aufgabe, Auswahl, Bewertung, Definition, Disziplin, Durchblick, Fokus, Klarheit, Konzentration, messbare Kriterien, Kritik, Ordnung, Steuerung, Ziel.
  • O steht für Offenheit, Optionen, Potenziale, alle Sinne, aus dem Rahmen fallen, Chaos, Freiräume, Kreativität, Spinnen, Träume, Tellerränder, Überraschung, Unfall, Vorstellungskraft, Vision, Weitblick, Weite.

Ohne O wird das Neue langweilig, ohne A gibt es keine Struktur und kein Ergebnis. Innovationen leben von beiden Seiten der Medaille. Fleißige Disziplin plus faule Auszeiten sind Bugwellen des Erfolgs.

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93% der Jugendlichen täglich online. Internet als Reality-Check für fundamental andere Unternehmen

5
Okt 2010

Die aktuelle Shell Jugendstudie und der neue Besteller “Nur Tote bleiben liegen” beschreiben die neue “Net Generation”. Zugeschnitten auf diese Net Generation ist der webbasierte NORDPOOL, bei dem Bewerber von “Mentoren” eingeladen werden.

93% der Jugendlichen in Deutschland nutzen das Internet täglich. Nur noch 21% lesen Zeitungen und 6% Zeitschriften, sagt eine Studie der VZ-Gruppe Anfang September. Eine Woche darauf stellt die 16. Shell Jugendstudie 2010 fest: 96% der Jugendlichen haben Zugang zum Internet und verbringen im Schnitt fast 13 Stunden pro Woche in Netz. Dabei ist die Nutzung des Internets sehr unterschiedlich. Die Shell Jugendstudie unterscheidet in “Funktions-User (17%), Gamer (24%), digitale Netzwerker (25%) und Multi-User (34%)”. Wer konsumiert und wer gestaltet dabei? Ziehen virtuelle Welten im Alltag ein 0der wird die reale Welt durch das Netz persönlicher? Sind die “Freundschaften Kontakte und der Status ein Symbol”, wie die Band PEER in “Schutzraum” singt? Das wissen wir in ein paar Jahren. Fest steht, dass sich Ron Sommer geirrt hat, als er 1990 meinte: “Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft.” (WirtschaftsWoche)

Ganz im Gegenteil empfehlen Anja Förster & Peter Kreuz Unternehmen statt Glaskugeln einen Internetanschluss. Das Internet ist für die Autoren ein Bild “für eine fundamental andere Art, Unternehmen zu führen… und ein Reality-Check für jedes Zukunftsszenario.” (S.17) Entsprechend taucht das Wort “Internet” in “Nur Tote bleiben liegen” laut Register auf über 40 Seiten auf und ist damit das meist genannte einzelne Wort noch vor Kreativität, Freiheit, Querdenker und Leidenschaft. In ihrem letzten Buch “Spuren statt Staub” taucht “Internet” nicht ein einziges Mal im Register auf. Zwischen den beiden Bestsellern liegen nur zwei Jahre. Gleich ihre erste Geschichte über Gary Vaynerchuk beginnt mit Business im Internet. Grundlegender geht es ihnen darum, dass mit der “Net Generation eine neue Generation ins Arbeitsleben eintritt.” (S.18) “Jeder ist frei, Arbeitskraft anzubieten… Aufgaben werden gewählt, nicht verteilt.” (S.24)  “Die neue Generation von Mitarbeitern ist von der offenen und demokratischen Kultur des Internets geprägt.” (S.56) “Diese Leistungsträger haben andere Werte … sie brauchen keine Fluchtprogramme.” (S.57) “Was sie wirklich interessiert, ist der Innovationsstau der Landwirtschaft in Afrika, sind sauberes Wasser und bezahlbare Gesundheit für alle Menschen in Indien oder die Probleme des Bildungssystems in Nordamerika… das Unternehmen muss sein Geschäftsmodell den Erwartungen der jungen Generation anpassen!” (S.25) “Im Web ist jede Führungsrolle eine dienende Rolle.” (S.67) Die fundamental andere Art der Unternehmensführung liegt in dieser dienenden Rolle als sozialer Architekt, der die Talente der Net Generation organisiert. Dazu gehört die Integration der quasi angeborene Nutzung offener Webkulturen in Unternehmen, wenn sie das lebendige Potenzial entfesseln wollen.

Im NORDPOOL dienen die Mentoren ihren Schützlingen durch eine Berufsempfehlung und die Referenz ans Unternehmen. Dabei kann die Net Generation neue zeitgemäße Tools nutzen, und persönliche Beziehungen werden zur webbasierten Orientierung und Empfehlung genutzt. Schüler bekommen eine Referenz von Menschen, die sie gut kennen und deren Ratschlägen sie vertrauen. Diese Vertrauten der Schüler werden einbezogen in Berufsorientierung und Berufswahl. Die Net Generation kann davon profitieren. Und Unternehmen auch. “Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört”, sagte Willy Brandt am 10. November 1989.  Die Vereinigung von Arbeitswelt und der Net Generation ist unaufhaltsam. Die sinnvolle Unterstützung von Schülern in der Berufswahl und von Unternehmen in der Bewerberauswahl durch die Menschen, die die Schüler begleiten, prägen und am besten kennen, erscheint mir mehr als überfällig. Das Netz macht es möglich.

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üben Disziplin üben Durchhaltevermögen üben Fleiß üben Fehlschläge

1
Okt 2010

Was ist Kreativität? Wie lässt sich Kreativität erzeugen? Und was bringt sie überhaupt. Anja Förster & Peter Kreuz bringen in “Nur Tote bleiben liegen” ungewöhnliche Begriffe mit Kreativität in Verbindung, die selten genannt werden: “üben üben üben” (S.157) und “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176) sowie “Misserfolge… Fehlschläge” (S.177). 240 wissenschaftliche Texte von Albert Einstein, 250 Firmen von Richard Branson, 1.000 Songs von Prince, 1.039 Patente von Edison und 20.000 Kunstwerke von Pablo Picasso deuten an, dass Kreativität auch etwas mit Masse zu tun hat. Die erfolgreichsten Kreativen weisen neben den Erfolgen auch Massen an Fehlschlägen und Misserfolgen auf. Aber sie gehen weiter, immer weiter, bleiben nicht stehen. Das erfordert Disziplin und Fleiss. Kreativität setzt Übung und Fachwissen voraus. Kreative Meister sind auch Meister ihres Faches. Sie gehen auf der Basis ihres Wissens über das Bekannte hinaus. Ihre Leidenschaft führt sie weiter ins Neuland. “Man traut sich einfach mehr als früher.” (S.168)

Neuland und überraschende, ungewöhliche Ideen, die häufig “einfach mal so” gefordert werden, haben einen großen Nachteil: Sie weichen ab. Sie verlassen das Altbekannte. Das steht im Widerspruch zur guten Gewohnheit, denn wir vertrauen unseren alten Bekannten erfahrungsgemäß mehr als dem Un-Bekannten, dem Neuen. Neues birgt immer Risiko. Und Neuland “erfordert eine Investition.” (S.164) Anne Koark schrieb mir letzte Woche zum Risiko: “Die erfolgreichsten Unternehmer schrammen oft haarscharf an einer Insolvenz vorbei, weil es kein erfolgreiches Unternehmen gibt, wenn man nie das Risiko des Unternehmertums geht :-) .” Das ist unangenehm, keiner will das, aber anders geht es gar nicht. Erfolg ohne Niederlage gibt es nicht. Kreativität ohne einen Haufen Mist gibt es auch nicht.

Wer diesen kreativen “Mist” ernsthaft will, kann einiges dafür tun. Freiräume schaffen durch eine kreative Unternehmenskultur und ein kreatives Umfeld, um kreative Talente zu entfalten. Da wären wir schon wieder beim Thema von gestern: “Führungskräfte als soziale Architekten, die sich als Koordinator von Talenten verstehen. Schafft er einen ‘Raum’ zur Entfaltung der Talente?” Kreativität steht und fällt mit Menschen, die ein anregendes Umfeld gestalten, die Fehler zulassen und auch bereit sind, alte Bekannte stehen zu lassen und “mit Traditionen zu brechen.” (S.163)

Und diese Bereitschaft findet ihren Ausdruck in echten Freiräumen. Neben der bereits genannten Disziplin ist genauso wichtig, “dass Phasen des selbstbestimmten Müßiggangs notwendige Voraussetzung für Kreativität sind.” (S.174) Kreativer Müßiggang und kreative Höchstleistungen können durch die Unternehmenskultur und auch die Architektur gefördert werden, denn “kleinliche Gebäude beherbergen kleinliche Gedanken.” (S.169)  Es zeigt sich also, dass kreative Leistungen von vielen strategischen Entscheidungen abhängen. Wird Kreativität mit allen Konsequenzen gewollt und unterstützt? Werden Freiräume im “Altland” geschaffen? Werden in “Absurdistan” Experimente und Misserfolge nicht nur zugelassen sondern gewollt und gefördert? Und geht ein Unternehmen ins Risiko, “Neuland” zu betreten?

Ohne Freiräume, Misserfolge und Risiko keine kreativen Leistungen. “Noch Fragen?” (S.177) Stellt das gerne alles infrage, denn “alles muss infrage gestellt werden.” (S.163)

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Noch 351 Tage Internationales Jahr der Jugend. “Nehmt die Jugendlichen ernst.” Sprecht mit ihnen! Hört zu!

26
Aug 2010

Vor 14 Tagen startete das Internationale Jahr der Jugend unter dem Motto: „Dialogue and Mutual Understanding“. Meine erste Frage dazu: Wer hat es mitbekommen?

Bis August 2011 soll verstärkt auf die Lebenswelt junger Menschen geachtet werden. Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Forderungen stehen im Mittelpunkt.

Über 18 Prozent der Weltbevölkerung sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren. 87 Prozent dieser Jugendlichen wohnen in Entwicklungsländern. Zwei 20 Jährige aus Deutschland sind unsere UN-Jugenddelegierten: Clara Leiva Burger und Jens Christopher Parker. Sie fordern von Politik und Gesellschaft: „Nehmt die Jugendlichen eures Landes ernst und tretet mit ihnen in Dialog! Nutzt dieses Jahr als Chance das Engagement und die Kompetenzen junger Menschen zu würdigen, um gemeinsam mit ihnen die Welt von heute und morgen zu gestalten.” Zugleich appellieren sie an alle Jugendlichen: “Zeigt, was in euch steckt und nutzt euer Jahr um euch besonders Gehör zu verschaffen. Lasst uns gemeinsam das Internationale Jahr der Jugend feiern und gestalten!”

Im Dezember 2009 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 64/134 an und erklärte die 365 Tag vom 12. August 2010 bis zum 11. August 2011 zum „International Year of Youth (IYY)“  mit dem Thema: „Dialog und Gegenseitiges Verständnis“.

Ziele: Es sollen

(1) die Investitionen in die Jugend erhöht werden,

(2) die Partizipation und Partnerschaften gestärkt sowie

(3) das interkulturelle Verständnis unter den Jugendlichen gefördert werden.

YOUNECT unterstützt die Forderung nach Jugendbeteiligung. Sprecht mit Schülern. Hört zu! …weiterlesen »

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