Geschäftsmodelle im Chaos mit 45 Prozent Wachstum: Mobile Couponing für VZ-Netzwerke und zwei Porsche für Poulsen

27
Jan 2011

Eric Schmidt sagte am Dienstag in München: “Kinder haben heutzutage nur noch zwei Zustände: Entweder sie schlafen oder sie sind online.” Internet ist einfach da, so selbstverständlich wie Wasser und Strom. Aber was ist schon wirklich selbstverständlich? Johannes Eber stellte gestern zu der scheinbaren Selbstverständlichkeit Internet fest: “Wir haben lediglich gelernt, die Systeme zu bedienen. Wir können Apps auf unsere iPhones laden. Word verwenden. Uns im Browser durchs Internet klicken. Aber wirklich verstehen tun wir nichts. Gar nichts. Die Datenwege im Internet sind heute so wichtig wie Autostraßen, Schifffahrtswege und Flugrouten zusammen. Aber wie sie gebaut werden, wer sie überwacht und ob wir sie auch morgen noch nutzen können – wir wissen es nicht.” aus “Wir Dilettanten – Welche Zukunft hat das Internet?” Johannes Eber erzählt darin die Geschichte eines Crackers und wie einfach es für ihn war, im Internet in Systeme einzudringen, um sie zu missbrauchen: “Mehrfach hatte Poulsen bei Gewinnspielen Telefonanlagen umprogrammiert. Zum Beispiel bei einem Wettbewerb, bei dem der 102. Anrufer gewinnen sollte. Poulsen belegte die Telefonleitung, zählte die eingehenden Anrufe und ließ sich schließlich als 102. Anrufer durchstellen. Zwei Porsche, 20.000 Dollar und einige Reisen hat er so gewonnen.”

Beim ersten Lesen haben mich Poulsens Porsches amüsiert. Raffiniert. Aber wenn ich bedenke, wie viele manipulierbare Daten von mir überall im Netz stehen, vergeht mir mein Schmunzeln über Cracker und Hacker. Und das, was wir heute kennen, ist ja erst der Anfang. Jetzt geht`s erst richtig los. “Bis 2015 werden die E-Commerce-Umsätze, die aus Apps heraus getätigt werden, auf knapp 2,4 Milliarden Euro anwachsen – das entspricht einem Wachstum von 45 Prozent im Jahr.” Schon nächste Woche starten die VZ-Netzwerke Mobile-Couponing: “Dank des Schnäppchenportals Groupon und seiner Klone erfährt das Thema regionale Rabatt-Gutscheine derzeit einen ungeheuren Hype. Als Partner steht der Kölner Spezialist Coupies zur Seite, der die Gutscheine auf die mobilen VZ-Apps von iPhones und Android-Geräten ausliefert.” Alle springen auf den Zug, den keiner versteht. Nicht gestern, sondern vor fast 15 Jahren fragte Prof. Dr.-Ing. Werner Zorn: “Endet das Internet im Chaos?” auf dem Deutschen Internet Kongreß, Karlsruhe.

Vielleicht ist grad das Chaos das Produktivste am Internet. Jeder kann machen, experimentieren, anbieten, schreiben, verbreiten, sich Gehör verschaffen, verkaufen, verdienen, einsteigen, aussteigen. Und wieder einsteigen.

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@Schüler: “Seine Zukunft im Beruf genau vorstellen. Will ich das wirklich machen?” @Arbeitgeber: “Beziehungen.”

31
Mai 2010

Danny Pannicke ist Dipl.-Wirtschaftsinformatiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technische Universität Berlin. Er sucht Forschungskooperationen im Bereich eBusiness und Virtuelle Welten. Und er meint:

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Ich finde es wichtig, sich seine Zukunft im Beruf genau vorzustellen. Coaching-Klienten lade ich gern zu einer Zeitreise ein, in der die Tätigkeit selbst, die Atmosphäre am Arbeitsplatz, das Gefühl dabei imaginiert wird. Das ist aus meiner Sicht die beste Hilfe zur Beantwortung der Frage, will ich das wirklich machen. Gelingt diese Imagination nicht, ist das ein Zeichen dafür, dass noch zu wenig Informationen über den Wunsch-Beruf vorhanden sind.”

1 Tipp zur Gewinnung von Schülern an Arbeitgeber:

“Der beste Weg ist aus meiner Sicht, Situationen zu schaffen, wo erste Beziehungen entstehen und die Schüler herausfinden können, ob sie sich für bestimmte Tätigkeitsaspekte tiefer interessieren.”

Vielen Dank, Danny, und wir sehen uns am Mittwoch!

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