Bewerber und Unternehmen investieren viel Zeit und Geld. Hohe Verluste durch Absagen. Branchen und Regionen: Stoppt den Irrsinn!

15
Feb 2011

Bisher geht jede Bewerbung 1:1 vom Bewerber zum Unternehmen und als Zusage oder Absage zurück zum Bewerber. Ich finde, diese Ineffizienz muss nicht sein, es geht anders. Stoppt den Irrsinn. Bewerber und Unternehmen investieren viel Zeit und Geld. Absagen führen zu hohen individuellen Verlusten. Branchen und Regionen sollten umdenken!

jeder_allein

Manchmal antworten mir Verbandsvertreter und Politiker: “Wir brauchen mehr Bewerber.” Wie realistisch ist diese Forderung? Platt auf den Punkt gebracht: “In 40 bis 50 Jahren kommen in Deutschland auf eine Geburt zwei Sterbefälle.” Oder in Worten des Statistischen Bundesamtes: “Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene.”

Was bisher gar nicht beachtet wird: Unternehmen investieren viel Zeit und Geld, um Bewerber bis zur Bewerbung zu bringen: Stellenanzeigen, Marketing-Aktionen, Messen, Videos, Websites.  Sind Bewerber überzeugt, dann investieren die Bewerber ihre Zeit und ihr Geld in die Bewerbung. Unternehmen und Bewerber haben Zeit und Geld investiert, dennoch kann selbst eine gute Bewerbung zur Absage führen. Gründe für Absagen:

  • Kapazität
  • Zeitpunkt
  • Fachliche Passung
  • Menschliche Passung

Auch in Zeiten von Fachkräftemangel wird es weiterhin Absagen geben. Also gilt es, diese großen Investments zu retten und die Motivation des Bewerbers aufzufangen. Der Bewerber wurde bereits für ein Unternehmen und eine Branche gewonnen. Bewerber und Unternehmen haben Zeit und Geld investiert. Und dann gehen Bewerber nach Absagen einzelner Unternehmen verloren. Verloren für die Branche und die Region. Muss das so sein? Ok, das war eine rhetorische Frage.

Besser wär`s doch, Fachkräfte und Auszubildende werden mit der ersten Bewerbung allen interessierten Unternehmen präsentiert. D.h. jede gute Bewerbung kommt mit Empfehlung in den Bewerberpool eines Verbandes oder einer Stadt/Region.

gemeinsam

Wie stellen Sie sicher, dass alle Talente für Ihre Stadt, Ihren Landkreis und Ihre Branche erhalten bleiben?

YOUNECT stärkt die Zusammenarbeit webbasiert mit verbandsinternen Bewerberpools. Mit „Bewerber auf Empfehlung“ bieten wir eine wirksame webbasierte Verzahnung, so dass jeder gute Bewerber schon mit der ersten Bewerbung der Stadt, der Region und der Branche erhalten bleibt! Mit einem Klick werden gute Bewerber allen anderen beteiligten Betrieben empfohlen – natürlich NUR wenn der Bewerber zustimmt und damit datenschutzrechtlich korrekt. Im aktuellen Verbändereport wird dieser interne Pool vorgestellt.

Was halten Sie davon? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback, Ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen.

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Testen Sie PERSONECT. Was passiert mit passenden Bewerbern, die von einzelnen Betrieben eine Absage bekommen?

23
Jan 2011

Das GROSSE Thema, das sich YOUNECT seit der Gründung 2007 auf die Fahnen schreibt, ist PASSENDE Vermittlung in Ausbildungsberufe und Duale Studiengänge. Mit PERSONECT kommt zur PASSUNG die ZUSAMMENARBEIT im Verband, im Cluster, in der Stadt und im Landkreis hinzu. Nutzer stellen fest, wie einfach unsere webbasierten Pools in der Anwendung sind, eine Grundvoraussetzung für die tatsächliche Nutzung. Überzeugen Sie sich gerne selbst mit einem Test-Account im Test-Portal von PERSONECT.

2008 und 2009 stand im Zentrum unserer Aktivitäten die Vermittlung von Berufsbildern an Schüler, damit ihr wisst, was auf euch zukommt. Über unser internes Matching auf der Basis von Kompetenzentests habt ihr Ausbildungs-Angebote bekommen. Über ein Beispiel dieser Vermittlung hatten wir im Blog berichtet. Die Bewerberin hatte sich im April 2009 bei YOUNECT registriert. Schon nach zwei Wochen hatte sie ein Stellenangebot bekommen und im Herbst 2009 dort die Ausbildung zur Technischen Zeichnerin begonnen. Selber auszubilden ist für Unternehmen eine zuverlässige Quelle für Fachkräfte. Und nicht nur das, zudem stellt die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern fest: Ausbildung rechnet sich!

Mit großer Freude haben wir nun Anfang 2011 gelesen, dass das Jahresthema der IHKs 2011 passend heißt: Gemeinsam für Fachkräfte – bilden | beschäftigen | integrieren. Neben dem Thema Fachkräfte ist auch das Stichwort “GEMEINSAM” 2010 bei YOUNECT stärker in den Mittelpunkt gerückt. Unternehmen halten zusammen und verlieren keinen einzigen interessierten Bewerber. Liegt eine geeignete Bewerbung vor, sollte diese den Mitgliedern eines Verbandes, eines Branchen-Clusters, einer Stadt und Region erhalten bleiben. Aber was passiert mit einem guten, passenden Bewerber, der durch fehlende Kapazität in einem einzelnen Betrieb eine Absage bekommt? Bisher geht er im schlimmsten Fall einer Branche, Stadt oder Region verloren. Mit PERSONECT und „Bewerber bzw. Azubis auf Empfehlung“ bleibt der interessierte, passende Bewerber den beteiligten Unternehmen erhalten.

Über unsere webbasierten Empfehlungs-Bewerberpools werden gute Bewerber intern weiter empfohlen. Mit einem Klick bleiben gute Bewerber allen beteiligten Betrieben erhalten  – natürlich NUR wenn der Bewerber zustimmt und damit datenschutzrechtlich korrekt. Auch Universitäten und Fachhochschulen und Berufsschulen können hier aktiv eingebunden werden. PERSONECT bietet klare Vorteile:

  1. Bewerber/Fachkräfte/Azubis auf Empfehlung
  2. Datenschutz belegbar
  3. Einfache Handhabung
  4. Verbands-Branding des Pools = Verbands-Service

Beispiele:

Weitere Portale sind in Vorbereitung. 2011 wird das Jahr der Zusammenarbeit. Hier folge ich Thomas Keups Fragestellung: Whats the NEXT BIG THING? und seiner Antwort – verpackt in einer weiteren Frage: “wer bringt uns die Kollaboration im Web?”

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Personalauswahl ist alles! Zukunft wird auf den Personalmärkten entschieden. Generation Gold in der Talentförderung.

31
Okt 2010

“In einer Kultur, in der Fehlervermeidung über die Chancenverwertung herrscht, gibt es keine Innovation.” (S.47) schreibt Reinhard K. Sprenger und zitiert in “Gut aufgestellt” den Aufsichtsratsvorsitzenden Giuseppe Vita: “Der größte Fehler ist die Angst vor einem Fehler.” Ganz ähnlich denken Jim Landau: “If you want to be a leader in innovation, you have to be prepared to have things go wrong.” und Förster & Kreuz: “Dynamiker vertrauen auf die unbegrenzten Möglichkeiten von Versuch, Irrtum und Lernen.” und zitieren Philip Knight: “Wenn wir nicht genügend Fehler machen, heißt das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren.” Reinhard Sprenger, Giuseppe Vita, Philip Knight, Jim Landau und Anja Förster & Peter Kreuz sind sich also darin einig: Ohne Fehler nichts Neues. Klingt banal, aber wer ist dazu wirklich bereit? Bereit mit aller Konsequenz und Freude an Fehlern?

Schüler auf der Suche nach Lehrstellen scheinbar nicht.Wenn es um den Einstieg ins Berufsleben geht, steht bei Jugendlichen das Thema Sicherheit an erster Stelle. Deutsche Lehrstellensuchende bewerben sich mehrheitlich in traditionellen Berufsfeldern und orientieren sich weniger an aktuellen Trends oder einem coolen Image.stellte eine Umfrage unter 2.500Nutzern des Lehrstellenmarkts von meinestadt.de fest. Mehrere Vertreter von IHKs und Unternehmen erzählten mir kürzlich, dass Unternehmen mit Markennamen in diesem Jahr noch mehr Bewerbungen bekommen haben trotz sinkender Gesamtzahlen. Eine Marke strahlt Sicherheit aus. Gleichzeitig haben über 141.000 Azubis ihre Lehre 2009 abgebrochen, mehr denn je zuvor: 22,6 Prozent laut Staatssekretär Helge Braun (CDU). Beides eröffnet Fragen an die Erwartungshaltungen von Schülern und Unternehmen wie auch an den Wert von Fehlern und Unsicherheit in der Schulbildung und im Unternehmensalltag. Sprenger schreibt in “Gut aufgestellt”: “Dass wir alles tun müssen, um möglichst fehlerfrei zu arbeiten, ist eine Platitude. Wenn man es aber übertreibt, dann wird es kontraproduktiv. Ein schlechter Manager macht immer dieselben Fehler, ein guter immer neue.” (S.46) Wie lernt man, immer neue Fehler zu machen?

Ein Mitarbeiter setzt sein erstes Projekt und 1 Mio. $ in den Sand. Sein Vorgesetzter ist nicht sauer, sondern sagt: “Ich habe gerade eine Million Dollar in Ihre Ausbildung gesteckt.”, und der Mitarbeiter arbeitet bewusst in diesem Unternehmen weiter. Sprenger schreibt: “Personalauswahl ist die wichtigste Managemententscheidung überhaupt; keine Entscheidung hat so langfristig einen so hohen Wirkungsgrad.” (S.136) Sein Fazit lautet: “Der Wettbewerb der Zukunft wird auf den Personalmärkten entschieden.” (S.143) Sprenger nimmt Fußballmannschaften unter die Lupe und sucht Übertragungen für Unternehmen: “Erfolgreiche Spieler waren immer unter bestimmten Umständen erfolgreich… Wichtiger ist … ein anderes Kriterium geworden – die Passung. Heute fragt man: Passt ein Spieler in die Mannschaft, insbesondere zu seinen engsten Mitspielern? Passt er auch zur Führungskraft?” Diese Frage der Passung stellt sich bereits am Anfang der Karriere in der Berufsausbildung. Schulabgänger wie auch Unternehmen investieren 3 Jahre Zeit und Energie in die Berufsausbildung. Wie viel Zeit wird vorher in die Feststellung der Passung zum Beruf und zum Team gesteckt?

Die WAZ veröffentlichte im August eine spannende Spurensuche zur neuen “Generation Gold beim DFB. Namen wie Sami Khedira, Thomas Müller oder Mesut Özil stehen seit der WM in Südafrika für deutschen Fußball, der wieder Spaß macht. Doch woher kommen eigentlich die Talente des DFB-Teams?” Die Spuren gehen 10 Jahre zurück: “Horst Hrubesch weinte. In jener Nacht, als der deutsche Fußball am Boden lag… und bei der Europameisterschaft 2000 bereits in der Vorrunde ausschied.” Die Talentförderung in Deutschland wurde daraufhin komplett umgekrempelt. Heute gibt es 366 Stützpunkten, in denen fast 1000 hauptamtliche Trainer über 14.000 junge Talente betreuen. Außerdem wurde den Profi-Vereinen die Auflage erteilt, ihre Jugendarbeit in einem Leistungszentrum zu führen. Andernfalls gibt es keine Lizenz. In die Zentren ist bislang fast eine halbe Milliarde Euro geflossen, im vergangenen Jahr allein 83 Millionen. “Die DFB-Junioren-Teams schafften, was noch keiner Nation gelang: Im vergangenen Jahr wurden sie Europameister in allen Altersklassen, von der U17 über die U19 bis zur U21. Trainer der älteren beiden Jahrgänge war übrigens Horst Hrubesch.”, schreiben Janis Brinkmann und Christoph Winkel in der WAZ.

Christiane Schönefeld, Chefin der nordrhein-westfälischen Arbeitsagentur, weist darauf hin, dass die Firmen weiter verstärkt ausbilden müssten, um einem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. 15 Prozent der Menschen, die heute zwischen 20 und 29 Jahren sind, verfügen über gar keinen Berufsabschluß. Hier stellt sich die Frage, ob hier nicht endlich – wie 2000 im Fußball – wirksame Maßnahmen gestartet werden müßten. Michael Bürsch sagte am Donnerstag, dass der “Kampf um jedes Talent beginnen muss”, da es schon bald zu wenig Auszubildende gibt. Sprenger: “Wer Zusammenarbeit will, der muss Strukturen verändern. Der muss Systeme auf den gemeinsamen Erfolg umstellen.” (S.177) Im Ausbildungsmarkt – der Talentschmiede Deutschlands – kocht weiterhin jeder sein Süppchen. Wer bietet Überblick und Relevanz? Es muss doch eine bessere Systematik und wirkungsvollere Strukturen geben als dass jede Stadt, jede IHK, jede HWK, jeder Verband eine eigene Initiative mit Website macht. Wer kennt wirkungsvolle neue Strukturen, die Generation Gold für jährlich 600.000 Neueinsteiger im Ausbildungsmarkt ermöglicht?

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Sinn und persönliche Lebensbedeutungen im Beruf

10
Aug 2009

Im Rahmen des Projekts ‘Sinn im Beruf’ untersuchen Dr. Tatjana Schnell und Mag. Sabine Gapp, inwieweit persönliche Lebensbedeutungen im Beruf verwirklicht werden können. Anlass für diese Forschungsfrage ist der häufig replizierte Befund, dass sehr viele ArbeitnehmerInnen keine „echte Verpflichtung gegenüber ihrer Arbeit” verspüren (Gallup Organization, 2008). Dies wird – neben dem Führungsstil der Unternehmen – vor allem darauf zurückgeführt, dass ArbeitnehmerInnen eine Position ausfüllen, die ihnen nicht wirklich hundertprozentig liegt.

Diese fehlende Passung kann einerseits darauf zurückgeführt werden, dass eine Über- oder Unterforderung bezüglich der beruflichen Kompetenzen vorliegt. Zusätzlich rückt ein weiterer Faktor immer mehr in den Vordergrund, der die Frage nach dem Sinnerleben im Beruf thematisiert. Erste Studien haben ergeben, dass Sinnerfüllung am Arbeitsplatz den engsten Zusammenhang zum Engagement im Beruf aufweist; zudem werden Zusammenhänge zwischen job enrichment und work role fit mit dem beruflichen Engagement vollkommen durch die erlebte Sinnerfüllung mediiert (May, Gilson & Harter, 2004). Eigene Studien haben gezeigt, dass sich Berufsgruppen signifikant bezüglich der Lebensbedeutungen unterscheiden, die in ihnen verwirklicht werden können. Wie erwartet steigt auch die Arbeitszufriedenheit mit dem Sinnerleben an der Arbeit an (Schnell & Becker, 2007).

In weiteren Untersuchungen wird nun erkundet, welche existentiellen Bedeutungen ArbeitnehmerInnen ihren beruflichen Tätigkeiten zuschreiben (-> Diagnostik und Differenzierung beruflicher Sinnquellen), und ob diese mit den (Lebens-)Bedeutungen übereinstimmen, die sie auch in anderen Lebensbereichen ihrem Handeln zugrunde legen. Die Resultate der Analyse werden, unter Einbezug beruflicher Kompetenzen, bzgl. ihrer Vorhersagekraft für Arbeitszufriedenheit und Engagement am Arbeitsplatz untersucht.

Neben grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen wird eine konkrete Anwendbarkeit dieser Ergebnisse angestrebt. So soll die Quantifizierung persönlicher Lebensbedeutungen, beruflicher Kompetenzen und Anforderungen der Arbeitgeber ein verbessertes Matching zwischen Arbeitsuchenden und beruflichen Positionen ermöglichen, das mit einem als sinnvoll erlebten Berufsleben, einer hohen Arbeitszufriedenheit und hohem Engagement gegenüber der Arbeit einhergeht.

Dr. Tatjana Schnell ist Autorin des Buches Implizite Religiosität – Zur Psychologie des Lebenssinns”, überarbeitete Neuauflage 2009

YOUNECT unterstützt diese Forschung in einer Kooperation mit der Universität Innsbruck, da das Thema der Passung und Arbeitszufriedenheit ein Motor ist, der uns antreibt. Wir wünschen dem Team der Sinnforschung viele spannende Erkenntnisse und passende Schlussfolgerungen für die Theorie und für die Praxis.

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