Teil 4 Gastartikel von Fröhling/Krämer “Berufsorientierung. Was ist das? Berufswahl als Matching-Prozess”

Berufsorientierung – Was ist das?

Um junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen zu können, empfiehlt es sich, eine konkrete Vorstellung von dem komplexen Begriff der „Berufsorientierung“ zu bekommen. Um bei diesem Prozess zu unterstützen, haben Philipp Fröhling und Toni Krämer die berufliche Orientierung junger Erwachsener aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet und einen Überblick zusammengestellt.

Wir beschäftigen uns weiter mit den verschiedenen Facetten der Berufsorientierung und setzen unsere kleine Serie – Teil 1, Teil 2 und Teil 3 – fort mit der differentialpsychologischen oder persönlichkeitspsychologischen Perspektive, bei der die Berufswahl als Matching-Prozess begriffen wird. Es gilt hier, den Beruf für sich zu finden, der am besten zu den individuellen Persönlichkeitsmerkmalen passt. Dies setzt jedoch Kenntnisse über die Anforderungen der Berufe und über die eigene Person voraus. Wird ein Beruf auf diese Weise gefunden, kann mit einer hohen Berufszufriedenheit und einer damit einhergehenden hohen Produktivität gerechnet werden. Holland hat diesen Ansatz zu einer typologischen Berufswahltheorie erweitert, um durch die Bildung von Persönlichkeits- und Berufstypen eine erleichterte und übersichtliche Zuordnung zu gewährleisten. Beim Matching-Prozess wird der Prozesscharakter der Berufswahlentscheidung deutlich, indem eine Abstimmung zwischen dem Einzelnen und der Arbeitswelt sowie des ständigen gesellschaftlichen Wandels und damit verbundener verändernder Anforderungen immer wieder stattfinden muss.

Bei der typologischen Berufswahltheorie von Holland bleibt jedoch die Analyse des Prozesscharakters der Berufswahlentscheidung außen vor.

Auch der allokationstheoretische Ansatz ist etwas eindimensionaler und bildet den schon beschriebenen Prozesscharakter der Berufsorientierung nicht ab. Dabei stehen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Vordergrund, die die individuellen Handlungsmöglichkeiten stark einschränken und letztlich zu einer Zuweisung des Berufes führen. Trotz des Ausblendens der individuellen Aspekte spielen gesellschaftliche Einflüsse und Gegebenheiten[1] eine Rolle bei der Berufswahl. Pätzold umschreibt den steigenden Einfluss von äußeren Bedingungen, indem er von Berufswahl in Form einer „Optionswahl“ spricht, an Stelle einer Entscheidung für ein bestimmtes Berufsziel.

Dies gilt ebenso für die entscheidungstheoretische Perspektive der Berufswahl. Auch dabei tritt der Prozesscharakter der Entscheidung in den Hintergrund, auch wenn sich die Berufswahlentscheidung in einzelne Teilentscheidungen zerlegen lässt. Hier ist die individuelle Entscheidung von zentralem Interesse und wird durch das Wissen um Prämissen, Entscheidungsregeln und verschiedene Alternativen beeinflusst.

Schließlich soll der interaktionstheoretische Ansatz Erwähnung finden. Dieser hebt die Einbettung individueller Entscheidungen und Entwicklungen in länger andauernde Interaktionen mit relevanten Akteuren und Institutionen der Berufsorientierung hervor. Dabei sind Interaktionsprozesse mit Familie, Peers und Schule von Interesse.

Diese kleine Reise durch die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze der Berufsorientierung sollte verdeutlichen, wie komplex diese Phase im allgemeinen und speziell für junge Menschen ist. Gleichzeitig bieten diese unterschiedlichen Perspektiven zahlreiche Ansatzpunkte um bei dem Prozess der Berufsorientierung zu unterstützen.

Wir von YOUNECT danken Philipp Fröhling und Toni Krämer für diese umfassende Einführung. Wir sehen Berufswahl auch als Matching-Prozess und den Berufswahlprozess als einen Sozialisationsprozess.

Quellen:

Beinke, L. (1999): Berufswahl, Bad Honnef 1999

Dedering, H. (2000): Einführung in das Lernfeld der Arbeitslehre, München 2000

Herzog, W.; Neuenschwander, M. P.; Wannak, E. (2006): Berufswahlprozess:
Wie sich Jugendliche auf ihren Beruf vorbereiten, Bern 2006


[1] Dazu gehören der berufliche Strukturwandel, die lokale und regionale Wirtschaftsstruktur, die Ausbildungsstellensituation, schichtenspezifische Aspekte und die Geschlechtszugehörigkeit [vgl. Dedering (2000)].

Neuer Mentor: Seit 33 Jahren ist Beruftsorientierung ein wichtiges Standbein in der Oberschule Delligsen

Die Oberschule Delligsen ist neu unter den Metoren im NORDPOOL. Erst vor vier Wochen wurde aus der Realschule Delligsen und der Hauptschule Duingen am 01. August 2011 die Oberschule Delligsen. Berufsorientierung ist schon seit 33 Jahren ein wichtiges Standbein an dieser Schule. Herr Wilczek leitet das schuleigene Berufsinformationszentrum. Beim NORDPOOL-Mentoren-Treffen am 24.08.2011 in der NORD/LB vertrat Herr Siegfried Kraft die Oberschule Delligsen. Herr Kraft hat der NORD/LB schon einige gute Kandidaten vermittelt. Somit ist es nur folgerichtig, dass er nun der erste NORDPOOL-Mentor der Oberschule Delligsen ist.

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Herr Kraft (l.) und ich haben uns angeregt ausgetauscht. Wir stehen in der 15. Etage des NORD/LB auf einer Höhe mit der Spitze des Neuen Rathauses.

Abi 2012? Zehn Monate, um die Abifeier-Kasse aufzubessern. Schon 550 € nach 6 Wochen für eine Schule

Manche Dinge sind einfach. Und bleiben einfach. Eine Berliner Schule ist schon dabei und bekommt nach nur sechs Wochen schon 550 Euro zurück. Das Geld geht als Spende an den Förderverein der Schule. Das kann jede SV, jede Schule und jeder Förderverein tun. Und ihr Abiturienten könnt euch in den nächsten 10 Monaten so euren Abiball und die Abifahrt finanzieren.

Ihr könnt einfach einen Online-Shop mit Büchern, Technik, Musik, Spielwaren, Bürobedarf u.v.a. eröffnen. YOUNECT unterstützt euch dabei. Wir richten euch alles ein. Ihr sagt euren Eltern, Lehrern, Tanten, Onkels, Omas und Opas Bescheid, dass sie euren Shop benutzen. Und für jede Bestellung in eurem Shop gibt es Geld zurück. Einzige Voraussetzung: Das Buch, der Rasierapparat, die Druckerpatrone wird in eurem Online-Shop in den Warenkorb geklickt. Klingt einfach? Sprecht uns an.

Teil 2: Welchen Weg solltest Du nach der Schule einschlagen? Der Berufene und der Vernünftige

Den richtigen Beruf finden: Ein Leitfaden in fünf Punkten. Teil 2.

Noch während seines Medizinstudiums ahnte Christian Heinrich, dass er als Arzt nicht glücklich sein würde. Er wusste, dass er schreiben wollte. Das Studium schloss er trotzdem ab und besuchte anschließend die Deutsche Journalistenschule – heute arbeitet er als Journalist in Hamburg und schreibt regelmäßig für GEO und die ZEIT. Welcher Beruf ist der richtige? Gibt es den überhaupt? Und wenn ja: Woher soll man noch vor der Ausbildung, vor dem Studium wissen, wie man sich für den richtigen entscheidet – und nicht für den falschen? 75.000 Stunden! So viel Zeit verbringen wir in unserem Leben durchschnittlich im Beruf. Verdammt viel Zeit! Natürlich kann der Weg nicht von vornherein ganz durchgeplant werden kann – aber er sollte doch mit Bedacht gewählt werden. Fünf Hilfestellungen. Heute Teil 2:

2. Welchen Weg solltest Du nach der Schule einschlagen?

Eine Arbeit, in der wir nur die Zeit absitzen, wird zur Qual. Selbst für die Vernünftigen, die Sicherheit vorziehen und sich in ihrer Freizeit verwirklichen.

Nach der Schule gilt es also, erst einmal innezuhalten – und sich zu überlegen, in welchem Bereich man in den nächsten Jahrzehnten einen Großteil seiner Zeit verbringen möchte.

Der Berufene, der ein Interesse hat, das ihn ausfüllt, und der bereit ist, sich dafür anzustrengen, sollte sich nicht abschrecken lassen von großem Aufwand: Es geht darum, das zu tun, was man von Herzen möchte. Dabei sollten keine schlechten Arbeitsplatzchancen, keine Bedenken von Freunden und Eltern, und auch keine Hürden wie hohen Zulassungsbeschränkungen die Entscheidung beeinflussen – zur Not wartet man eben ein oder zwei Jahre.

Der Vernünftige mag nicht den Anspruch haben, im Beruf allen Sinn zu finden. Sicherheit und geregelte Arbeitszeiten sollten in seine Wahl einfließen. Doch auch er muss sich fragen, in welchem Bereich er sein Leben lang arbeiten möchte. Schreiner etwa mögen gesucht sein – aber hat er genügend handwerkliches Interesse? Die Aussichten für studierte Ingenieure mögen glänzend sein, und keiner muss dafür Physik in der Schule geliebt haben – doch ist es vorstellbar, sich fortan dauernd mit Zahlen und exakter Mathematik zu beschäftigen?

Morgen folgt Teil 3. Bei Fragen könnte ihr Christian Heinrich gerne kontaktieren. Seine E-Mail-Adresse erhaltet ihr auf Anfrage bei Younect.