11.07.2008 business-on.de Berlin “Warum ist Berufsorientierung zentral für die deutsche Wirtschaft?”

22
Sep 2011

Berlin. Die Berufswahl ist eine wichtige Entscheidung im Leben eines jungen Menschen. Aber auch von Bedeutung für die Unternehmen – schließlich wünscht man sich als Arbeitgeber Nachwuchsmitarbeiter, die wissen, was sie wollen und mit ihren Stärken und Interessen zu dem Beruf passen, den sie ausüben. Dieser Artikel gibt Ihnen einen kurzen Einblick, wie es um die Berufsorientierung bei Jugendlichen steht und welche Auswirkungen dies für die deutsche Wirtschaft hat.

Jugendliche nehmen nur 20 von über 300 Ausbildungsberufen wahr

Studien verschiedener Statistikämter Deutschlands zufolge, fokussieren sich zukünftige Auszubildende auf nur wenige der möglichen Berufe. So wurden in Hamburg im Jahr 2006 nach Informationen des Statistikamts Nord (Presseinformation Nr. 131/2007 vom 04.12.2007) beispielsweise 309 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten, aber „53 Prozent aller männlichen und sogar 72 Prozent aller weiblichen Auszubildenden verteilten sich auf jeweils nur 20 Ausbildungsberufe“. Ganz vorne lagen bei den männlichen Auszubildenden der Kfz-Mechatroniker (5,7%), gefolgt vom Einzelhandelskaufmann (5%) und dem Kaufmann im Groß- und Außenhandel (4,8%). Die weiblichen Auszubildenden konzentrierten sich auf den Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation (7,2%), gefolgt von der Kauffrau im Einzelhandel (6,5%) und der Kauffrau im Groß- und Außenhandel (5,4%). In Schleswig-Holstein liegt eine fast identische Situation mit einer nur etwas veränderten Rangliste der am häufigsten gewählten Berufe vor. Im Land Brandenburg verteilten sich nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg (Pressemitteilung Nr. 90 vom 23.04.2007) sogar ein Drittel aller männlichen und 50 Prozent aller weiblichen Auszubildenden auf jeweils nur zehn von über 300 möglichen Ausbildungsberufen.

500 Mio. € Ausbildungskosten für Ausbildungsabbrecher

Sind diese Berufe so beliebt, weil sie trotz unterschiedlicher Interessen, Stärken und Lebenseinstellungen zu vielen Menschen passen? Die Quote der Ausbildungsabbrüche bestätigt diese These nicht: Etwa jeder fünfte Auszubildende bricht seine Ausbildung vorzeitig ab (Angabe aus: Berufsbildungsbericht 2008: Vorversion, Hrsg.: Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008)). Das hat zur Folge, dass Unternehmen schon seit Jahren – und das Jahr für Jahr – über 500 Mio. € Gesamtkosten für Ausbildungs-Abbrecher investieren und leerstehende Lehrstellen monatelang blockiert werden*. Jede/r Dritte der jungen Leute, die den Ausbildungsvertrag vorzeitig lösten, gab nach einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (Pressemitteilung 07/2003 vom 26.02.2003) einen Grund im Zusammenhang mit mangelnder Berufsorientierung an. Hierbei sind mehr Hilfestellungen gefordert.

Ein Lösungsansatz

Eine webbasierte Plattform im Primärmedium der jungen Menschen bietet Orientierung im Dschungel der quasi unendlichen Möglichkeiten der Berufswahl sowie Gelegenheit zum Austausch untereinander. Schüler, Studenten und Azubis haben daneben die Möglichkeit, ein Bewerberprofil online zu stellen sowie eine Entscheidungshilfe zu nutzen. Unternehmen können hier gezielt nach Bewerbern suchen. Wenn alle Kriterien im Bewerberprofil zur Suche der Unternehmen passen, schlägt YOUNECT den Unternehmen die passenden Bewerber vor. Ein Vorteil für die Unternehmen: Diese jungen Leute haben über ihre Interessen und Stärken nachgedacht und sich ausgetauscht, sie wissen, was sie erwartet und was sie wirklich wollen. Das soll beiden Seiten dabei helfen, die Abbrecherquote zu senken. Ein weiterer Pluspunkt: Auch KMUs, die unter den jungen Leuten unbekannt sind und oft nur aus diesem Grund nicht von den passenden Bewerbern als Arbeitgeber wahrgenommen werden, finden ihre Nachwuchsmitarbeiter und können diese gezielt ansprechen. Unternehmen können zudem YOUNECT.de als Aktions-Plattform nutzen, um Berufe und Ausbildungen bekannter zu machen dadurch auch als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Passende Nachwuchsmitarbeiter sind eine Grundvoraus­setzung zum wirtschaftlichen Überleben in Zeiten von Arbeitskräfte­mangel und sinkenden Bewerberzahlen. Bis 2020 wird es in Deutschland etwa 170.000 Schulabgänger weniger geben – das heißt gleichzeitig auch etwa ein Drittel weniger potenzielle Auszubildende. Sichern Sie sich diejenigen, die wissen, was sie wollen und was sie erwartet – auf younect.de !

* “Die Bruttokosten der betrieblichen Berufsausbildung betrugen 2001 nach einer Vollkostenrechnung im Gesamtdurchschnitt 16.435 € pro Auszubildenden und Jahr. Die Hälfte davon machen die Personalkosten der Auszubildenden aus.” (Angabe des Bundesministerium für Bildung und Forschung). Die monatlichen Ausbildungskosten belaufen sich damit auf 1369,58 €.

20% von 625.000 Auszubildenden brechen ab x 1369,50 € monatl. Ausbildungskosten x durchschn. 3 Monate Ausbildungszeitraum bis zum Abbruch = 513.592.500 € Gesamtkosten für Ausbildungsabbrecher.

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@Schüler: “Der einzige Kompass seid Ihr.” @Arbeitgeber: “In jedem steckt mehr Lernfreude & Begeisterungsfähigkeit.”

29
Mai 2010

Tipps von Karin Denisow, Lumen. Organisationsentwicklung. Inspiration. Coaching. GmbH. Sie meint, dass Kreativität in vielen Bereichen benötigt wird, auch in der Berufsausbildung.

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“Sucht nicht nach den Berufen, in denen scheinbar die besten Jobchancen stecken. Sucht nach den Berufen und Tätigkeitsfeldern, in denen Ihr eure Vorlieben, eure Stärken, euren Spaß entdecken könnt. Wenn die Tätigkeit Freude macht, dann seid Ihr gut darin, dann werdet Ihr auch eine Beschäftigung finden. Außerdem ändert sich der Arbeitsmarkt doch recht schnell – niemand kann heute mit Gewissheit sagen, was in 5 oder 10 Jahren gebraucht wird. Der einzige Kompass seid Ihr selbst.”

1 Tipp zur Gewinnung von Schülern an Arbeitgeber:

“Gewinnen Sie die jungen Menschen mit Auswahlprozeduren, die sie bestärken und Ihnen verdeutlichen, dass sie wert geschätzt werden.  Das können Orientierungsmöglichkeiten dafür sein, ob die gewählte Berufsrichtung überhaupt zu dem jungen Menschen passt. Die Commerzbank bietet dafür z.B. ein online-Spiel an. Das können festgelegte Anteile von Gymnasiasten und Realschulabsolventen sein, damit auch die Realschüler in häufig nachgefragten und anspruchsvollen Berufen eine Chance sehen.
Insgesamt sollte in der Wirtschaft mehr gesehen werden, was die jungen Leute können und mehr an dem gearbeitet (und nicht darüber gejammert) werden, was sie nicht können. Wir haben die Jugendlichen, die wir haben und in jedem steckt oft mehr an Lernfreude und Begeisterungsfähigkeit, als es scheint.”

Vielen Dank Karin Desinow und weiterhin viel Lernfreude.

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@Schüler: “Mut. Ausprobieren. Erfahrungen sammeln.”

28
Mai 2010

Ein mutiger Tipp von Jenny Miosga, Personal Assistant to Christian Hupertz, Chief Executive Officer Grey Worldwide GmbH.

Mein Tipp: Mut

Der Mensch fühlt sich glücklich, wenn er tut, was er will und was ihm gefällt. Unser Beruf bestimmt unseren Lebensweg. Wenn uns unser tägliches Tun erfüllt, wir im Job Erfolgserlebnisse verzeichnen und der Chef es gut mit uns meint, wachsen wir mit unseren Aufgaben, treten bestärkt an neue Herausforderungen heran und fühlen die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit in uns. Jeder kann etwas anderes besonders gut. Es gibt nicht „den“ Traumjob – es gibt mehrere. Gerade heutzutage gibt es ein großes Spektrum an Möglichkeiten, seinen Fuß in die Berufswelt zu setzen. Unternehmen suchen Supertalente: Junge, engagierte Menschen, die ihre Fähigkeiten und ganz persönlichen Stärken einsetzen möchten. Immer mehr Unternehmen investieren gezielt in Aus- und Weiterbildung, weil die wichtigste Ressource der Mensch ist. Doch wie findet man den richtigen Arbeitgeber? Wie findet man den passenden Berufseinstieg bei der Vielfalt an Ausbildungsangeboten und der Fülle an Informationen?

Jenny Miosga Eins ist klar: Die Berufswahl steht im Zusammenhang mit sehr wichtigen Entscheidungen. Bei der Entscheidungsfindung hat mir am meisten eins geholfen: Mut.
Mut, neue Erfahrungen zu sammeln.
Mut, neue Wege zu gehen.
Mut, „Ja“ zu verantwortungsvollen Aufgaben und Angeboten zu sagen.
Mut, zu zeigen, was man kann und zu sagen, was man will.
Mut, sich selbst und andere von seinem Können zu überzeugen.

Mut, aus sich herauszugehen, über sich hinauszuwachsen und auch an nicht so guten Tagen nicht den Mut zu verlieren. …weiterlesen »

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@Schüler:”Stärken-/ Schwächenprofil machen!” @Arbeitgeber: “Azubis für direkte Kontakte freistellen.”

24
Mai 2010

Harald Lexis bringt seine Tipps ein aus der Zentrale Kaufmännische Ausbildung bei Bertelsmann. Er kümmert sich auch um das Thema Schüler-Marketing für die kaufmännischen Ausbildungsangebote am Standort Gütersloh. Zu Bertelsmann gehören viele bekannte Unternehmen wie die RTL Group.

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

“A) Vor der Berufswahl steht die Analyse der eigenen Fähigkeiten. Was kann ich gut? Was antworten meine Freunde, wenn sie nach meinen Stärken gefragt werden? Stimmt die Fremdeinschätzung mit meinem Selbstbild überein. Tut sie das nicht, sollte man mit Übergangschoaches, die an zahlreichen Schulen hervorragende Arbeit leisten, sprechen. Ohne ein Stärken-/Schwächenprofil kann man keine bewusste und zieladäquate Berufswahl erwarten. Dies ist der Hauptgrund, warum die Berufswahl der Jugendlichen wie bei den Lemmingen läuft. Was macht meine Freundin? Zahnarzthelferin? OK, das mache ich auch. Daher die Konzentration auf wenige Berufsbilder und die schlechte Qualität der Entscheidungen mit der Folge hoher Abbrecherquoten. …weiterlesen »

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