Frühzeitige Personalentwicklung durch Berufs- und Arbeitgeberorientierung

Dieser Artikel wurde auf hrm.de veröffentlicht.

Unternehmen, die vakante Stellen besetzen wollen, sehen sich zwei Herausforderungen ausgesetzt: dem demographischen Wandel und der mangelnden Berufsorientierung der Berufseinsteiger. Mittlerweile existieren rund 30.000 Berufsbezeichnungen und etwa 350 anerkannte betriebliche Ausbildungsberufe. Studien zufolge fokussieren sich zukünftige Auszubildende aber auf nur wenige der möglichen Berufe. So wurden in Hamburg im Jahr 2006 nach Angaben des Statistikamts Nord beispielsweise 309 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten, aber 53 Prozent aller männlichen und sogar 72 Prozent aller weiblichen Auszubildenden verteilten sich auf jeweils nur 20 Ausbildungsberufe. In anderen Bundesländern fällt die Statistik nicht grundsätzlich anders aus. So verteilen sich im Land Brandenburg nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg sogar ein Drittel aller männlichen und die Hälfte aller weiblichen Auszubildenden auf jeweils nur zehn von über 300 möglichen Ausbildungsberufen. Diese mangelnde Berufsorientierung bekommen Arbeitgeber deutlich zu spüren. Man könnte annehmen, die wenigen Ausbildungsberufe seien so beliebt, weil sie trotz unterschiedlicher Interessen, Stärken und Lebenseinstellungen zu vielen Menschen passen. Die Quote der Ausbildungsabbrüche bestätigt diese These jedoch nicht: Etwa jeder fünfte Auszubildende bricht seine Ausbildung vorzeitig ab. Dabei gab jeder Dritte der jungen Leute, einen Grund im Zusammenhang mit mangelnder Berufsorientierung an. Ähnlich verhält es sich mit der hohen Zahl der Studienabbrecher. An den Universitäten beendet jeder vierte Bachelorstudent sein Studium vorzeitig, an Fachhochschulen ist es sogar mehr.

Gerade bei Berufseinsteigern sind die Möglichkeiten der Präferenzsteuerung relativ groß, da diese ein wenig scharfes Bild von potentiellen Arbeitgebern haben. Vor allem der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens ist dabei eine nicht zu unterschätzende Größe. Unternehmen müssen sich somit der Herausforderung stellen, sich den bevorzugten Zielgruppen dort bekannt zu machen, wo sie diese auch antreffen. Ein Arbeitgeber kann noch so attraktiv sein, solange ihn die Zielgruppe nicht kennt, wird sich ein Erfolg auch nicht einstellen. So lässt sich anhand von Arbeitgeberrankings erkennen, dass die obersten Plätze ausschließlich von den großen deutschen Unternehmen belegt werden, was vorwiegend auf die hohe Bekanntheit eines Unternehmens zurück zu führen ist.

Durch die mangelnde Berufs- und Arbeitgeberorientierung der Berufseinsteiger steigt der Fachkräftemangel in Deutschland weiter an, der weichenstellende Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Dieser kostet nach Berechnungen einer von Wirtschaftsminister Glos in Auftrag gegebenen Studie bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes – im Jahr 2007 mehr als 20 Milliarden Euro. Infolgedessen stehen Unternehmen bereits heute nicht nur vor der großen Herausforderung, sich am Markt als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, um in der Zielgruppe bekannt zu werden, sondern stehen auch in der Pflicht, junge Berufseinsteiger über Einstiegsmöglichkeiten und Berufsbilder ihres Unternehmens zu informieren und aktiv zur Berufsorientierung beizutragen.

Bei YOUNECT haben Arbeitgeber die Möglichkeit, Ihr Unternehmen und Ihre Ausbildungsmöglichkeiten auf einem Online-Messestand zu präsentieren. Neben der allgemeinen Darstellung des Arbeitgebers und den Inhalten der Ausbildung können beispielsweise Videos oder Fotos aus dem Berufsalltag des jeweiligen Unternehmens integriert werden.

Die TOP 20 Berufe unserer Benutzer und wie Sie dieses Potential nutzen können

Ohne Frage wir haben (fast) alles an Berufswünschen. Und wir wissen auch, dass SIE da draußen (fast) alles suchen. Also warum nicht Gemeinsamkeiten finden und Nutzen daraus ziehen?

Im letzten Monat habe ich bei unseren Technikern eine kleine Statistik in Auftrag gegeben, um heruas zu finden, welche Berufe bei uns eigentlich gefragt sind. Lange Zeit lag die Liste auf meinem Schreibtisch und wurde immer wieder vernachlässigt. Doch jetzt wird es Zeit der Welt zu zeigen, was wir zu bieten haben. Man munkelt ja, es gäbe immer noch Betriebe, die noch nicht bei uns kostenlos registriert sind und auch noch keine Bewerbersuche durchgeführt haben. Um auch die letzten von unserer Leistung und dem Potential zu überzeugen, was unsere Youser mitbringen, hier nun die TOP 20 Berufswünsche auf YOUNECT. (Nicht vergessen, wir haben auch noch mehr!)

  1. Bürokaufmann/-frau
  2. Kaufmann/-frau – Einzelhandel
  3. Industriekaufmann/-frau
  4. IT-System-Elektroniker/in
  5. Aerobic-Trainer/in
  6. Bankkaufmann/-frau
  7. Veranstaltungskaufmann/-frau
  8. Kaufmann/-frau – Bürokommunikation
  9. Mediengestalter/in Digital und Print – Gestaltung u. Technik
  10. Fachinformatiker/in – Systemintegration
  11. Medizinische/r Fachangestellte/r
  12. Verkäufer/in
  13. Friseur/in
  14. Fotograf/in
  15. Fluglotse/Fluglotsin
  16. Mechatroniker/in
  17. Rettungsassistent/in
  18. Kraftfahrzeugmechatroniker/in – Personenkraftwagentechnik
  19. Hotelfachmann/-frau
  20. Reiseverkehrskaufmann/-frau

Und was ist der Vorteil von unseren Bewerbern für SIE?

  1. Sehr hohe Motivation
    Sie haben sich bewusst für diesen Ausbildungsberuf entschieden. Sie wissen, was sie in der Ausbildung erwartet (siehe 2.).
  2. Sie sind informiert
    Dank der Informationen und der Unterstützung von YOUNECT wissen die Jugendlichen, was sie erwartet. Die Gefahr der Abbrecher sinkt dadurch und Sie haben weder Mehraufwand noch Doppelkosten.
  3. Sie finden, was zu ihnen passt
    Sind Sie in einem großen Unternehmen? Dann kennen die Jugendlichen sicher nur ein paar Ihrer Ausbildungsmöglichkeiten. Und dann kommen warscheinlich auch noch unzählige Bewerbungen auf eine Stelle. Bei uns finden Sie auch Jugendliche für ihre weniger bekannten Berufe. Und das in einer Anzahl, die Sie bestimmen.
    Sie sind in einem kleinen Unternehmen, das kaum bekannt ist? Nutzen Sie unser Potential, um sich bekannt zu machen.

Und was müssen Sie tun?

Kontaktieren Sie uns per Telefon 030-76 76 86 72, per Mail oder auch gerne persönlich per Skype.

Und wenn Sie ihr Unternehmen dauerhaft als TOP-Arbeitgeber präsentieren wollen?

Nutzen Sie die TOP-Vorteile sich 24 Stunden an 365 Tagen zu präsentieren. JETZT starten und morgen die Erfolge sehen ;)

Prominente Studienabbrecher – Mangelnde Berufsorientierung oder glückliche Zufälle?

Selbst unter Deutschlands bekanntesten Persönlichkeiten gibt es einige, die ihr Studium oder ihre Ausbildung abbrachen und den Berufsweg anders als geplant fortsetzten. Das mag bei Vielen daran gelegen haben, dass glückliche Umstände und Zufälle Chancen boten, denen man nur schwer widerstehen konnte. Bei anderen widerum scheint der geplante Berufsweg auch aus Mangel an Vorwissen und falschen Erwartungen gescheitert zu sein. Wer kann denn auch ahnen, dass ein BWL mit Zahlen zu tun hat??? ;)

Die im Folgenden aufgeführten Beispiele sollen zwar zum Einen zeigen, dass ein Abbruch des Studiums auch eine nur vorrübergehende Niederlage sein kann und kein Grund zum Aufgeben sein muss. Zum anderen möchte ich aber auch verdeutlichen, dass man mit ein wenig mehr Vorwissen über den angestrebten Beruf viel Zeit und Nerven sparen kann.

Kai Pflaume

Kai Pflaume (Flirt-Experte):

Soldat, Informatiker, Laufstegmodel, Aktienhändler – Bevor Pflaume auf abenteuerlichen Wegen TV-Allzweckmoderator wurde, schmiss er Studium, Lehre, Beruf. YOUNECT warnt: Das hätte auch schief gehen können. Nicht immer geht probieren über studieren!

Stefan Raab (Multi-Talent: Moderator, Musiker, Metzger, Profi-Wok-Fahrer,…)

Ein Jahr nach seinem bestandenen Abitur begann Stefan Raab in Köln und Bielefeld Jura zu studieren. Fünf Semester hielt er es aus an der Uni, dann war Schluss mit lustig. Eine parallel absolvierte Metzgerausbildung im Betrieb seiner Eltern schloss er mit “sehr gut” ab und wurde als “Bezirksbester” ausgezeichnet. Arbeiten tut Herr Raab aber auch in diesem Beruf nicht. Er richtete sich ein Tonstudio ein, produzierte beispielsweise Werbejingles und Swing-Arrangements für das RIAS-Orchester – alles ohne musikalische Ausbildung. Auch heute meldet er sich noch regelmäßig mit musikalischen Projekten, hauptsächlich ist er aber für seine TV-Karriere bekannt: Seine eigene  Show läuft seit gefühlten Jahrhunderten mehr als erfolgreich im deutschen Fernsehen. Sein Basiswissen in Jura wird ihm wohl auch dabei das eine oder andere Mal geholfen haben. Wirklich geplant scheint der gute Herr Raab sein Leben nicht zu haben. Den großen Erfolg verdankt er sicher auch ein paar glücklichen Zufällen. Zum Nachmachen eignet sich dieser Lebenslauf also nur bedingt… Weiterlesen

Jugend- und hochschulpolitischer Sprecher Kai Gehring im Interview mit YOUNECT

Als jugend- und hochschulpolitischer Sprecher setzt sich auch Grünen-Politiker Kai Gehring für Deutschlands beruflichen Nachwuchs ein. Wir freuen uns sehr darüber, dass auch er sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu seinem persönlichen Bildungsweg und seinen bildungspolitischen Zielen beantwortet hat. Nachfolgend können Sie seine ausführlichen und interesanten Antworten lesen:

YOUNECT: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor: Wie heißen Sie? Wer sind Sie? In welchem Beruf arbeiten Sie? Welche Position besetzen Sie genau?

Kai Gehring: Mein Name ist Kai Gehring, ich bin Sozialwissenschaftler und Mitglied des Deutschen Bundestages seit der Wahl 2005. In der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen bin ich seitdem jugend- und hochschulpolitischer Sprecher und kümmere mich um die Chancen und Perspektiven von Jugendlichen und Studierenden sowie die Belange der jungen und künftigen Generationen.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Kai Gehring: Seit 1998 gehöre ich der Partei Bündnis 90/Die Grünen an, da mich deren Ziele und Visionen überzeugen. In unserem grünen neuen Gesellschaftsvertrag verbinden wir Klima, Gerechtigkeit und Freiheit. Wir wollen in den kommenden 4 Jahren 1 Mio. neue Jobs durch gezielte Investitionen in Klimaschutz, neue Technologien, Bildung und im Gesundheitssektor schaffen. Wir kämpfen für konsequenten Klima- und Umweltschutz, damit die Erderwärmung auf unter 2 Grad begrenzt wird. Daneben sorgen wir für soziale Gerechtigkeit – u.a. durch gesetzliche Mindestlöhne von mindestens 7,50 €, die Anhebung des Arbeitslosengeldes II und eine Bürgerversicherung im Gesundheitssystem. Durch gerechte Globalisierung, fairen Handel und bessere Entwicklungszusammenarbeit werden wir Hunger und Armut in der Welt bekämpfen. Wir halten zudem fest am Atomausstieg und wollen in der kommenden Legislaturperiode 8 Atomkraftwerke abschalten. Unser Ziel: Bis 2040 decken wir den Energiebedarf durch erneuerbare Energie, fördern Energieeffizienz und Energiesparen. Wir wollen investieren in bessere Bildung – und so niemanden zurück lassen: Um für alle Kinder gleiche Bildungschancen zu verwirklichen, wollen wir längeres gemeinsames Lernen in Schulen und keine Studiengebühren an den Hochschulen. Als Bürgerrechtspartei schützen wir deine Privatsphäre, auch im Internet – und wehren uns gegen Datenschnüffelei. Die Verbraucherrechte zu stärken ist uns ein wichtiges Ziel, Gentechnik auf Tellern und Äckern lehnen wir ab. Darüber hinaus wollen wir für Frauen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und mehr Führungspositionen. Nicht zuletzt ist eine friedliche Welt ohne Atomwaffen unser Ziel, in der es Vorrang für Konfliktprävention und zivile Konfliktlösung, aber keine Wehrpflicht mehr gibt.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Kai Gehring: Ein Traumberuf war für mich lange Zeit Auslandkorrespondent oder Reiseleiter, da mich fremde Länder und Kulturen schon früh interessiert und fasziniert haben.

YOUNECT: Für welchen Berufsweg haben Sie sich dann entschieden? Haben Sie diesen Beruf in einer Ausbildung oder in einem Studium erlernt? Oder Sind Sie ein Quereinsteiger? Weiterlesen