Ausbildungsbetriebe, seid ihr reif zur Azubi-Gewinnung und zum Employer Branding?

18
Apr 2010

Im aktuellen “HR kompakt” von meinestadt.de erscheint folgender Artikel “Ausbildungsbetriebe, seid ihr reif zur Azubi-Gewinnung und zum Employer Branding?” von mir. Sie können sich online das  Heft “HR kompakt” bestellen, auch mehrfach bis zu 3 Stück für Kollegen und Freunde.

Alt, satt und behäbig?

Es war einmal: In der Schule lernten Jungen und Mädchen Lesen, Schreiben und Rechnen. Das ist keine Märchenstunde. So war es wirklich!“ So beginnt der Kommentar von Ernst Elitz in der BILD am 04.03.2010. Wie kann ein Unternehmen oder Verband reagieren, wenn jeder zweite Schulabgänger in Deutschland als “nicht ausbildungsreif” bezeichnet wird? (03.03.2010 bild.de, heute.de, n-tv.de)

Die Brüsseler Denkfabrik CEPS ermahnt uns alle, Deutschland sei „alt, satt und behäbig“, es gäbe zu viele Schulabbrecher und zu wenige Uni-Absolventen. CEPS meint, die nächste Generation drohe deshalb “zum Land der Hilfsarbeiter” zu werden. Auch die Bundesregierung fordert mehr Schüler zum Studium auf, damit mehr Deutsche die Unis als Absolventen verlassen.

Bleiben Schüler für Sie übrig?

Die Schülerzahlen sinken um 18 Prozent. 47,3 Prozent werden als nicht ausbildungsreif bezeichnet. 21,7 Prozent der Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst. Immer mehr Schüler bevorzugen ein (Duales) Studium. Rechnerisch bleiben keine Schüler mehr für Ihre Ausbildung übrig. Rechnerisch steht der Sinkflug der Anzahl der Schulabgänger seit 15 Jahren fest. War das zu knapp?

Oder was haben Sie getan? Oder Ihre Volksvertreter, Ihre IHK und Handwerkskammer? Haben Sie auch Angst oder schon resigniert? „Es gibt Zahlen, die können Angst machen. Es kommt etwas auf uns zu, was es so noch nie gegeben hat. Wir werden einen starken Wettkampf zwischen Studium und Ausbildung erleben. Azubis werden ein knappes Gut und knappe Güter sind teuer.“ (27.01.2010 AZ-Web.de Aachener Zeitung)

Krötenwanderung

Halten Sie Ihre Kröten beisammen, um die letzten der Spezies ausbildungsreife Azubis teuer zu bezahlen? …weiterlesen »

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15.000 Ausbildungsbetriebe befragt. Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos?

11
Apr 2010

Immer öfter berichten die Medien über die angeblich nicht “ausbildungsreifen” Schüler. Den krassesten Kommentar schrieb Peter Hahne in der BamS: „… da ein Großteil jedoch nicht ausbildungsfähig ist, gibt es für die Rentner keinen schönen Lebensabend. ­Sondern nur stockfinstere Nacht.“ Im Bildungsbericht des DIHK steht: 50.000 Stellen unbesetzt. Größtes Ausbildungshemmnis: die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen organisiert Nachhilfestunden. Gründe aus dem Bericht, für den 15.000 Ausbildungsbetriebe befragt wurden:

  1. 63% der Betriebe gaben als Grund an, es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor, bei IT/Medien sogar 71%.
  2. 19% machen die Erfahrung, die Ausbildungsplätze wurden von den Auszubildenden nicht angetreten, bei Banken und Versicherungen sogar 42%.

Das ist ohne Frage dramatisch. Dass 17% der Ausbildungsverträge von den Azubis nach Beginn der Ausbildung aufgelöst werden, kostet neben viel Frust auch viel Geld. Ich hatte 2008 schon mal nachgerechnet: 500 Millionen € Lohnzahlung an Abbrecher (bei durchschnittlich 3 Monaten bis zum Abbruch).

Aber bei all dem Jammer stellt sich mir eine Frage von Tag zu Tag lauter – und ich vermisse sie in der öffentlichen Debatte:

Warum wird Berufswahl nicht so professionell betrieben wie der Bau von Luxusautos oder die Gewinnung Regenerativer Energien? Warum gibt es in der Berufsorientierung kein Kultbuch und Hörspiel wie das der Drei Fragezeichen „???“ Justus, Peter und Bob?

Warum wird der Wandel der Arbeitswelt nicht so unterhaltsam dargestellt wie die „ICE AGE“-Filme? Thomas Hermanns hat mal gesagt: „Je ernster das Thema, desto anspruchsvoller der Humor.“ Ich vermisse in der Berufsorientierung professionelle Filme mit Kino-Niveau. Musik mit Download-Niveau. Spannende Storys.

Dafür sucht YOUNECT Partner. Denn Exzellenz zieht Exzellenz an. Wenn Deutschland zu einer Exzellenzgesellschaft aufbrechen will, die von Bildung geprägt ist, wie es der Autor Gunter Dueck zu Recht fordert, dann wird das eine exzellente Wirkung entfalten.

Aber bitte bedenkt dabei: Jeder Mensch will wissen, “WaBriMiDa?” Sie, ich und Schüler auch.Was hat der Schüler von exzellenter Bildung? und was von exzellenter Berufsorientierung? Wer erklärt dies exzellent und macht Berufswahl schmackhaft?

Schüler brauchen in der Berufsorientierung andere Angebote als Erwachsene, weil sie vor ganz anderen Herausforderungen stehen. Sie müssen – ohne überfordert zu werden – erst mal die Fülle an Möglichkeiten kennen lernen. Schüler müssen sich erst mal austesten und den innersten Antrieb herausfinden, hohe Ziele stecken lernen. Und Schüler brauchen Vorbilder, um aktiv zu werden. Dich, Sie und mich. …weiterlesen »

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WaBriMiDa und wie man noch auf Interessen eingehen kann

10
Aug 2009

Kürzlich wurde ich gefragt, wie man auf die Interessen von unterschiedlichen Interessensgruppen eingehen kann. Du willst etwas auf dem Bürgeramt erreichen. Du willst am Telefon eine Auskunft erhalten. Du willst vom Vermieter das Ja zu deiner Traumwohnung. Oder du triffst den Personalchef von einem Unternehmen, das die perfekte Traumstelle zu besetzen hat. Du kannst grundsätzlich davon ausgehen, dass jeder Mensch – bewusst oder unbewusst – eigene Interessen hat. Du hast deine Interessen, andere haben ihre Interessen. Das ist ganz natürlich. Andere haben nicht deine Interessen. Wenn du etwas von anderen Menschen möchtest, greifst du in deren Interessen ein. Mit diesen Tipps, kommst du weiter:

1. “WaBriMiDa?” Alle haben letztlich nur eine Frage: Was bringt mir das?

Keiner wird es dir so direkt sagen, meistens sind Menschen irgendwie diplomatisch-freundlich. Aber im Hintergrund steht immer die Frage: “Was bringt mir das?” Diplomatisch-freundlich bekommst du nur die offizielle Version. Du willst ja hinter die Kulissen schauen. D.h. frag dich, was haben deine Gesprächspartner davon, mit dir zu sprechen? Was haben sie davon, statt diplomatisch-freundlich im besten Fall ehrlich-vertraulich zu Dir zu antworten? Was bringt ihnen das Risiko, dir im besten Fall statt Pressemitteilung die Wahrheit zu sagen? WaBriMiDa? ist das Zauberwort, meiner Meinung nach. Und die Antwort wird bei jedem einzelnen Gesprächspartner anders ausfallen.

2. Nimm dir ein sehr konkretes, messbares Ziel vor jedem Gespräch vor: Was willst du herausfinden?

Was willst du erreichen? Nicht allgemein, ganz konkret und auch bei jedem anders auf ihn zugespitzt. Wenn du das vor dem Termin weißt, bist Du im Gespräch fokussierter. Heute steht im Tagesspiegel im Sonntagsinterview, dass Ariane Friedrich im Training nie springt, obwohl sie Hochspringerin ist. Sie übt nur noch den Anlauf. Im Wettkampf ist sie dann richtig heiß aufs Springen. Wenn Du vorher strategisch geplant hast, worauf du im Gespräch zielst, kannst du das Gespräch im richtigen Moment für dein Ziel drehen, ohne dass es der andere merkt. Gestern sagte Steffen Simon in der Sportschau zum Siegtor der Hertha, das sei Systemfußball á la Favre. Alle sind fokussiert, und ein Moment reicht im Spiel, das entscheidende Tor zu erzielen.

3. Beschäftige dich im Vorfeld intensiv mit der Biografie deiner Gesprächspartner. Finde persönliche Anknüpfungspunkte.

Eine Stipendiatin der Civil Academy, wo ich regelmäßig Dozent bin, organisierte in Münster eine UN-Studenten-Simulation. Ich riet ihr, Herrn Töpfer als Schirmherrn anzusprechen, weil er bei der UNO tätig war. Sie fand heraus, dass er Alumni der Uni Münster war. Perfekt. Sie fragte ihn, und er freute sich, an SEINE Uni zurück zu kommen. – Ich riet einem Freund, der in der Schweiz eine internationale Hilfsorganisation aufbaut, Peter Eigen anzusprechen. Aiducation International hilft Schülern in Kenia mit Stipendien. Nun expandieren sie von der Schweiz in andere Länder. Warum Peter Eigen? Er hat mit Transparency International eine internationale Hilfsorganisation aufgebaut und war vorher für die Weltbank – ACHTUNG – in Kenia tätig. Je mehr du über eine Person weiß, desto mehr kannst du im Gespräch einfließen lassen und mit Glück werden die Gesprächspartner dann persönlicher. Letztlich erzählt jeder gerne über gute Zeiten und Highlights im Leben.

4. Versuch im Vorfeld möglichst viele persönliche Kontakte zu knüpfen.

In Deutschland würde ich immer alle Kontakte auf XING recherchieren, ob ich über Freunde und Bekannte dichter an die Person rankomme. Wenn im Vorfeld eines Treffens schon mal ein Austausch stattfand, kann man im Gespräch direkt daran anknüpfen. Wenn man weiß, wer mit wem bekannt ist, kann man Beziehungen herstellen. Und stell dich gut mit allen Miarbeitern im Hintergrund. Im Berliner Wahlkampf 1995 hatte ich eine Zusage von der SPD-Spitzenkandidatin Ingrid Stahmer, zu einer Veranstaltung mit 120 Schülern zu kommen. Ich telefonierte über Monate 1x pro Woche mit ihrer Wahlkampfleiterin. Als an dem Abend der Veranstaltung Frau Stahmer noch 3 andere spontane Einladungen bekam, und Frau Stahmer bei uns absagen wollte, sorgte diese Wahlkampfleiterin dafür, dass sie zu uns kam,… und in ihrem Schlepptau kam das ZDF Heute Jounal zu uns, die ihr Interview nach der Veranstaltung bei uns machten.

Ich hoffe, das hilft dir weiter!

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