Google organisiert Informationen. Facebook führt Kommunikation zusammen. Wer bringt uns die Kollaboration im Web?

23
Jan 2011

Viel wurde 2010 diskutiert über die laxe Auffassung von Facebook zur Privatsphäre und zu Googles Street View. Fokus Online brachte vor ein paar Tagen einen Artikel von David Kirkpatrick anläßlich der DLD 2011, er meint: “Das Online-Netzwerk Facebook ist eine Plattform zur Emanzipation der Nutzer. Nämlich dann, wenn sie über Dinge schreiben, die ihnen wirklich wichtig sind… Die Freiheit des Einzelnen liegt den Vorstellungen zu Grunde, auf denen westliche, demokratische Gesellschaften fußen. Wenn das Internet und die technologische Innovation diese Entwicklung weiter bestärken kann, ist das ein unwiderlegbarer Beweis für die positive Kraft, die Technologie entfalten kann.”

Zum Jahresende schaute Thomas Keup in die digitale Zukunft und stellte darin eine Frage, die ich als wegweisend einschätze: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?”

Er freut sich darin, dass “wir zurück zum Ursprung allen Erfolgs kommen – der Zusammenarbeit von Menschen. Schließlich ist ‘Business nichts anderes als ein Knäuel menschlicher Beziehungen’.” Die Idee zu der Frage “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?” kam Thomas Keup mit der Ankündigung von Facebook Message, da “klingelte” es bei ihm. Zitat aus Keups Blog: “Nach der Diversifikation der elektronischen Kommunikation setzt Zuckerberg auf die Zentralisation der Dienste an einem Ort. Genau dazu muss die Welt bei Facebook sein. In der Kommunikationslehre folgt auf bereitgestellte Informationen die Verständigung darüber – sprich Kommunikation -, gefolgt von der Verabredung einer Zusammenarbeit – der Kollaboration. Wenn Google die Informationen der Welt organisiert und Facebook die Kommunikation zusammenführt, wer bringt uns die Kollaboration im Web?”

Was bedeutet das für YOUNECT, Berufswahl und passende Vermittlung von Schülern in Ausbildung? Auf den Wust der Angebote in der Berufsorientierung hatte ich mehrfach im Blog hingewiesen, u.a.: “Wust an Websites. Wer steigt durch? Wie geht das besser? Wer schafft relevanten Überblick?” und auch in meinem offenen Brief an Hans Heinrich Driftmann, DIHK. 350 Ausbildungsberufe, fast 900 Bezeichnungen für duale Studiengänge, 3.000 Studiengänge und noch mehr Vertiefungen. Viele Berufe tragen heute häufig englische Namen, was die Vielfalt erhöht. Als ich zum Jahreswechsel Keups Frage las: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?”, klingelte es bei mir: Zusammenarbeit.

Die letzten Jahre hat jede IHK und HWK eine eigene Lehrstellenbörse im Web eröffnet. Jeder Branchenverband hat Websites geschaffen, Bäcker, Tischler, Landmaschinenhandel und -handwerk, die Stadt Berlin gleich eine Vielzahl: duales-lernen.de, berlin-braucht-dich.de, Partner Schule-Wirtschaft. Wie wäre Kollaboration? Letztgenannte haben das ausdrückliche Ziel: “Überschaubare Strukturen schaffen und neue Kooperationsmodelle entwickeln, durchführen und auswerten.” Ich hoffe, dass Keups Anregung wahr wird und Web-Tools dazu beitragen werden, dass aus Einzelkämpfern Kollaborateure werden.

Schon 2010 haben wir mit YOUNECT damit begonnen, Verbänden und deren Mitgliedsunternehmen Zusammenarbeit zu ermöglichen. Über unsere webbasierten Empfehlungs-Bewerberpools werden gute Bewerber intern weiter empfohlen. Mit einem Klick werden gute Bewerber allen anderen Betrieben empfohlen und bleiben den beteiligten Unternehmen erhalten  – natürlich NUR wenn der Bewerber zustimmt und damit datenschutzrechtlich korrekt. Mit PERSONECT kommt zur PASSUNG die ZUSAMMENARBEIT im Verband, im Cluster, in der Stadt und im Landkreis hinzu. Nutzer stellen fest, wie einfach unsere webbasierten Pools in der Anwendung sind, eine Grundvoraussetzung für die tatsächliche Nutzung. Überzeugen Sie sich gerne selbst und testen Sie PERSONECT mit einem Test-Account.

Im NORDPOOL gehen wir mit der NORD/LB noch einen Schritt weiter: Im NORDPOOL werden die Menschen in die Berufswahl einbezogen, denen Schüler vertrauen. Der Rat eines Vertrauten zählt. Im NORDPOOL werden Schüler durch „Mentoren“ wie z.B. Lehrer, Jugendleiter, Sporttrainer und Schülervertreter für passende Berufe der NORD/LB empfohlen. Die Schüler werden eingeladen und bekommen bei Interesse eine kurze, persönliche Referenz für ihre Bewerbung. Neben Schülervertretern (Schüler Union Niedersachsen, Jusos Hildesheim), Jugendleitern (Kolpingjugend Hildesheim) und Lehrern (Gaußschule Braunschweig, Nibelungen-Realschule Braunschweig und die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover) unterstützen auch Sporttrainer des Turn-Klubbs Hannover die Idee des NORDPOOLs.

Die Zusammenarbeit der Vertrauten der Schülerinnen und Schüler im NORDPOOL und die Zusammenarbeit über webbasierte PERSONECT-Pools der Unternehmen in ihren Verbänden, Clustern und Regionen ist unser Schwerpunkt 2011: Anstiften zur Kollaboration.

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4 Responses to “Google organisiert Informationen. Facebook führt Kommunikation zusammen. Wer bringt uns die Kollaboration im Web?”


  1. Fachkräftemangel kostet Mittelstand 30 Milliarden. Auch Unternehmer gehen zur Neige aus Angst vor Scheitern | YOUNECT Blog
    on Jan 24th, 2011
    @ 15:00 :  ;

    [...] dass Thomas Keups Blick in die digitale Zukunft und seine Frage zukünftig beherzigt wird: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?” In Antworten auf diese Frage sehe ich viel Potenzial. Statt neuem Aktionismus und [...]


  2. Thomas Keup
    on Jan 24th, 2011
    @ 16:14 :  ;

    Danke für die Blumen zu meinem Blog-Beitrag! Freue mich sehr, dass Ihr das Thema Kollaboration von der digitalen auf die reale Ebene runter brecht. Leider sind Verbände, Kammern und Behörden noch in der Welt “0.9″ verankert – also fast schon so gut wie online…

    Wenn ich die Technolgogie-Förderung in Berlin nehme, haben wir die Wirtschaftsverwaltung mit dem Referat IT und Medien, die EU-geförderte Initiative “Berlin in der Informationsgesellschaft” in Personalunion durch die Behörde, die Technologiestiftung Berlin, ihr Wirtschaftsbetrieb “Innovationsagentur” GmbH, die Wirtschaftsförderung Berlin Partner – vor allem für Web-Firmen – und das Medienboard Berlin-Brandenburg. Das ist “0.9″.

    Aus meiner Sicht hilft nur “rauswachsen” – also die “Internet-Ausdrucker” gehen in den Ruhestand, die Nachfolgegeneration der heute 40-Jährigen lernt, sich über eigene Interessen hinweg offen und fair zu verhalten und die dann folgende Generation hat erst wirklich die Chance, etwas zu verändern. Das wird in Berlin noch ein paar Jahrzehnte dauern – leider.


  3. Mit weniger Bewerbungen zum Traumjob. Mit mehr Zusammenarbeit mehr Qualität in der Branche und Region | YOUNECT Blog
    on Feb 1st, 2011
    @ 21:10 :  ;

    [...] an Bewerbern geben wird, heißt die Zukunft: Zusammenarbeit. Thomas Keup hat zum Jahreswechsel die wegweisende Frage gestellt: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web? Wenn Google die Informationen der Welt organisiert und [...]


  4. Heiner Kamp fordert Verbesserung und lobt Bildungsketten. Forscher kritisieren nicht effektive Förderprogramme für Jugendliche | YOUNECT Blog
    on Feb 13th, 2011
    @ 22:35 :  ;

    [...] ich auch für die Berufswahl und die Zukunft der Bildungsketten und Förderprogrammen Thomas Keups Frage als wegweisend ein: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web?” Teile diesen [...]

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